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Triumph des Quereinsteigers

Dieser Dübendorfer staunt über seinen Gold-Coup

An der Schweizer Meisterschaft im Halbmarathon profilierte sich ein weitgehend Unbekannter und überraschte die Szene: Robin Mennet vom LC Uster.

Es ist vollbracht: Robin Mennet jubelt im Ziel in Locarno.

Foto: Foto Garbani

Dieser Dübendorfer staunt über seinen Gold-Coup

An der Schweizer Meisterschaft im Halbmarathon profilierte sich ein weitgehend Unbekannter und überraschte die Szene: Robin Mennet vom LC Uster.

Robin Mennet hatte gut lachen: Der 24-Jährige gewann an der Halbmarathon-SM in Locarno seine erste Goldmedaille auf nationaler Ebene – und das gleich doppelt. Als schnellster Schweizer sicherte er sich den Titel über die 21,1 km bei der Elite und entschied zusammen mit Seare Weldezghi und Janis Gächter auch die Team-Wertung für sich – respektive den LC Uster.

«Ich wusste, dass ich gute Karten habe, aber dass alles derart perfekt aufgeht, ist nicht selbstverständlich», resümierte Mennet. Sein Fazit: «Mein Rennen hätte besser nicht glücken können.»

Auf der ersten Streckenhälfte machte ihm Klubkollege Weldezghi das Tempo, und er konnte im Rücken des nicht Einzeltitelberechtigten Kräfte schonen. «Ich bin ihm zu grossem Dank verpflichtet», sagte Mennet im Ziel. Aber auch die zweite Hälfte meisterte er auf sich allein gestellt mit Bravour. 1:12 Minuten nach Weldezghi überquerte er nach 1:06:16 Stunden die Ziellinie – und durfte sich als Schnellster mit einem Schweizer Pass als neuer Meister feiern lassen.

Das hatte sich früh abzuzeichnen begonnen: «Ich konnte schon auf den letzten Kilometern geniessen», sagte er und sprach von «einem unglaublichen Gefühl, so vor den Augen der Freundin und der Familie» durch Locarno seinem grössten bisherigen Erfolg entgegenzueilen.

Ein unbeschriebenes Blatt

Robin Mennet ist auch unter Branchenkennern ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Begründet ist dies primär durch seinen Weg. Erst vor drei Jahren und wegen fehlender Perspektiven bei der OL-Elite wechselte er zum Langstreckenlauf. Umso schneller ging es bei ihm aufwärts. Er selber staunt darüber: «Ich bin überrascht, dass ich so schnell so viel schneller laufen kann.»

Ein Vergleich illustriert dies: Bereits vor einem Jahr lief er in Oberriet in 1:07:08 Stunden auf Rang 4 – mit einem Rückstand von 4:44 Minuten auf Meister Matthias Kyburz. Nun blieb er auf einer langsameren Strecke deutlich unter jener Marke.

Aufgewachsen ist Robin Mennet in Rheinfelden. Fürs Studium wechselte er Richtung Zürich – genauer nach Dübendorf. Nach dem Bachelor in Aviatik widmet er sich nun dem Master-Studium in Business Engineering an der ZHAW Winterthur. Und angeschlossen hat er sich dem LC Uster. Im traditionell starken Laufklub geht er aber einen besonderen Weg. Weder Cheftrainer Urs Zenger noch Marco Rancan leiten ihn an, sondern Eric Rüttimann.

Nachbar Rüttimann coacht aus der Ferne

Der frühere Siegesläufer auf der Strasse schloss seine Karriere 2022 mit dem Halbmarathon-Titel (1:07:15) ab. In Dübendorf waren Rüttimann und Mennet einst quasi Nachbarn. Mittlerweile coacht Rüttimann Mennet aus Bern. «Die Pläne funktionieren auch so», sagt der Schützling – und verweist auf ein erstaunliches Detail: «Auf Locarno habe ich mich ohne Intervalltrainings vorbereitet.» Stattdessen bauten Rüttimann und er auf längere Tempoläufe. Rüttimann sagt dazu schmunzelnd: «Ich traf Robin einst im ASVZ-Training, und er ist mir aufgefallen.» Seither funktioniert die Zusammenarbeit, und «Robin ist nun eine junge Version von mir.»

Gross ist die Freude im ganzen LC Uster. Urs Zenger spinnt die Geschichte der Vereinsfamilie weiter und spricht bei Mennet von «einem Enkel». Er spielt darauf an, dass bis vor wenigen Jahren Rüttimann unter ihm lief und nun seine Philosophie weiterentwickelt. Daraus ist etwas am Entstehen, das Zukunft verspricht.


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