Ein Ja zu wenig für den Fehraltorfer Gemeinderat
Lange beschäftigte die Abstimmung über den Mehrzweckhallenneubau den Fehraltorfer Gemeinderat, die Bevölkerung und die Ortsparteien. Ein emotionales Thema, waren sich doch längst nicht alle einig über Kosten und Notwendigkeit der Projekte, die der Gemeinderat dem Volk am Sonntag stellte.
Hauptantrag war ein Kredit von 22,5 Millionen Franken für den Neubau einer Mehrzweckhalle mit Lehrschwimmbecken. Hinzu kamen die Folgeanträge A und B: Ein Kredit von 1,45 Millionen Franken für die Vorbereitung zur Aufstockung des Schulraums und ein Kredit von 570‘000 Franken für ein sogenanntes Ökopaket. Letzteres dient dazu, ökologischen und nachhaltigen Aspekten beim Bau gerecht zu werden.
Ein millionenschweres Generationenprojekt
03.02.2021

Neue Mehrzweckhalle in Fehraltorf
Die Gemeinde Fehraltorf will zusätzlich zur neuen Mehrzweckhalle weitere Schulräumlichkeiten real Beitrag in Merkliste speichern Entgegen dem Wunsch des Gemeinderats wurden nur zwei von drei Anträgen angenommen – die Vorbereitung zur Aufstockung des Schulraums lehnten die Stimmbürger hingegen ab (siehe Box). Das ist jener Antrag, der bereits im Vorfeld für viel Gesprächsstoff sorgte und von diversen Parteien zur Ablehnung empfohlen wurde.
Es gebe günstigere Alternativen, so die Kritik der FDP und des Demokratischen Gemeindevereins Fehraltorf (DGF). Die Rechnungsprüfungskommission beurteilte die Vorlage als «weder dringlich noch notwendig» und empfahl ebenfalls, ein Nein in die Urne zu legen. Ebenso die die GLP und SVP, aus ähnlichen Gründen wie FDP und DGF. Einzig die SP sprach sich für alle drei Anträge aus.
Uneins zu Mehrzweckhallen-Neubau in Fehraltorf
17.02.2021

Parteien versus Gemeinderat
Am 7. März stimmt Fehraltorf über den Neubau der Mehrzweckhalle ab. href=”/flag/flag/np8_favorites/3242387?destination=batch&token=71X1Dcoo-UHMJtn97cm89FuQx3BAtdt_tWsu6WnWQOs” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3242387 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Das hat jedoch nichts genützt, die Nein-Empfehlung der anderen Parteien resultierte am Sonntag in einem definitiven Nein an der Urne. Gemeindepräsident und Finanzvorsteher Anton Muff (DGF) reagiert relativ nüchtern darauf. «Wir hatten eine Vision, die wir dem Stimmvolk vorlegten. Dieses will etwas anderes. Damit muss der Gemeinderat leben.»
Die ablehnende Haltung der RPK und diverser Parteien habe das Stimmvolk sicherlich beeinflusst, begründet Muff die Ablehnung des Antrags. Das knappe Ergebnis – der Antrag wurde mit 1138 Nein- zu 1050 Ja-Stimmen abgelehnt – zeige ihm jedoch, dass sich ein Teil der Bevölkerung durchaus mit der Vision des Gemeinderates identifizieren konnte.
Der Schulraum wird enger
In kommenden Baukommissionssitzungen wird das weitere Vorgehen besprochen. Für Anton Muff ist klar: «Wir brauchen zusätzlichen Schulraum aufgrund der wachsenden Schülerzahlen.» Mehr Schüler benötigten aber nicht nur mehr Innen-, sondern auch mehr Aussenraum. Verbaut man freie Flächen mit Provisorien, wie sie von diversen Parteien vorgeschlagen wurden, wird der Aussenraum für die Schüler immer enger, so Muff. Wie man dieser Problematik entgegen wirken will, müsse in den nächsten Wochen geklärt werden.
« Der abgelehnte Antrag wäre aus meiner Sicht die beste mittelfristige Lösung für Fehraltorf gewesen.»
