Dokfilm taucht in die Geheimnisse der Burg Alt-Landenberg in Bauma ein
Wahrzeichen im Tösstal
Ein kurzer Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Burgruine Alt-Landenberg in Bauma. Hinter dem Projekt steckt ein Burgennarr mit Videotalent.
Hoch über der Töss bei Bauma thront die Burgruine Alt-Landenberg. Seit den Sechzigerjahren ist der Burghügel zugänglich und ein beliebtes Ausflugsziel.
So auch für Gregor Bächi aus Adlikon im Zürcher Weinland. 2018 machte er zum ersten Mal einen Ausflug ins Tösstal . «Ich war sofort von der Burgruine angetan.» So fest, dass man seit Neuestem auf der Videoplattform Youtube ein Video über Alt-Landenberg findet.

Bächi hat eine grosse Leidenschaft für Geschichte und Archäologie. Hauptberuflich betreibt er eine eigene Videoproduktionsfirma und stellt unter anderem Werbefilme her. In seiner Freizeit betreut er zusätzlich seinen eigenen Youtube-Kanal namens «History – Travel – Nature».
Dort veröffentlicht er unter anderem kurze Dokumentarfilme über Burgen. Diese zeigt er einem scheinbar treuen Publikum – viele seiner Videos haben über 10’000 Aufrufe, über 5000 Nutzer haben den Kanal abonniert.
Dass er mit seinen Videos eine Nische bedient, ist ihm bewusst. Doch das hält ihn nicht davon ab, einen grossen Teil seiner Freizeit in seine Videoprojekte zu investieren.
Die Idee, der Burg Alt-Landeberg ein Video zu widmen, ist Bächi nach seinem zweiten Besuch in Bauma im Jahr 2022 gekommen. Da er bereits über andere Burgen berichtet hatte, hatte er auch einen Draht zur Kantonsarchäologie. Diese unterstützte seine Recherche mit Unterlagen – sein Forschertrieb war geweckt. «Ich wollte die spannende Geschichte hinter der Burg erzählen.»
Und so begab sich Bächi auf Spurensuche. Von den Unterlagen der Kantonsarchäologie ausgehend, fand er immer weitere Details zur Geschichte zur Burg. «Ich kam wirklich von der einen Information zur anderen.»
Zudem interviewte er den Baumer Ortschroniker Walter Ledermann sowie den Historiker Wolfgang Wahl aus Wila. Letzterer hatte im vergangenen Jahr ein Buch über den Industriellen Jakob Wolfensberger veröffentlicht. Er war es, der die Burg in den Fünfzigerjahren erworben hatte und ausgraben liess.

Die Stimme im Film – es ist die von Bächi selbst – erzählt die Geschichte der Burg vom Bau der ersten Burganlage im 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zudem zeigt sie die archäologischen Funde.
Er berichtet davon, dass die Familie der Alt-Landenberger zu den Günstlingen der Habsburger gehörten. Doch der Niedergang kam plötzlich: Im Jahr 1315 starben Rudolf der Zweite und sein Sohn Panthaleon – vermutlich in der Schlacht von Morgarten. «Nach dem Tod der beiden war die Linie der Alt-Landenberger zu Ende», erläutert Chronist Ledermann im Film.

Die Burg wechselte daraufhin mehrmals den Besitzer. Ab dem 16. Jahrhundert wurde sie ihrem Schicksal überlassen und zerfiel. Ihre Steine wurden im 17. Jahrhundert vermutlich für den Bau der Kirche genutzt.
Das Video von Bächi dauert eine knappe Viertelstunde. Wie viele Arbeitsstunden dahinter stecken, kann Bächi nicht abschätzen. «Aufwendig ist vor allem, die einzelnen Elemente zusammenzusetzen, sodass ein runder Film entsteht», erklärt er. «Diese Arbeit regt die grauen Zellen an.»