Abo

Kultur

Best Talent

Diese Hombrechtikerin ist für die Swiss Music Awards nominiert

Nina Valotti hat sich als Support-Act von Hecht, mit einem Song mit Dabu Fantastic und ihrem Debütalbum einen Namen in der Schweizer Musikszene gemacht. Nun will sie auf die ganz grosse Bühne.

Nina Valotti bringt frischen Wind in die Schweizer Mundartmusik.

Foto: PD

Diese Hombrechtikerin ist für die Swiss Music Awards nominiert

Best Talent

Nina Valotti hat sich als Support-Act von Hecht, mit einem Song mit Dabu Fantastic und ihrem Debütalbum einen Namen in der Schweizer Musikszene gemacht. Nun will sie auf die ganz grosse Bühne.

«Mundart-Pop mit Herz und Ecken»: So beschreibt Nina Valotti ihre Musik. Seit der Veröffentlichung ihres Albums «Fang nomal a» im letzten Mai ist viel passiert. Neben etlichen Stunden im Studio spielte die Sängerin über 40 Konzerte. Ein Aufwand, der nun nationale Anerkennung findet. Sie ist als «Best Talent» an den Swiss Music Awards nominiert.

Angefangen hat ihre Karriere fernab von Blitzlichtgewittern und Grossstadtleben. Nina Valotti ist im beschaulichen Hombrechtikon aufgewachsen und fand dort ihre Leidenschaft für Musik. «Für mich war es eine Art Berufung», erklärt sie. Bereits in der Primarschule ging sie in den Gitarrenunterricht, in der Sekundarschule ermutigte ihr Musiklehrer Markus Hertig sie dazu, Gesangsstunden zu nehmen.

Nach dem Gymnasium in Stadelhofen zog Valotti schliesslich nach Zürich. «In der Stadt ist jeder Tag anders. Manchmal brauche ich dieses Chaos», erläutert sie. Gleichzeitig ankert sie die Ruhe von ihrem Heimatdorf. «Zum Glück habe ich beides in mir», meint die Sängerin schmunzelnd.

Der Albumtitel ist Programm

Schon als Jugendliche war Valotti Teil verschiedener Bands, schrieb erste Songs und sammelte jahrelange Bühnenerfahrung. Dennoch habe sich lange das Gefühl gehalten, «dass es nicht ganz das ist, was ich machen möchte». So beschloss sie während der Pandemie, dass es eine «radikale Veränderung» braucht.

Als Solokünstlerin wollte sich die heute 30-Jährige musikalisch, aber auch technisch weiterentwickeln. Gemeinsam mit ihrem «kreativen Sparringspartner» Luca Burkhalter schrieb sie nicht nur die Songs für ihr Debütalbum, sondern produzierte diese auch selbst.

«Ich mache jetzt Musik, die 100 Prozent von mir ist», erklärt Valotti. Das spüre sie auch auf der Bühne. «Es ist, als ob ich eine andere Sprache spreche und die Leute mich plötzlich verstehen.» Daher sei es viel natürlicher und leichter, ihre Songs zu verbreiten.

Das Album «Fang nomal a» steht sinnbildlich für ihren eigenen Wiederanfang mit der Musik. In klaren, teils rauen Mundartsongs erzählt sie von Selbstzweifeln, Umwegen und dem Mut, trotzdem weiterzugehen: «Ich möchte Texte schreiben, als ob ich meiner besten Freundin erzähle, wie es mir geht.»

Mit ihrer sanften Stimme, eingängigen Melodien, markanter Gitarre und dezenten elektronischen Elementen schafft sie Musik, die genau das erreicht – wenn auch manchmal mit einem charmanten Augenzwinkern.

Dazu gehört auch, dass Valotti auf Schweizerdeutsch schreibt. «Ich weiss, dass mein Publikum die Texte versteht», gerade dadurch brauche es Überwindung, so persönliche Lieder zu spielen. «Früher dachte ich, es sei cooler, englische Musik zu machen», erklärt sie. «Aber Mundart ist viel näher und intimer und löst dadurch mehr aus.»

Nationale Aufmerksamkeit

2025 wird für Nina Valotti zum Schlüsseljahr: Nach der Veröffentlichung ihres Albums stand sie im Sommer auf zahlreichen Festivalbühnen. Zudem wurde sie im Juli «SRF 3 Best Talent» und kollaborierte mit Dabu Fantastic an einer italienischen Version seines Songs «Ciao Baby, Ciao».

Im Herbst folgte eine Solo-Tour zu ihrem Debütalbum – inklusive Plattentaufe am 15. November. «Es war ein unbeschreibliches Gefühl, meine Platte das erste Mal in der Hand zu halten», schwärmt sie.

Auch als Support-Act auf der Tour von Hecht sammelte sie wertvolle Erfahrungen auf noch grösseren Bühnen. Trotz Nervosität habe sie die Herausforderung genossen. «Ich dachte mir jeweils: Das Publikum weiss es noch nicht, aber in einer halben Stunde werden sie alle Nina-Valotti-Fans sein.»

Die Nomination als «Best Talent» an den Swiss Music Awards kam für Nina Valotti überraschend. «Ich habe nicht damit gerechnet, aber es ist eine grosse Bestätigung für meine Musik», sagt sie. Mit der Auszeichnung sind auch Fördergelder verbunden, die jungen Artists neue Produktionen ermöglichen – ein wichtiger Faktor, insbesondere für noch unbekanntere Musikschaffende.

Doch mit der Aufmerksamkeit durch die Nomination kommen auch Erwartungen. Insbesondere vor Beginn der Abstimmungsphase spürte die Musikerin den Druck. «Ich fühlte mich teils allein – gerade weil ich bei Livekonzerten keine Band im Rücken habe», sagt sie offen. Sie sei eine Person, die oft zweifle: «Irgendwo gibt es immer eine Angst oder Unsicherheiten bezüglich meiner Musik.»

Dennoch sei die aktuelle Phase vor allem eines: bestärkend. «Ich weiss, ich bin gut unterwegs. Selbst wenn ich den Preis nicht bekomme – ich könnte gar nicht anders, als meine Musik weiterzutragen.» Die nächsten Projekte stehen daher schon an: Eine neue Single ist in Arbeit, im Herbst könnte zudem eine weitere EP folgen.

Die Swiss Music Awards finden am 19. März im Hallenstadion Zürich statt. Noch bis zum 22. Februar läuft die Voting-Phase, in der Fans online für ihre Favoriten abstimmen können. Auf Basis dieser Stimmen werden die Awards vergeben – sie fördern die nationale Musikszene und bieten sowohl etablierten Artists als auch Newcomern eine wichtige Bühne.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.