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Wirtschaft

Dormakaba baut in der Schweiz 183 Stellen ab

Dormakaba streicht jede sechste Stelle in der Schweiz. Betroffen ist auch der Standort Wetzikon.

Der Hauptsitz der Dormakaba Holding in Rümlang.

Foto: Dormakaba

Dormakaba baut in der Schweiz 183 Stellen ab

Schock in Wetzikon

Im Juli hatte Dormakaba ein globales Sparprogramm angekündigt. Nun ist klar: Der Konzern baut auch Stellen in Wetzikon und Rümlang ab.

800 von weltweit 16’000 Stellen würden weltweit abgebaut, hatte Dormakaba am 3. Juli verbreiten lassen. Der Abbau sei Teil des «Transformationsprogramms, um die Kundenorientierung weiter voranzutreiben und das Unternehmen für die Zukunft zu stärken», stand über der damaligen Medieninformation.

Jetzt ist klar, dass auch die Mitarbeitenden am Hauptsitz in Rümlang und in Wetzikon betroffen sind. Viele werden ihre Jobs verlieren. Insgesamt baut der Schliesstechnikkonzern rund jede sechste Stelle in der Schweiz ab: 160 von rund 930 Vollzeitstellen gehen verloren. Am Dienstag wurden die Mitarbeitenden informiert.

«Shape4Growth» oder zu Deutsch «Form für Wachstum» nennt sich die Strategie, mit der Dormakaba jährlich 170 Millionen Franken einsparen will. Die Details des Stellenabbaus blieben lange unklar. Noch Ende August antwortete CEO Jim-Heng Lee auf unsere Frage nach der Zukunft des Standorts Wetzikon: «Im Hinblick auf die Standorte Wetzikon und Rümlang können wir Ihnen mitteilen, dass es keine Pläne gibt, diese zu schliessen.»

Ein lächelnder Mann in blauem Sakko.
Unter Druck: CEO Jim-Heng Lee muss die Resultate von Dormakaba verbessern.

183 Entlassungen in der Schweiz

Insgesamt sind 183 von insgesamt 1100 Mitarbeitenden schweizweit betroffen. Das entspricht jeder sechsten Stelle. Da nicht alle Mitarbeitenden Vollzeit beschäftigt sind, beläuft sich der Netto-Abbau auf 160 Stellen. Der Abbau soll innerhalb von drei Jahren erfolgen. Die Standorte Wetzikon und Rümlang blieben jedoch erhalten, bestätigt Dormakaba-Sprecher Patrick Lehn die Aussage von CEO Lee.

Von Wetzikon nach Bulgarien

Der geplante Stellenabbau wird hauptsächlich die Bereiche Produktentwicklung und Produktion betreffen. An den Standorten Rümlang und Wetzikon ist die Produktentwicklung integraler Bestandteil. Man beabsichtige, diesen Bereich «neu zu fokussieren» und Teile nach Sofia in Bulgarien zu verlagern.

In Wetzikon wird nicht nur entwickelt, sondern auch produziert. Patrick Lehn: «Hier erfolgt der Stellenabbau im Rahmen der bereits seit Jahren erfolgenden Massnahmen zur kontinuierlichen Rationalisierung und Automatisierung.» Aktuell hat die Firma in Wetzikon eine Mitarbeiterkapazität von 450 Vollzeitstellen an. In Rümlang ist es eine Mitarbeiterkapazität von 365 Vollzeitstellen.

Das Unternehmen sei sehr daran interessiert, «optimale Lösungen für alle betroffenen Mitarbeitenden» zu finden, betont Dormakaba. So stellt es beispielsweise externe Outplacement-Beratung, interne Stellenvermittlungen und Unterstützung der betroffenen Mitarbeitenden im Bewerbungsprozess in Aussicht. Zudem werde der Stellenabbau wann immer möglich über natürliche Fluktuation oder Pensionierungen umgesetzt

Schmidheinys Einstieg

Dormakaba steht seit Jahren unter Druck und hinkt hinter den Leistungswerten der beiden Hauptkonkurrenten Assa Abloy und Allegion her. Der Konzern strebt ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent und eine Betriebsgewinnmarge von 16 bis 18 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2025/2026 an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug dieser Wert 13,5 Prozent.

Erst im August wurde bekannt, dass der Industrielle Thomas Schmidheiny in grossem Stil bei Dormakaba eingestiegen ist. Mit seiner Investmentgesellschaft Spectrum Entrepreneurial Ownership (SEO) erwarb er bis August mehr als 8 Prozent der Aktien. Schmidheiny gilt laut NZZ als «aktivistischer Investor». Mit anderen Worten: Er mischt mit und will Resultate sehen.


In einer früheren Version dieses Artikels wurden Vollzeitstellen mit Mitarbeitenden gleichgesetzt. Da jedoch nicht alle Mitarbeitenden in einer Vollzeitanstellung beschäftigt sind, gibt es eine Differenz zwischen der Stellenzahl und der Anzahl Beschäftigter. Diese Differenz wurde bereinigt.

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