Ein «Grüezi» statt Stahlgitter in der neuen Volketswiler Post
Gegenüber des Einkaufszentrums Zänti in Volketswil stehen Baumaschinen und ein gelber Postbus. Das Gebäude im Zentrum 14 ist zwar noch eine Baustelle, doch der hintere Teil ist beinahe fertig eingerichtet. Hier soll ab nächstem Montag die Volketswiler Bevölkerung ihre Postgeschäfte abwickeln können. Das alte Postgebäude unmittelbar daneben wird dem Erdboden gleichgemacht.
Noch aber arbeitet Brigitte Ruschak als Stellvertretende Teamleiterin am alten Standort. Sie freut sich schon auf die Eröffnung. Die neue Filiale sei heller und viel freundlicher eingerichtet als die alte, sagt sie. Und Pressesprecher Markus Werner ergänzt: «Auf dunklen Granit wie in der alten Post aus den 70er-Jahren verzichten wir heutzutage.»
Ebenfalls verzichte das Unternehmen am neuen Standort auf ein grosses Verkaufsangebot. «Der Post wurde oft der Vorwurf gemacht, sie verkomme zum Gemischtwarenladen. Wir straffen unsere Produktpalette und bieten vor allem unsere eigenen Postprodukte sowie Papeterie- und Telekomprodukte an.»
Stahlgitter verschwinden
Die Zeiten von Stahlgitter vor den Fenstern und Schalter mit Sicherheitsglas für die Mitarbeiter wie im alten Postgebäude sind auch Geschichte.
«Einige bei der Post nennen diese Apparatur <Zalandopaket-Einwurf>.»
Markus Werner, Mediensprecher Post
«Grüezi» steht in Grossbuchstaben auf der neuen Beratungstheke geschrieben. «Damit können sich Kunden den Weg zum Schalter sparen, wenn sie Fragen zu Postgeschäften haben», sagt Ruschak.
Kinder können an ihrem eigenen Minipostschalter aus Holz spielen. Drei Schalter stehen ansonsten zur Verfügung, einer davon ist mit einem tiefen Holztisch für Rollstuhlfahrer vorgesehen. Die Kundschaft wird aber keine Zettelchen mit Nummern ziehen, sondern klassisch in der Schlange stehen. Die Nummernlösung werde nur bei grösseren Filialen mit hoher Kundenfrequenz umgesetzt, sagt Markus Werner.
«Zalando-Einwurf»
Zudem gibt es viele Möglichkeiten für die Kunden, die Dienstleistungen gleich selber abzuwickeln. Es gibt eine Maschine, mit der Pakete selber eingescannt und ohne Kontakt zu Mitarbeitern der Post übergeben werden können. «Einige bei der Post nennen diese Apparatur <Zalandopaket-Einwurf>», sagt Werner.
Weiter steht draussen ein «My Post 24-Automat», wo Kunden ihre Pakete abholen können, die der Pöstler wegen Abwesenheit nicht zustellen konnte. Gleich daneben soll demnächst noch ein Postomat installiert werden.
Die Öffnungszeiten bleiben aber gemäss Ruschak trotz dieser Möglichkeiten gleich wie bei der alten Post.
Post am Samstag geschlossen
Herausfordernd wird für die Filialleiterin der Umzugstag am Samstag. Dann zügeln Ruschak und ihre Mitarbeiter das Büromaterial und ein paar Einrichtungen. Zudem mache sie am selben Tag noch die Schulungen für alle Mitarbeitenden, damit am Montag die neue Filiale eröffnet werden könne.
Am kommenden Samstag bleibt deswegen die alte Poststelle geschlossen und wird auch nie mehr geöffnet. An ihrer Stelle soll ein Vorplatz entstehen. Nächste Woche beginnt der Abriss.
Neues Gebäude gegenüber dem «Zänti»
Neben der Post soll im vierstöckigen Neubau im Zentrum 14, das vollständig im Eigentum des Unternehmens ist, noch bis Oktober Wohnungen und Büros fertig gebaut werden. Im Erdgeschoss stehen zudem noch weitere Ladenflächen zur Verfügung. Die Post sei in Gesprächen mit interessierten Unternehmen, Entscheide seien aber noch keine gefallen, sagt Mediensprecher Markus Werner auf Anfrage. Die 23 Wohnungen in den Obergeschossen sind hingegen alle bereits vermietet.