Ein verspielter Ausflug zum Rheinfall
Unterwegs mit ZVV-Pinguin Ringo
«Wie viele Stationen sind es noch?», fragt Lara aufgeregt und blickt erwartungsvoll in die Gesichter ihrer Mitreisenden in der S12. Die Achtjährige ist gemeinsam mit ihrer Schwester Hilda (6) und ihrer Mutter Nina Reusser (39) unterwegs zu einem der mächtigsten Wasserfälle Europas, dem Rheinfall.
Neben leckeren Snacks und Getränken ist auch die Broschüre von Pinguin Ringo, der Hauptfigur der Familienausflüge des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), mit im Gepäck. Auf dessen Spuren begibt sich die Familie an diesem Mittwochnachmittag.
Ringo, der mit dem Huhn Henrietta und der Möwe Belinda immer wieder abenteuerliche Reisen mit Tram, Bus, Zug, Schiff und Seilbahn unternimmt, musste lange warten: Ganze elf Wochen verbrachte er zusammen mit seinen Pinguinfreunden im Zoo-Haus, eingesperrt wegen der Vogelgrippe. Nun dürfen sie endlich wieder an die frische Luft und das soll gleich mit einem weiteren Abenteuer gefeiert werden. Was der Ausflug beinhalten soll, ist für Ringo klar: Abenteuerlich und gemütlich soll es sein, aufs Land und unter Leute gehen und viele Möglichkeiten bieten, um zu baden und zu planschen.
Aufregende Buchstabensuche
Genau wie die tierischen Freunde sind Nina, Lara und Hilda in Winterthur aufgebrochen und steigen nach rund 20 Minuten Fahrzeit beim Bahnhof Dachsen aus. Sofort düsen die Kinder los und suchen den ersten von vier Buchstaben, die es auf der Route zu suchen gilt. Hat man alle gefunden, erhält man bei Nennung des richtigen Lösungsworts im ZVV-Kundencenter am Winterthurer Hauptbahnhof ein Überraschungsgeschenk. «Hier ist er», rufen die Mädchen unisono. Nachdem sie den Buchstaben im Heft eingetragen haben, führt der Fussmarsch durch ein Wohnquartier und an Feldern vorbei an den Rhein.

Von der Fussgängerbrücke Nohl aus blicken die drei Ausflügler den gewaltigen Wassermassen nach, die Richtung Basel fliessen. «Wisst ihr noch, als wir in der Nähe mit dem Schlauchboot auf dem Fluss unterwegs waren?», fragt Mutter Nina ihre Töchter. Beide nicken. «Damals war es so heiss, da bin ich direkt vom Boot ins Wasser getaucht», erinnert sich Hilda und erkundigt sich im nächsten Atemzug, ob ihre Badehose heute auch eingepackt wurde. Während Ringo in der Geschichte jede Gelegenheit für einen Sprung ins kühle Nass nutzt, benötigen die Spaziergängerinnen an diesem bewölkten Tag bei angenehmen Temperaturen keine Abkühlung, weshalb die Badekleider zu Hause blieben.
Faszination Wasser
Aber auch ohne Abstecher in den Fluss sind es das Wasser und seine Kraft, die unweigerlich die Aufmerksamkeit der Reisegruppe auf sich ziehen. Immer wieder bleiben sie auf dem schmalen Kiesweg stehen, um den Rhein und die darauf umherkurvenden Touristenboote zu bestaunen. Doch um lange zu verweilen, ist das Rätselfieber bei Lara und Hilda zu gross. Sie wollen unbedingt wissen, welchen Buchstaben es als Nächstes zu finden gibt und sausen voraus.
Kurz vor dem Schlössli Wörth eröffnet sich dann erstmals der Blick auf den imposanten, 28 Meter hohen Rheinfall. Tosend und schäumend stürzen hier im Durchschnitt 365’000 Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe. «Mami, das Boot fährt aber gefährlich nahe zum Wasserfall», ist Lara kurz besorgt. Doch nach genaueren Beobachtungen wird klar, dass das durchaus gewollt ist und das Boot die Passagiere zum Landesteg des Mittelfelsens befördert. Beruhigt können mit dem Smartphone noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen werden, bevor es mit dem nächsten Buchstaben im Heft weiter den Rhein entlang geht.
Ausfliegen mit Ringo in der Region Zürich
Ringo und seine Freundinnen nehmen euch mit auf spannende Abenteuer, etwa nach Zürich, Rapperswil, auf den Uetliberg, ins Küsnachter Tobel oder an den Greifensee. Unterwegs ist man dabei immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Ausflüge sind für Familien mit Kindern von drei bis zehn Jahren gedacht und dauern jeweils einen halben Tag. Zu jedem Ausflug gibt es eine kostenlose Broschüre mit einer illustrierten Geschichte. Die Broschüre ist in den ZVV-Kundencentern oder unter zvv.ch/ringo erhältlich.
Führte der Weg bis dahin vor allem geradeaus und manchmal bergab, gilt es nun, hinauf zur Eisenbahnbrücke einige Höhenmeter und noch mehr Treppenstufen zu erklimmen. Bestimmt tausend Tritte seien das gewesen, schätzt Hilda, als man oben angekommen ist und kurz verschnauft. Neben den Eisenbahnschienen führt die Route über die Brücke direkt zum Schloss Laufen, das ehrwürdig über dem Rheinfall thront.
Neugierig inspizieren die Schwestern die zahlreichen Liebesschlösser, die an das Brückengeländer gehängt wurden und entdecken nach ein paar weiteren Treppenstufen ihr persönliches Highlight des Ausflugs. Der Spielplatz direkt beim Schloss bietet alles, was ein Kinderherz höherschlagen lässt. Hilda und Lara klettern und rutschen sofort los, während Mutter Nina auf einer Parkbank den mitgebrachten Zvieri vorbereitet.
Unerwartetes TV-Erlebnis
Gestärkt mit Früchten und Guetzli machen sich die drei an die Erkundung des Schlosses. Das im Jahr 858 nach Christus erstmals erwähnte Bauwerk gehört heute dem Kanton Zürich und beherbergt ein Museum sowie ein Restaurant. An diesem Tag gibt es neben den historischen Bauten und der einmaligen Aussicht sogar noch eine weitere Attraktion zu bestaunen. Ein Filmteam des Schweizer Fernsehens zeichnet im Innenhof für eine Sendung den Auftritt einer A-Capella-Band auf. Mit grossen Augen schauen die kleinen Abenteurerinnen dem Spektakel zu. Nach einem weiteren Erinnerungsfoto verrät ein Blick auf die Uhr, dass der Weg zum Bahnhof anzutreten ist. Dieser ist direkt unterhalb des Schlosses gelegen und auch hier dauert es nicht lange, bis der dritte versteckte Buchstabe gefunden ist.
«Das war richtig gemütlich», resümiert Nina Reusser, als sie sich in der S-Bahn nach Winterthur in den Sitz sinken lässt. «Ein Ausflug, der für Familien mit kleineren Kindern ideal ist. Die Strecke ist nicht zu lang, es gibt viel zu sehen und auf dem Weg hat es auch einige Grillstellen und Spielplätze, wo man rasten und zu Mittag essen könnte.» Und auch die beiden Mädchen hatten auf der Reise an den Rheinfall jede Menge Spass. Doch ein wichtiger Punkt des Ausflugs steht für sie noch an. Am Bahnhof Winterthur finden sie dank hartnäckiger Detektivarbeit auch noch den letzten Buchstaben des Ringo-Rätsels und halten wenig später mit einem breiten Grinsen ihr Überraschungsgeschenk in den Händen.

