Die Verwandtschaft vom Land
Vogel des Monats
Jeden Monat rücken wir einen heimischen Vogel ins Licht und erzählen von seinem Lebensraum, seinen besonderen Merkmalen und seiner Bedeutung für Mensch und Natur. Im April stellen wir den Feldsperling vor.
Die Autorin Martina Näf ist Feldornithologin aus Effretikon.
Der Feldsperling ist nahe mit dem etwas grösseren Haussperling verwandt. Am besten kann man ihn an dem rein braunen Scheitel (beim Haussperling ist er grau) und dem schwarzen Wangenfleck unterscheiden. Im Gegensatz zum Haussperling sind beim Feldsperling beide Geschlechter gleich gefärbt. Der Verwandte vom Land ist im Allgemeinen etwas scheuer und seltener. Wie es der Name vermuten lässt, zieht er den Dorfrand der Innenstadt vor und wohnt lieber an Waldrändern, in Obstgärten oder Kleingartenanlagen.
Feldsperlinge gehen meist eine lebenslange Partnerschaft ein. Sie sind allgemein treue Seelen. Haben sie einmal den idealen Ort mit einem geeigneten Zuhause gefunden, nutzen sie diesen über viele Jahre.
Als Höhlenbrüter bevorzugen sie Baumhöhlen, Mauerspalten oder andere höhlenartige Strukturen, sie nehmen aber auch gerne Nistkästen an. Die Höhle wird jeweils mit Stroh und Gräsern gefüllt. Damit es die Jungen gemütlich haben, wird das Nest zusätzlich mit Federn ausgepolstert. Da sie gerne in lockeren Kolonien brüten, gibt es neben den Meisenkästen auch spezielle Nistkästen für Spatzen mit mehreren abgetrennten, nebeneinanderliegenden Wohneinheiten. Die Bruthöhle wird neben der Aufzucht der Jungen in kalten Nächten auch als Schlafplatz genutzt. Damit es noch wärmer wird, kuscheln sich oft mehrere Individuen in einem Nest zusammen.

Die Feldspatzen, wie sie auch genannt werden, haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten, sie beanspruchen kein eigenes Revier, schliessen sich gerne in lockeren Trupps zusammen, um gemeinsam nach Futter zu suchen und um besser vor Feinden geschützt zu sein. In Gärten freuen sie sich über Brennnessel-, Beifuss-, Knöterich- und weitere Wildpflanzensamen. Für die Aufzucht der Jungen sind sie auf Insekten und deren Larven angewiesen, die einen hohen Proteingehalt haben und somit gut für ein optimales Wachstum geeignet sind.
Ein Platz für den Spatz
Sperlinge lieben es, ein Sandbad zu nehmen, um Parasiten loszuwerden. Dazu eine Schale mit Sand füllen und an einen sonnigen, trockenen und katzensicheren Ort stellen. Im Boden der Schale braucht es ein paar Löcher, damit Regenwasser abfliessen kann. Den Sand sollte man alle paar Wochen austauschen. So lassen sich die Spatzen direkt vor dem Fenster beobachten.
Steckbrief Feldsperling (Passer montanus)
Merkmale: brauner Scheitel, schwarzer Wangenfleck, weisses Halsband, Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt
Spannweite: 21 Zentimeter
Nahrung: Samen von Wildkräutern und Gräsern, während der Brutzeit Insekten und Larven
Brutort: Baumhöhlen, Nistkästen oder Mauernischen
Brut: 2 oder 3 Jahresbruten, 4 bis 6 Eier
Bei uns: ganzjährig
Zugverhalten: Standvogel
Lebensraum: Stadtränder, Kulturland, Obstgärten
Gesang/Ruf: tschilpender Ruf, ähnlich wie der Haussperling (mn)