Diese fünf Elemente sollen den Zeller Dorfkern verschönern
Neuer Dorfplatz
Der Zeller Dorfplatz soll bald in neuem Kleid daherkommen. Am Mittwoch präsentierte die Gemeinde ihre Pläne und lud zur Diskussion. Das sind die fünf wichtigsten geplanten Neuerungen.
Unter dem Titel «Zukunft Dorfplatz Zell – Mitdenken 2» hat die Gemeinde am Mittwochabend ins Zeller Schulhaus eingeladen. Nachdem an der Auftaktveranstaltung Mitte April Ideen für ein neu gestaltetes Dorfzentrum gesammelt worden waren, galt es nun, den daraus erstellten Entwurf zu diskutieren. Rund 30 Personen nahmen am Anlass teil – fast alle waren bereits an der ersten Veranstaltung dabei.
Neben Gemeinderätin und Werkvorsteherin Susanne Stahl (SP) führten Cornelia Alb und Angela Birrer vom Gemeindeentwicklungsbüro Albprojekte durch den Abend. Den Entwurf für den neu gestalteten Zeller Dorfplatz erarbeitete der Landschaftsarchitekt Alexander Heinrich aus Winterthur.
1. Öffnung des Zellerbachs
An der ersten Veranstaltung zum Thema äusserten sich einige Zeller kritisch zur geplanten Bachöffnung. Diese wird aber definitiv realisiert. «Es ist vorgeschrieben, dass man das Gewässer gleichzeitig revitalisieren muss, wenn man Hochwasserschutzmassnahmen umsetzt», erklärte Stahl. Man habe alle möglichen Varianten geprüft, und die Bachöffung sei die einzige valable Lösung.

Konkret soll der Zellerbach an zwei Orten an die Oberfläche treten. Von einer Öffnung können die Einwohnerinnen und Einwohner profitieren. Gefächerte Sitzstufen sollen den Höhenunterschied vom Bachbett zum Dorfplatz überwinden. «Wer will, kann hier seine Füsse ins Wasser tauchen», erklärte Heinrich. Das zweite Bachfenster bleibt der Natur vorbehalten.
Im Anschluss an die Präsentation konnten die Zeller die Pläne in Kleingruppen diskutieren. Die Öffnung des Zellerbachs kam dabei mehrheitlich gut weg. In den Gruppen kam zudem das Thema der Landschaftspflege zur Sprache. Es sei ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass die «Oase» auf dem Dorfplatz trotz Wind und Wetter stets gepflegt aussehe.
2. Begegnungszone auf dem Dorfplatz
Um den Dorfplatz zu einer Begegnungszone im wahrsten Sinne des Wortes zu machen, ist vorgesehen, eine Tempo-20-Zone einzuführen. Die Pläne von Alexander Heinrich sehen einen mit Naturstein gepflästerten Platz vor. Die Fahrspur der Stationsstrasse soll dabei mit einer abweichenden Pflästerung markiert werden.
In den Diskussionen war der Wunsch nach einer Ausweitung der 20er-Zone zu vernehmen. Das laufende Projekt beschränkt sich allerdings auf den Perimeter des Dorfplatzes. Susanne Stahl anerkannte den Wunsch nach einer grösseren Begegnungszone.
Einen ersten Zwischenschritt kündigte sie bereits an: «Eine Ausweitung der 30er-Zone bis zum Schulhaus ist in Arbeit und wird kommen» – und erhielt ein bestätigendes Nicken von Gemeindepräsidentin Regula Ehrismann (EVP). Heute endet das Tempo-30-Regime am nördlichen Ende der Stationsstrasse.
Auch der Wunsch nach genügend Platz für Feste wie die Zeller Dorfchilbi floss in die Planung ein. «Es wird weiterhin genügend Platz für Marktstände geben», versicherte der Landschaftsarchitekt. Zudem würden die zusätzlichen Begegnungsorte auch die Feste auf dem Dorfplatz aufwerten.
