Eltern drängen auf besseren Schutz der Kinder
Seit einigen Jahren setzt sich das Elternforum Schwerzenbach für mehr Sicherheit auf den Schulwegen ein. Mitglieder haben der Gemeinde immer wieder Verbesserungsvorschläge für sicherere Schulwege unterbreitet. Doch die Gemeinde habe bis anhin lediglich «Kosmetik» betrieben und auf die anstehende Verkehrsrevision verwiesen, sagt Franziska Gutknecht vom Elternforum.
Um sich mehr Gehör zu verschaffen, hat das Elternforum kürzlich eine Umfrage zum Thema Sicherheit auf Schulwegen publiziert. «Es zeigt sich klar, dass eine grosse Zahl Eltern den Wunsch hat, dass die jüngsten Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden», sagt die Vorsitzende des Elternforums, Eva May. An der anonymen Umfrage nahmen laut May 150 Eltern, die zusammen 221 der rund 450 Kinder an der Schule Schwerzenbach repräsentieren, teil.
Zwar zeigten die Ergebnisse, dass eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Eltern den Schulweg ihres Kindes als «sicher» oder «sehr sicher» erachtet. «Gleichzeitig jedoch gaben 55 Prozent an, dass sie im Autoverkehr eine Gefahr sehen», betont Gutknecht. 29 Prozent hätten zudem angegeben, dass sie «unübersichtliche Stellen» fürchten.
Brennpunkt Dorfstrasse
Die Umfrage wurde so gestaltet, dass die Eltern solche potenziell gefährlichen Stellen angeben konnten. Am häufigsten notiert wurden laut Gutknecht Strassenabschnitte am westlichen Rand des Dorfkerns. So etwa jener zwischen dem Spar-Markt und der reformierten Kirche. «Dieser stellt bei den Eltern wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der hohen Geschwindigkeiten in Kombination mit dem teils sehr schmalen Trottoir eine Gefahr dar.» Einige Eltern hätten angegeben, dass sie ihre Kinder auf einen längeren Umweg schicken, um die Dorfstrasse zu meiden, sagt Mit-Organisatorin der Umfrage Kiki Jungfer.
«Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und verdienen den entsprechenden Schutz.»
Kiki Jungfer, Elternforum Schwerzenbach
Eine auch mehrfach genannte Gefahrenstelle ist gemäss den Ergebnissen der Umfrage die Gfennstrasse. Dort sei zwar ein Fussgängerstreifen vorhanden. Doch aufgrund der Kurve in Verbindung mit hohem Tempo sei nicht immer gewährleistet, dass Autofahrer Kinder rechtzeitig erkennen würden, sagt Jungfer. «Immerhin schneidet die Gemeinde seit einigen Jahren regelmässig die Hecken auf den Verkehrsinseln und Strassenrändern auf eine Höhe, so dass die Kinder für den Verkehr sichtbar sind.» Dies sei damals auch erst auf Bitte des Elternforums geschehen, sagt Jungfer.
Temporeduktionen «sinnvoll »
Was seitens der Gemeinde weiteres unternommen werden könnte, beziehungsweise müsste, wollten die Initiantinnen auch von den Eltern wissen. Hier sei das Ergebnis eindeutig, sagt Franziska Gutknecht. «69 Prozent der Befragten finden Temporeduktionen sinnvoll.» Weitere 56 Prozent würden weitere Schulungen für die Kinder durch die Kantonspolizei begrüssen.
Für Gutknecht, die nebst dem Elternforum auch Mitglied der Arbeitsgruppe Schulwegsicherheit ist, zeigten die Ergebnisse, dass sich wie in vielen anderen Gemeinden auch in Schwerzenbach die Einführung von Tempo-30-Zonen aufdrängt. «Die Eltern haben ein Bedürfnis, dass Kinder nicht nur gemäss Paragrafen und Gesetzestexten sicher zur Schule und zum Kindergarten kommen, sondern dies auch so empfinden.»
Kein Gehör
Andere Gemeinden seien beim Thema Tempo-30-Zonen bereits viel weiter, oder hätten dies bereits umgesetzt, sagt Kiki Jungfer. «In Schwerzenbach jedoch werden wir in dieser Sache seit sechs Jahren an die anstehende Verkehrsrevision verwiesen.» Zwar seien im entsprechenden kommunalen Richtplan einige Massnahmen aufgeführt, welche von Eltern genannte Probleme lindern könnten. Definiert seien diese jedoch in einem Umsetzungszeitraum von fünf Jahren. Und dieser beginne frühestens, wenn die Revision im Frühjahr 2022 an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung komme, so Jungfer.
Das sei «viel zu spät», findet sowohl Jungfer, wie auch Gutknecht und May. Deshalb schlagen sie eine vorgezogene Temporeduzierung vor, mit der bereits heute eine Verbesserung der Sicherheit erreicht werden könne. Man wolle und könne das Argument nicht gelten lassen, dass es bis anhin noch nicht zu einem Unfall gekommen sei, sagt Jungfer. «Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und verdienen den entsprechenden Schutz.»