FDP-Mann Roger Gallati zieht in den Dübendorfer Stadtrat ein, die GLP verliert einen Sitz
Mit lediglich 39 Stimmen Rückstand verpasste GLP-Kandidatin Stefanie Huber die Wahl in den Stadtrat. Mit Roger Gallati (FDP) kommt nun ein politischer Senkrechtstarter in die Stadtregierung.
Nur eines war an diesem Wahlsonntag sicher: Susanne Hänni (GLP) wird als Stadträtin wiedergewählt. Denn sie trat als einzige Kandidatin für das Präsidium der Primarschulpflege Dübendorf an – womit sie von Amtes wegen die Bildungsvorsteherin der Stadt ist.
Die restliche Ausgangslage war spannend, denn für die sechs direkt wählbaren Stadtratssitze traten acht Kandidaten an, fünf Bisherige und drei Herausforderer. Der langjährige Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP) wollte keine weitere Legislatur anhängen.
Die grosse Frage war nun: Würden die drei Neuen den freien Sitz Bäumles unter sich ausmachen? Oder konnten sie auch den amtierenden Stadträten gefährlich werden, die als Bisherige mit einem Bekanntheitsvorsprung ins Rennen gingen?
Ingold auf Platz 1, Lips chancenlos
Es wurde vor allem: sehr knapp. Denn die letzten vier Kandidaten trennten nicht einmal 90 Stimmen. Doch am Ende konnten sich die fünf Bisherigen durchsetzen. Die Nummer 1 der Dübendorfer Wahlberechtigten ist André Ingold (SVP), der als Stadtpräsident diesmal ohne Konkurrenz antrat. Es folgen Dominic Müller (Die Mitte), Adrian Ineichen (FDP), Ivo Hasler (SP) und Hanspeter Schmid (Die Mitte).
Den sechsten Sitz holte sich FDP-Politiker Roger Gallati – mit lediglich 39 Stimmen Vorsprung auf Stefanie Huber (GLP), die damit den Einzug in den Stadtrat verpasste. Chancenlos war Tanja Lips, die für die SVP einen zweiten Sitz holen wollte. Die Wahlbeteiligung lag bei 24,7 Prozent und war damit immerhin 2 Prozentpunkte höher als vor vier Jahren.
In nur vier Jahren zum Stadtrat
«Es ist eine riesige Freude für uns alle», sagte Gallati nach Bekanntgabe der Resultate. Für ihn habe gesprochen, dass man ihn in Dübendorf gut kenne, auch habe die FDP-Fraktion in den letzten vier Jahren im Parlament gute Arbeit geleistet. «Dazu kommt unser Wahlkampf mit viel Manpower, der von vielen Schultern getragen wurde.»




Ein Wunschressort hat Gallati nicht. Als Neuer übernehme er gemäss dem Anciennitätsprinzip gerne das, was bei der Konstituierung übrig bleibe. «Der Stadtrat leistet gute Arbeit, wenn ich mit meiner Erfahrung und mit meinen liberalen Kompetenzen etwas dazu beitragen kann, habe ich mein Ziel schon erreicht.»
Gallati hat in seiner politischen Karriere ziemlich Gas gegeben. Erst 2022 wurde er ins Dübendorfer Parlament gewählt, wo er als hartnäckiger Debattenführer auffällt. Bereits 2024/2025 amtete er ein Jahr lang als Gemeinderatspräsident. Und nun also die Wahl in die Stadtregierung.
Keine zweite Frau in der Regierung
Schon deutlich länger dabei ist Stefanie Huber. Von 2006 bis 2023 sass sie im Gemeinderat, in dieser Zeit hat sie zahlreiche politische Vorstösse lanciert. Ausserdem kann sie auf zehn Jahre im Kantonsrat zurückblicken, wo sie noch heute Mitglied ist. Wie Gallati ist sie in Dübendorf aufgewachsen und sehr gut vernetzt. Auch waren beide im Wahlkampf sehr präsent.


Wieso hat es dennoch nicht gereicht? Huber mag nicht darüber spekulieren, was den Ausschlag gegeben haben könnte. «Es hat nicht gereicht, Punkt», sagt sie hörbar enttäuscht. «Das ist schade, denn mit einer zweiten Frau und meinem Profil hätte der Stadtrat die Gesellschaft deutlich besser abgebildet, als das jetzt der Fall ist.»