3. Dorflinde, Sitzmöglichkeiten und Brunnen
Auf den Entwürfen bildet eine Dorflinde, eingefasst von einer Rundbank, das Zentrum des Platzes. Diese soll auf einer Insel zu stehen kommen und durch weitere Bänke ergänzt werden. Der Brunnen, der heute zentral gelegen ist, wird laut den Plänen an den Rand der Dorfwiese verschoben.


Ein Vorschlag, der von einigen Anwesenden Kritik erntete: Der Brunnen sei zentral für den «alten Charme» des Dorfs, den man bewahren wolle. Er solle daher in der Mitte des Platzes verbleiben, hiess es von mehreren Seiten.
Einige Teilnehmer hoben hervor, dass die Kinder den Brunnen zum Planschen nutzen – ein gefährliches Unterfangen, wenn der Brunnen künftig näher an der Strasse platziert ist. Auch der Vorschlag, einen weiteren Brunnen oder eine Trinkwasserpumpe anzuschaffen, erhielt Zuspruch.
4. Spielplatz – und Beiz?
Gleich zu Beginn beerdigte Susanne Stahl den Wunsch nach einem Spielplatz auf dem Dorfplatz. Stattdessen soll dieser aber auf der benachbarten Dorfwiese zu stehen kommen. Diese wurde bereits mehrmals als «öde» bezeichnet. Da der Spielplatz kein Gemeindeprojekt ist, ist dafür der Einsatz von Freiwilligen gefragt.
Simon Hungerbühler, Ricarda Bruppacher und Daniela Lange haben dazu die IG Spielplatz ins Leben gerufen. «Als wir vor drei Jahren nach Zell gezogen sind, hatten wir Mühe, Anschluss zu anderen Familien zu finden», nannte Daniela Lange ihre Beweggründe.
Der Spielplatz solle nicht nur den Kindern zum Austoben, sondern auch als Ort für einen Schwatz unter Eltern dienen. An einer Sprechstunde des Gemeinderats erhielt die IG Zuspruch für ihr Vorhaben. Wer an einer Mitarbeit interessiert war, konnte sich gleich vor Ort in eine Liste eintragen. Gleiches galt für jene, die sich für eine Besenbeiz oder ein Café engagieren wollten – ebenfalls ein viel geäusserter Wunsch, für dessen Erfüllung die Gemeinde auf Freiwillige angewiesen ist.
5. Dorflaterne
In den Plänen fürs neue Dorfzentrum taucht schliesslich eine prominent platzierte «Dorflaterne» auf. «Hier wäre angedacht, eine einzigartig aussehende Laterne zu platzieren, die es so nur in Zell geben soll», erklärte Alexander Heinrich. «Eine, die man anschaut und bei der man direkt weiss, wo man sich befindet.»
Der Vorschlag stiess auf positives Echo. Die Teilnehmer wünschten sich gar mehr als nur eine Leuchte im «Zeller Design». «Vielleicht mit der Schnecke aus dem Wappen auf halber Höhe», schlug Heinrich mit einem Augenzwinkern vor.
So geht es jetzt weiter
Das Feedback der Zeller Bevölkerung wird nun in einem Bericht gesammelt und fliesst dann ins Bauprojekt ein. Dieses koordiniert die Gemeinde mit den Hochwasserschutzmassnahmen am Zellerbach, die nicht im Zentrum liegen.
Ob das Bauprojekt wie vorgesehen bis Ende Jahr vorliegt, ist daher noch nicht klar. Über die Kosten für die Umgestaltung des Dorfplatzes müssen die Bürger dann separat abstimmen.
Gemeinderätin Susanne Stahl ist zufrieden mit dem Ausgang der Veranstaltung. «Wir konnten viel Wichtiges aufnehmen. Es war ideal, dass praktisch alle Teilnehmer schon beim letzten Mal dabei waren.»
Auch Gemeindepräsidentin Regula Ehrismann ist überzeugt vom Nutzen des Anlasses: «Es war wirklich cool, dass diejenigen mitreden konnten, die die Änderung nachher betrifft. Wir haben wertvolles Feedback erhalten, auf das wir allein nie gekommen wären.»