Ein Phänomen, ein Novum und exquisite Startnummern
Der traditionsreiche GP der Stadt Dübendorf fand unter neuer Leitung statt. Dahinter präsentiert sich Bemerkenswertes und ein bekannter Name.
Mark Lagerström hat sich einen Namen geschaffen als Dübendorfer Erfolgslangstreckenläufer. Und naheliegend: Der GP der Stadt Dübendorf zählt zu seinen «Dauerbrennern». Diverse Kategoriensiege und Podestplätze hat er über die 10 km in seiner Wohngemeinde verbucht.
In diesem Jahr aber hat sich für den 48-Jährigen eine einzigartige Konstellation ergeben. Er zählt neuen sechsköpfigen OK. Definiert gewesen ist aber von Beginn: In der Woche vor dem GP konzentriert sich Lagerström – er kümmert sich primär um die Finanzen und die Sponsoring – auf sich und «klinkt sich bei der finalen Organisation aus». Dahinter steht der Wunsch, sich in gewohnter Manier auf sein Rennen zu konzentrieren.
Und nun das Fazit. Lagerström sagt: «Eine klar definierte Doppelfunktion, wie ich sie hier ausübe, beisst sich nicht mit einer Topleistung.» Schneller als am Samstag ist Lagerström den GP noch nie gelaufen – und das, obwohl er aufgrund seines Alters kaum mehr schneller werden kann. «Für mich ist diese Mitverantwortung beim GP Dübendorf eine zusätzliche Motivation», sagt er.
Nur zwei etablierten «Jungen» der M40 musste er den Vortritt überlassen: Vitaliy Shafar, dem Tagessieger aus der Ukraine und dem Finnen Pekka Roppo aus Süddeutschland – der erste sechs Jahre jünger, der zweite fünf. Im Gesamtklassement fand sich Lagerström auf Platz 12.
Der Jahrgang als Startnummer
Spuren hinterlassen hat Lagerström auch mit organisatorischen Inputs. Etwa mit feinen Nummernzuteilungen. Den ältesten Teilnehmer, den 89-jährigen Gregorio Sablone, schickte er mit der 1937 auf die Strecke, dem Geburtsjahrgang. «Der Osterhase hat da mitgewirkt», sagte Lagerström bei der Übergabe. Sablone bedankte sich mit «goldenen Augen». Andere Laufphänomene reagierten ähnlich erfreut. Oder Mark Thomson, der am Renntag Geburtstag feierte und dessen Startnummer 1970 an sein Geburtsjahr erinnerte. Oder Lagerströms Tochter Mayla, die am 11. 11. 2017 zur Welt kam und nun mit der 1111 besonders motiviert rannte.
Nur mit der Nummer 1 war ihm und seinen Compagnons kein Glück beschieden: Die finnische Olympia-Marathon-Läuferin Camilla Richardsson musste sich kurzfristig abmelden.

Aufgestellt ist der GP der Stadt Dübendorf – alles begann 1978 mit einem 30-km-Länderkampf in Dübendorf – grundsätzlich neu. Nach elf Jahren trat die bisherige Leitung in den Hintergrund. Übernommen hat ein sechsköpfiges OK. An dessen Spitze steht mit Kimi Eugster ein 19-Jähriger OK-Präsident. «Wir bauen auf dem Erfolgsrezept auf», sagt der junge Mann. Auch er ist dem GP Dübendorf seit Jahren verbunden: als Läufer, als Helfer in verschiedensten Funktionen, als OK- Mitglied.
Das Bemerkenswerte: Der Übergang ist fliessend verlaufen. Mit gut 1800 Klassierten glückte ein optimaler Auftakt. Apropos Teilnehmer: Wohl wären an der homologierten, schnellen 10-km-Strecke noch mehr angereist. Aber aufgrund der Platzverhältnisse und der Infrastruktur bei der Kunsteisbahn haben die Verantwortlichen schon länger eine Obergrenze von 2200 Teilnehmenden festgelegt. Diese kam heuer zum Tragen. Der Lauf war ausgebucht.

Und nun noch zum Sportlichen und zum Geschehen im Kampf um die Topplatzierungen. Als Tagessieger profilierte sich Vitaliy Shafar aus Madiswil mit der Topzeit (bei Top-Bedingungen) von 30:25 Minuten. Dem zweitplatzierten Eric Riungu (Berikon) nahm er 39 Sekunden ab, dem dritten T-Roy Brown (Bern) genau eine Minute. Als schnellster Oberländer und bester M20-Läufer klassierte sich Toptalent Miro Mülli (Hinteregg) auf Rang 4 – 1:06 Minuten hinter Shafar.
Noch packender wars bei den Frauen. Hier eroberte sich die zweifache Triathlon-Olympia-Teilnehmerin Petra Kurikova (CZE/Oberglatt) den Tagessieg dank einer hauchdünnen Spurtentscheidung. Ein Zehntel trennte sie von Janice Studler (Rapperswil) – 35:41,8 zu 35:41,9 Minuten. Raja Aellig-Urner (Uster) platzierte sich mit einem Rückstand von 2:52 Minuten auf Rang fünf und ist damit beste Oberländerin.