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Dübendorfer Parlament: Viele Fragen und ein denkwürdiger Rekord

Diesmal in der Fragestunde des Gemeinderats Dübendorf: rücksichtslose Raser, salzweisse Trottoirs und ein hell erleuchtetes Schulhaus.

Auf der Buchrainstrasse oberhalb des Geerens hat die Stadtpolizei Dübendorf bei einer Kontrolle Tempoexzesse festgestellt. (Symbolbild)

Foto: Thomas Bacher

Dübendorfer Parlament: Viele Fragen und ein denkwürdiger Rekord

Diesmal in der Fragestunde des Gemeinderats Dübendorf: rücksichtslose Raser, salzweisse Trottoirs und ein hell erleuchtetes Schulhaus.

Eine «besorgniserregende Bilanz» zog die Stadtpolizei Dübendorf letzte Woche nach einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Buchrainstrasse in Gockhausen: Fast zehn Prozent der Autos waren zu schnell unterwegs, einige davon massiv. Ein Raser brachte es auf der Tempo-60-Strecke gar auf satte 119 km/h.

Vor diesem Hintergrund wollte Leandra Columberg (SP) am Montag in der Fragestunde vom Stadtrat wissen, was dieser zu tun gedenke, um die Situation zu verbessern. «Das Ergebnis hat uns auch überrascht», sagte Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid (Die Mitte). Denkbar sei, die halbstationäre Messanlage an der Strasse aufzustellen oder vermehrt Polizeikontrollen durchzuführen.

(Wieder) anständig

Cornelia Schwarz (SVP) bemängelte, dass die Trottoirkante bei einem Fussgängerübergang mit Mittelinsel auf der Wallisellenstrasse nicht abgeschrägt sei. Das sei für Senioren mit Rollator und Rollstuhlfahrer alles andere als ideal. Tiefbauvorstand Adrian Ineichen (FDP) sagte, es sei nicht sinnvoll, das jetzt noch zu ändern, da die Wallisellenstrasse demnächst saniert und umgebaut werde – und verwies auf den niveaugleichen Übergang ein paar Meter weiter.

Ein Schild mit der Aufschrift «Sozialhilfe».
Das Sozialamt fordert von den Klienten nur in Ausnahmefällen Geld zurück.

Sofia van Moorsel (SP) wiederum bezog sich auf eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die in manchen Gemeinden eine fragwürdige Praxis bei der Rückzahlungspflicht von Sozialhilfe aufzeigte. Sie wollte wissen, wie das in Dübendorf läuft – und gab Sozialvorstand Ivo Hasler (SP) einen Steilpass für die wohl längste Antwort in der Geschichte der Dübendorfer Fragestunde. Die zwölf Minuten kurz zusammengefasst: Die Dübendorfer Sozialhilfe ist (wieder) anständig mit den Klienten, hält sich an die massgeblichen Richtlinien und fordert ausbezahlte Sozialhilfe nur in klar definierten Ausnahmefällen zurück.

Viel Weiss auf dem Trottoir

Thomas Maier (GLP/GEU) schliesslich gab zu bedenken, dass diesen Winter in Bereichen mit reduziertem Winterdienst auf Trottoirs ganz schön viel Salz gelegen habe – und bekam zu hören, dass man die Streusalzmenge pro Quadratmeter in den letzten Jahren reduziert habe und der Winterdienst dort nur ausrücke, wenn es absolut notwendig sei.

David Siems (Grüne) regte an, in der Stadtverwaltung für gehörlose Menschen einen Online-Dolmetscherdienst anzubieten (Antwort: «Wir prüfen das»), und Claudia Günthart (Aufrecht) wunderte sich, wieso das Schulhaus Högler die ganze Nacht hell erleuchtet ist (Antwort: «Ein Fehler der Steuerung»).

Ein Beispiel, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann, gab es beim Thema Busverbindungen von und nach Gockhausen. Erika Attinger (GLP/GEU) zeichnete ein desaströses Bild mit Verspätungen und schlechten Verbindungen, während Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid kein echtes Problem ausmachen konnte.  

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