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Durchzogenes Jahr

Elma Electronic in Wetzikon verdient weniger – und baut Stellen ab

Einen stabilen Umsatz und weniger Gewinn vermeldet Elma Electronic in Wetzikon. Die tiefe Profitabilität hat Folgen: ein Sparprogramm, dem Stellen zum Opfer fallen.

Elma-CEO Thomas Herrmann muss sparen. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Elma Electronic in Wetzikon verdient weniger – und baut Stellen ab

Durchzogenes Jahr

Einen stabilen Umsatz und weniger Gewinn vermeldet Elma Electronic in Wetzikon. Die tiefe Profitabilität hat Folgen: ein Sparprogramm, dem Stellen zum Opfer fallen.

Es waren anspruchsvolle zwölf Monate für den Hersteller von Computer-Hardware und Elektronikkomponenten aus Wetzikon. Die Aufwertung des Schweizer Frankens, die US-Zollpolitik, ein langer Shutdown von US-Behörden und geopolitische Spannungen hätten das Geschäftsjahr 2025 geprägt, schreibt Elma Electronic.

Trotzdem konnte das Unternehmen seinen Umsatz einigermassen stabil halten: 176 Millionen Franken nahm Elma ein, das entspricht einem leichten Rückgang von 1 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024; währungsbereinigt wurde ein Wachstum von 2,6 Prozent erzielt.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel von 11,7 auf 6,1 Millionen Franken, das entspricht einem Rückgang von 48 Prozent, die Ebit-Marge als Kennzahl der Profitabilität sackte auf bescheidene 3,5 Prozent ab. Unter dem Strich halbierte sich der Jahresgewinn von 8,5 auf 4,1 Millionen.

Investitionen von 60 Millionen Franken

Weshalb ist Elma Electronic so wenig profitabel? Die Firma begründet die tiefe Marge mit dem unbefriedigenden Ergebnis in der Marktregion Amerika, wo sie rund 50 Prozent ihres Umsatzes erzielt, und mit Kosten im Zusammenhang mit dem kompletten Umbau des Stammhauses in Wetzikon und dem Bau einer neuen Fabrik in Rumänien. Insgesamt investiert das Unternehmen innert dreier Jahre rund 60 Millionen Franken.

Dazu kamen Investitionen in Infrastruktur und Maschinenpark in allen Marktregionen, die nicht aktiviert werden konnten und den Gewinn schmälern. Vor diesem Hintergrund, den angespannten Aussichten in Europa und der schwierigen Wechselkurslage werde Elma die Effizienz steigern und die Kosten senken, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Personalabbau in Wetzikon «nicht ausgeschlossen»

Insgesamt soll der operative Aufwand im laufenden Jahr weltweit um 4 Millionen Franken reduziert werden. Die Massnahmen dafür umfassen auch einen Stellenabbau. An den betroffenen Standorten sind Konsultationsverfahren eingeleitet worden. Ob und wie stark der Hauptsitz in Wetzikon betroffen sein werde, lasse sich derzeit nicht sagen, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Ein Personalabbau sei nicht ausgeschlossen.

Zur Einordnung: In der Schweiz ist ein Konsultationsverfahren gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Arbeitgeber beabsichtigt, in Betrieben mit bis zu 100 Mitarbeitenden zehn Entlassungen auszusprechen. In Wetzikon beschäftigt Elma Electronic rund 100 der weltweit gut 800 Mitarbeitenden.

Nicht infrage gestellt sei jedoch das Investitionsprogramm, sagt CEO Thomas Herrmann: «Damit stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und machen Elma Electronic fit für die Zukunft.»

Ein schwarzes Rack mit Elementen für Drehschalter. Oben sieht man zwei Finger, die nach einem solchen Bauteil greifen.
Eine der Produktlinien von Elma sind sehr robuste Drehschalter. (Archiv)

Es gibt auch bessere Nachrichten aus dem Wetziker Schöneich-Quartier: So legte der Bestellungseingang um 20,5 Prozent auf 184 Millionen Franken zu. Dies sei vor allem auf die hohe Nachfrage nach Systemlösungen im Verteidigungsbereich zurückzuführen, schreibt Elma. Die Bestellungen legten in allen drei Marktregionen zu, also in Europa, Amerika und Asien.

Dank dem robusten Auftragsbestand sieht sich Elma Electronic trotz konjunkturellem Gegenwind gut aufgestellt. Vor allem im Verteidigungsbereich habe man «technologiegetriebene Wachstumsperspektiven». Von einer konkreten Prognose für das laufende Jahr sieht das Management um CEO Thomas Herrmann ab: Zu gross sind die geopolitischen Unsicherheiten, zu wechselhaft die ökonomischen Rahmenbedingungen.

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