Anton Muff, Gemeindepräsident Fehraltorf
Während er als Leiter der Baukommission des Projektes eher enttäuscht ist über das Nein, habe er als Finanzvorsteher dadurch vielleicht eine schlaflose Nacht weniger. Denn klar ist: Das Aufstockungs-Projekt hätte das Gemeindebudget durchaus belastet und vielleicht sogar zu einer zweiten Steuererhöhung geführt. Nichtsdestotrotz bleibt Anton Muff dabei: «Der abgelehnte Antrag wäre aus meiner Sicht die beste mittelfristige Lösung für Fehraltorf gewesen.»
Kein Platzverlust gemäss DGF
Hans-Jürg Gehri, Präsident des Demokratischen Gemeindevereins Fehraltorf und Mitglied der Schulpflege, begrüsst den Ausgang der Abstimmung – vor allem die Ablehnung der Vorbereitung der Schulraumaufstockung. Für ihn liegt die Lösung bezüglich dem fehlenden Schulraum auf der Hand: Modulbauten. Diese seien in kürzester Zeit und für viel weniger Geld realisierbar.
Auf den Platzverlust angesprochen, winkt Gehri ab. Bereits in der Empfehlung der Arbeitsgruppe der Eckhaus AG, die den Gemeinderat beim Projekt einst unterstützte, sei vor knapp zwei Jahren schon ein möglicher Modulbau geplant worden – und zwar zwischen der Kindertagesstätte und der bestehenden Sporthalle. Dabei handle es sich um Fläche, die von den Schülern nicht als Pausenplatz benutzt werde, wie Gehri sagt.
Auch ein zweiter Modulbau in späteren Jahren könnte, anstelle der jetzigen Mehrzweckhalle, die abgebrochen wird, erstellt werden. «Dazu müsste dann ein Unterbau erstellt werden, der zusätzliche Räume für die Schule ermöglicht.» Damit würde dann dieser zweite Bau auf die Ebene des jetzigen Pausenplatzes erstellt. «Beispiele in der Stadt Zürich zeigen, dass Modulbauten sehr nah beieinander gebaut werden und somit keine wesentliche Beeinträchtigung der bestehenden Pausenflächen mit sich bringen.» Er werde sich dafür einsetzen, dass das in Fehraltorf realisiert werden kann.
Einig bei sonstigen Ergebnissen
Wenn es um die beiden angenommenen Anträge geht – der Neubau der Mehrzweckhalle mit Lehrschwimmbecken und das Ökopaket -, sind Anton Muff und Gehri einer Meinung. Beide begrüssen die sehr klare Zustimmung seitens der Bevölkerung, trotz bevorstehender Steuererhöhung von bis zu vier Prozent. Muff: «Das zeigt mir, dass die Bevölkerung Vertrauen in den Gemeinderat hat und sich der Notwendigkeit eines Neubaus bewusst ist.» Die jetzige Mehrzweckhalle mit Lehrschwimmbecken stammt aus dem Jahr 1974 und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Hans-Jürg Gehri: «Wir freuen uns über das sehr klare Ja. Damit ist auch ein lebendiges Vereinsleben in der Gemeinde sichergestellt.» Auch die anderen Ortsparteien – SVP, SP und GLP – sowie die RPK sprachen sich im Voraus für die Annahme der beiden anderen Anträge aus.
Unter den geltenden Voraussetzungen ist der Baubeginn der neuen Halle auf Sommer 2022 angesetzt. Bereits Ende 2023 soll diese fertig sein und im Frühling 2024 mit dem Rückbau der alten Halle begonnen werden. Bis Ende 2024 ist die Fertigstellung der Umgebung geplant.
Die Abstimmung im Detail
Der Neubau der Mehrzweckhalle mit Lehrschwimmbecken für 22,5 Millionen Franken wurde mit 1552 Ja-Stimmen zu 689 Nein-Stimmen angenommen, das Ökopaket für 570’000 Franken mit 1391 Ja- zu 785 Nein-Stimmen. Der Antrag zur Schulraumaufstockung für 1,45 Millionen Franken wurde mit 1138 Nein-Stimmen zu 1050 Ja-Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung beim Hauptantrag lag bei 53,36 Prozent, beim Folgeantrag A bei 52,82 Prozent und beim Folgeantrag B bei 52,58 Prozent. (tas)