«Die Verstorbenen sprechen zu mir»
Chantal Funk ist ein Medium und sagt, sie könne Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen. Sie erzählt, wie das funktioniert und wie sie das beweisen kann – oder vielmehr, warum es gar keinen Beweis braucht.
Chantal Funk kann mit Verstorbenen sprechen – so sagt es das Medium zumindest. Sie unterstützt interessierte Klientinnen und Klienten seit über zwei Jahren dabei, Verbindung zu Verwandten aufzubauen, die nicht mehr unter den Lebenden weilen. Dabei klärt sie offene Fragen oder fragt die Verstorbenen um Rat. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Sarah Ziegenhagen hat sie einen Raum in Uster und bietet regelmässig Veranstaltungen rund um das Thema an.
Neben dem «Kontakt ins Jenseits» bietet Funk im Rahmen ihrer Arbeit auch Aura-Readings, Healings und Hypnose an. Damit deckt sie ein breites Spektrum von spirituellen Therapiemöglichkeiten ab.
Dieser Aufgabe geht die 45-Jährige neben ihrem Hauptberuf nach. Die dreifache Mutter arbeitet als Klassenassistenz und Schwimmlehrerin
Sie können also mit Geistern sprechen. Wie kann ich mir das vorstellen?
Chantal Funk: Ja, ich kann Verbindung zu Verstorbenen aufnehmen. Es kommen Klientinnen und Klienten zu mir, die in Trauer sind oder konkrete Fragen oder Anliegen haben, welche zu Lebzeiten nicht geklärt werden konnten. Ich helfe ihnen dabei, diese Fragen mit ihren beigesetzten Verwandten oder anderen Verstorbenen zu klären.
Was sind das für Fragen?
Das ist ganz unterschiedlich. Beispielsweise, ob die verstorbene Person noch böse ist wegen eines Vorfalls, ob es in Ordnung ist, das Haus zu verkaufen, oder was die verstorbene Mutter vom Partner hält.
Und Sie nehmen dann Kontakt auf. So, wie bei einem Telefonanruf?
Im weitesten Sinne etwa so. In der dreijährigen Ausbildung bei Pascal Voggenhuber und weiteren Medien habe ich gelernt, mittels Meditation und meiner Gedanken Verbindung zu Verstorbenen aufzubauen. Sie sprechen dann zu mir – auf unterschiedliche Weise. Mit Worten, Bildern, Gerüchen oder Gefühlen, die ich entsprechend der Sinne erlebe. So rieche ich sogar manchmal etwas.
Sind die Antworten stets positiv?
Meistens ja. Negativität ist ein irdisches Konzept – Boshaftigkeit, Negativität oder schlechte Gefühle und Gedanken sind in der Welt der Seelen inexistent.
Aber dann geben die Geister ja prinzipiell immer die Antwort, die Ihre Klienten hören wollen.
Kurz gesagt: oft. Die Antworten sind nie boshaft, aber natürlich kann es sein, dass eine verstorbene Mutter mir zeigt, die Tochter solle den Partner verlassen. Solche Antworten übersetze ich aber abgeschwächt, weil ich nicht so extrem ins Leben von jemandem eingreifen möchte. Ich sage also beispielsweise, dass die Mutter sagt, die Tochter solle sich doch die Beziehung noch mal durch den Kopf gehen lassen, und dass es das Wichtigste ist, dass sie glücklich ist.
Damit geben Sie aber auch eine klare Richtung vor. Haben Sie keine Angst, Fehlentscheidungen zu treffen?
Ich treffe diese Entscheidungen nicht, ich transferiere nur Antworten auf Fragen, die Klientinnen und Klienten aktiv stellen. Für mich ist die Existenz dieser Seelen genauso eine Wahrheit wie diese, dass Sie vor mir sitzen. Und wer eine Frage stellt, erwartet eine Antwort, oder? Was die Klientinnen und Klienten damit anfangen, ist ihnen überlassen.
Wie trennen Sie die eigene Meinung von den Aussagen der Geister?
Das lernt man in der Ausbildung. Ausserdem kann ich auch klar unterscheiden, was mir in einem Gespräch wie diesem hier gesagt wird und was ich denke. Da ich diese Seelen genauso präsent spüre, ist das ziemlich dasselbe.
Und was für Beweise gibt es für die Existenz von Geistern?
Wenn ich Kontakt mit Verstorbenen aufnehme, kann ich sie klar beschreiben. Ihre Art und Weise, ihre Sprache, verschiedene Erlebnisse, wie die Kindheit aussah und Ähnliches. Diese Informationen spüre ich entweder, sehe sie oder höre sie manchmal sogar. Es ist erstaunlich, wie genau das teilweise möglich ist. Das wird mir von den Angehörigen dann auch meistens bestätigt.
Meistens?
Manchmal sehe ich im Kontakt mit Verstorbenen beispielsweise drei Kinder und gehe davon aus, dass das die Kinder der verstorbenen Person sind, dabei sind es die Geschwister der Klientin oder des Klienten. Solche Missverständnisse entstehen genauso wie in «normalen» Gesprächen.
Ist das nicht ein bisschen wie mit Horoskopen, es passt letztlich auf alle?
Die Angaben sind sehr konkret – wie typische Redewendungen oder Hobbys. Abgesehen davon kann auch etwas existieren ohne physische Beweise. Was ist beispielsweise mit Religion? Oder Gefühlen? Ich verstehe, dass Menschen skeptisch sind, und das ist ihr gutes Recht. Aber was für den einen so ist, ist für den anderen anders – und das ist okay.
Kritiker sagen, Ihre Arbeit sei Geldmacherei aus der Verzweiflung anderer.
Wenn Sie Meditationsstunden nehmen, gibt Ihnen auch niemand die Bestätigung, dass Sie sich danach besser fühlen, egal, ob Sie bezahlen oder nicht. Ich investiere viel Zeit und Energie in meine Arbeit und muss entsprechend auch von etwas leben – auch wenn es kaum rentiert.
Was ist dann die Motivation, wenn nicht Geld?
Die Freude, mit der geistigen Welt und für sie arbeiten zu dürfen. Zu sehen, dass Leute, die in Trauer sind oder Anliegen haben, sich besser fühlen, nachdem sie bei mir in einer Sitzung waren.
Was sagen Sie jemandem, der das für Humbug hält?
Man darf glauben, was man will. Aber solange es allen damit gut geht, ist das doch ein Gewinn – so oder so.
«Kontakt aus dem Jenseits» – ein Erlebnisabend
Am Samstag findet auf dem Zeughausareal ein Erlebnisabend mit drei Medien, darunter Chantal Funk, statt. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr. Tickets sind für 28 Franken im Vorverkauf erhältlich. Mehr Informationen finden Sie in der Uster-Agenda.