Trotz der Niederlage nimmt sie auch Positives mit: «Der Wahlkampf war anstrengend, doch ich hatte ein gutes Team und viel Spass.» Sie habe wertvolle Lebenserfahrung gesammelt und viele Menschen kennengelernt. «Dass ich es nicht in den Stadtrat geschafft habe, tut mir fast mehr leid für die zahlreichen Unterstützer und meine Familie, die in den letzten Monaten oft zurückstecken musste.»
SP verpasst Wahl in Sekundarschulpflege erneut
Zur Kampfwahl kam es in die Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach. Alle sieben Bisherigen traten wieder an, dazu kam Remo Streich (SP) als Herausforderer. Streich hatte sich im Vorfeld als treibende Kraft hinter der Petition für Tempo 30 im Hochbord exponiert und äusserte sich regelmässig in den Leserbriefspalten des «Glattalers» zu politischen Themen.
Bereits zweimal war er erfolglos zu einer Ersatzwahl in eine Schulbehörde angetreten: 2024 in die Primarschulpflege und vergangenes Jahr in die Schulpflege der Sek. Am Sonntag scheiterte er nun erneut – wenn auch denkbar knapp mit elf Stimmen Rückstand –, womit die SP weiterhin keinen Sitz in der Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach hat.
Ohne Konkurrenz wiedergewählt wurde der langjährige Sekundarschulpräsident Andreas Sturzenegger (FDP). Ebenfalls weiterhin in der Sekundarschulpflege sitzen Patric Iten (FDP), Michael Diefenbach (parteilos), Alexandra Bänninger (GLP), Reto Heeb (Die Mitte), Benedikt Stockmann (Die Mitte) und Priska Sonderegger (SVP).
Eine Neue in der Primarschulpflege
Keine Überraschung gab es bei der Wahl in die Primarschulpflege Dübendorf, denn für die neun Sitze bewarben sich ebenso viele Kandidaten. Nina Vöhringer (Grüne) trat nicht mehr an. Am meisten Stimmen erzielte Susanne Hänni (GLP), die – ohne Konkurrenz – auch als Primarschulpräsidentin wiedergewählt wurde.
Ausserdem gewählt wurden die Bisherigen Pascal Scattolin (SP), Marco Stühlinger (FDP), Nicolas Facincani (FDP), Yves Alter (GLP), Brigitta Würsch-Fenner (Die Mitte), Olivia Kenel-Paredi (Die Mitte) und Martin Eichenberger (parteilos) sowie neu Cornelia Schwarz-Nigg (SVP), die aktuell noch Mitglied im Gemeinderat ist.
Kampfwahl in die Reformierte Kirchenpflege ist entschieden
Für die sieben Sitze der Reformierten Kirchenpflege Dübendorf-Schwerzenbach kandidierten zehn Personen, davon vier Bisherige. Der langjährige Präsident Werner Benz (SVP) trat nicht mehr an. Seine Nachfolge übernimmt kampflos Lukas Staub (parteilos, neu).
Auch gewählt sind Gabriele Hüppi (parteilos, bisher), Agnes Zenerino Stempfl (EVP, bisher), Dominique Facincani (FDP, neu), Hans Hausammann (parteilos, bisher), Danaë Dupuis (parteilos, neu) und Albert Weder (SVP, bisher). Als überzählig ausgeschieden sind Anthea Tyndall (parteilos, neu) und Rahel Lang-Gubler (parteilos, neu). Das absolute Mehr nicht erreicht hat Claudia Schafflützel (parteilos, neu).
Keine Überraschungen bei der Katholischen Kirchenpflege
Bei der Katholischen Kirchenpflege Dübendorf-Fällanden-Schwerzenbach entsprach die Anzahl der Kandidierenden den Sitzen. Gewählt sind die Bisherigen Gregor Freund (parteilos, wieder als Präsident), Benjamin Volkmer (parteilos), Antonio Spitale (parteilos), Verena Bristot (parteilos), Caroline Albrecht (Die Mitte), Lisa Stiefel (parteilos) sowie neu Linda Werner (Die Mitte).
Ebenfalls keine Kampfwahl gab es in die Rechnungsprüfungskommission (RPK) der Katholischen Kirchgemeinde, sie besteht in den nächsten vier Jahren aus Reto von Atzigen (parteilos, bisher, wieder als Präsident), Jana Moser (parteilos, bisher), Daniela Wagner (parteilos, neu), Arthur Wiederkehr (parteilos, bisher) und Ivar Schmutz (GLP, neu).