Familienverein Kyburg sucht Spenden für neuen Spielplatz
Unterschiedliche Bedürfnisse
200'000 Franken stellt die Stadt Illnau-Effretikon für die Neugestaltung des Spielplatzes in Kyburg bereit. Es brauche mehr, sagt der Familienverein – und hofft auf private Spender.
Der Spielplatz der Primarschule Kyburg soll bis Ende 2026 für rund 200'000 Franken erneuert werden. Das Stadtparlament überwies im November 2025 ein Postulat von Simon Binder (SVP) und Mitunterzeichnenden. Finanziert wird der Kredit über den Hans-Wegmann-Fonds. Dieser unterstützt Projekte und gemeinnützige Organisationen in Illnau-Effretikon, welche der Förderung von Aktivitäten zugunsten von Familien, Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Einrichtungen dienen.
Der nur wenige Schritte vom Schloss Kyburg entfernt gelegene Spielplatz ist im Dorf, das seit 2016 Teil der Stadt Illnau-Effretikon ist. Im Frühjahr 2024 musste er wegen sicherheitsrelevanter Mängel für mehrere Wochen gesperrt werden. Ein Teil der Klettergeräte blieb bis heute demontiert.
Für die Neugestaltung des Spielplatzes wurde eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von Stadt, Schule, Betreuung, Elternmitwirkung, Familien- sowie Turnverein, gebildet. Diese nahm bei ihrer Projektstartsitzung im Januar unter anderem die Bedürfnisse und Wünsche der verschiedenen Nutzergruppen auf.
Und diese scheinen das Budget von 200'000 Franken zu sprengen.
«Um möglichst alle Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen zu können, werden weitere 20'000 bis 30'000 Franken benötigt», schreibt der Familienverein Kyburg auf seiner Website. Und er bittet die lokalen Vereine wie auch seine rund 50 Mitgliederfamilien, sich mit einer Spende zu beteiligen.
Komplexere Lage als andernorts
Auf Stadtgebiet wurden in den letzten zwei Jahren gleich mehrere Spielplätze erneuert. Darunter in Illnau der Spielplatz Haldenrain im Sommer 2024 sowie die Tschuttiwiese Längg im Herbst 2025 für je 200'000 Franken. Auch das Sportzentrum in Effretikon startete 2025 mit einem gepimpten Spielplatz in die Badi-Saison. Kostenpunkt: 180'000 Franken. Warum brauchts in Kyburg mehr Geld?
Anruf bei Philine Schätti, der Präsidentin des Familienvereins Kyburg.
«Für einen normalen Spielplatz reichen 200'000 Franken klar», erklärt sie. In Kyburg sei das Areal rund um die Schule jedoch stark verzettelt und biete kaum zusammenhängende Flächen. «Das verteuert nur schon die Planungskosten deutlich. Und dies wiederum geht auf Kosten der Spielgeräte und der Möblierung wie beispielsweise genügend Sitzmöglichkeiten.»

Und gerade Letztere seien wichtig. Denn, so Schätti: «Kyburg hat kein eigentliches Zentrum, keinen Dorfplatz, keinen Dorfladen. Der Spielplatz ist der einzige zentrale Begegnungsort, wo man sich in der Öffentlichkeit treffen kann.»
Entsprechend vielfältig sei auch die Nutzerschaft: von den Schulkindern, Familien oder Grosseltern mit jüngeren Kindern bis hin zu den Teenagern, die ihr eigenes Eckchen bräuchten. Da der Platz auch vom Turnverein genutzt werde, müssten auch Anlagen für das Leichtathletiktraining berücksichtigt werden. «Der Platz soll möglichst alle Altersstufen unserer Bevölkerung ansprechen.»
Abgesehen davon würden an den Wochenenden oftmals auch Besucher der Kyburg mit ihren Kindern dort einen Zwischenhalt machen. «Ein attraktiver Spielplatz wäre daher auch eine Visitenkarte für Illnau-Effretikon.» Mit der Stadtverwaltung sei der Spendenaufruf im Übrigen abgesprochen: «Dort schätzt man es sehr, wenn wir Kyburger und Kyburgerinnen uns mit einbringen.»
Am 8. April wird sich die Arbeitsgruppe erneut treffen. Dann will die Motorsänger GmbH, die das Projekt fachplanerisch betreut, zwei, drei Spielplatzvarianten sowie optionale Leistungen respektive Spielgeräte vorstellen.
Hoffen auf die Vereine
Stichtag für die Spendenaktion ist der 5. April. Für die vom Familienverein Kyburg angestrebten 20’000 bis 30'000 Franken könnte es eng werden. Aktuell sind knapp 3000 Franken zugesichert – «alle aus den privaten Taschen unserer Vereinsmitglieder und weniger Dorfbewohner», sagt Schätti.
Von den sechs kontaktierten Kyburger Vereinen habe sie bis jetzt noch keine Rückmeldung erhalten. Das gilt auch für die angefragten Serviceklubs Winterthur-Kyburg. «100 Franken unter dem Jahr zu spenden, ist das eine. Soll es aber eine Null mehr sein, geht es halt meist nicht ohne GV.»
So oder so wolle man noch ein paar eigene Franken generieren. Am 1. April startet im Schloss Kyburg die neue Museumssaison. Dann würde der Familienverein gern an einem kleinen Stand seine vereinseigene Schoggikuss-Schleuder in Betrieb nehmen. «Wegen unseres bescheidenen Vereinsvermögens können wir zwar keine eigenen Mittel einschiessen. Wir wollen aber auch nicht nur die hohle Hand bei den anderen Vereinen machen.»