Die letzte Zielflagge ist gefallen
Die Schweizer Supermoto-Meisterschaft begann für einmal recht spät. Nicht zuletzt deshalb, weil das Eröffnungsrennen im freiburgischen Moléson witterungsbedingt abgesagt wurde. Erst Mitte Juni konnten im Hoch-Ybrig die ersten Punkte vergeben werden. Dem Organisationskomitee stand dort Kurt Hürlimann vor. Der gleiche Mann, der auch beim Supermoto Bäretswil die Zügel in der Hand hält. Das heisst aber nicht, dass Hoch-Ybrig ein Ersatz für Bäretswil ist.
Der Grund, weshalb die 14. Ausgabe im Zürcher Oberland die letzte war, liegt im persönlichen Bereich. «Ich habe immer gesagt, dass ich mit 60 aufhören möchte», sagt Kurt Hürlimann. Dieses Alter erreicht er dieses Jahr, da möchte er kürzertreten, auch aus gesundheitlichen Überlegungen.
Die Züriost-Videoumfrage zur letzten Supermoto-Ausgabe in Bäretswil:
Hürlimann organisierte diese Motorradrennen ohne einen Club im Rücken. Als Veranstalter trat jeweils die Motorsport Organisation Bäretswil in Erscheinung, die durch fünf Dorfvereine unterstützt wurde. Der Cross Club Zürcher Oberland sorgte für die Streckensicherung. So kann Hürlimann sagen: «Es war eine schöne Zeit. Ich habe interessante Leute kennengelernt. Und es kam immer ein Dank zurück.»
Positiv fällt auch Hürlimanns letzte Bilanz aus: «Erfreulich viele Leute säumten die Strecke, das Wetter war gut und es gab kaum schwere Unfälle.» Der Rega-Helikopter am Samstag sei wegen eines Zuschauers gekommen, der ein medizinisches Problem hatte.
Tschümperlin auf dem Podest
Die Kategorie Prestige, die oberste Liga im Schweizer Supermoto, liess gegenüber dem Vorjahr Federn. Von den Top 10 ist die Hälfte nicht mehr dabei, darunter der mehrfache Schweizer Meister Philippe Dupasquier und das Urgestein Daniel Müller. Auch Kevin Tschümperlin, der letztes Jahr das Podest um nur zwei Punkte verfehlte, bestreitet die Meisterschaft nicht. Er will seine Verletzungen auskurieren.
Einen Start in Bäretswil wollte sich der Hadliker aber nicht entgehen lassen. Gegen den Vorsaison-Vizemeister Jannik Hintz war er allerdings machtlos. Der Deutsche gewann wie schon in Hoch Ybrig alle drei Läufe. Aber im Kampf um Platz zwei konnte «Tschümpi» ein gewichtiges Wort mitreden.
«Ich bin zufrieden. Mir fehlten vor allem die Meter auf dem Töff. Damit habe ich nicht trainiert.»
Kevin Tschümperlin, Prestige-Fahrer aus Hadlikon
Nach einem 2. Platz im ersten Lauf machte Aufsteiger Yannick Bärtschi aus Meisterschwanden aber Druck und verwies ihn auf den Rang 3. «Ich bin zufrieden. Mir fehlten vor allem die Meter auf dem Töff. Damit habe ich nicht trainiert», so Tschümperlins Fazit. Ob er nächste Saison wieder einsteigen wird, lässt er im Moment noch offen.
Der zweite Oberländer im Feld, Alex Zanetta aus Tann, belegte den 19. Rang. Anwesend war auch Stephan Züger. Allerdings nicht auf der Piste. Beim Eröffnungsrennen, das er auf dem 2. Platz abgeschlossen hatte, zog er sich beim Touchieren der Abschrankung einen Schlüsselbeinbruch zu. Dennoch bestritt er letzte Woche das Rennen in Lignières und wurde – wie er selbst sagt – sensationeller Sechster.
«Gerne wäre ich gestartet, aber die Schmerzen sind zu gross», sagte der Walder, der am Montag operiert wird. Auf die zweite Saisonhälfte möchte Züger wieder fit sein. Erklärtes Ziel ist es, in Frauenfeld Mitte August wieder mitzumischen.
Forrer knapp daneben
Auf Podestkurs war in der Kategorie Quad der Gossauer Rolf Forrer, dank den Laufrängen 2 und 4. «Hier ist das Überholen schwierig, man muss auf einen Fehler der Gegner hoffen.» Leider passierte dieser Fehler dann dem Oberländer, der in der dritten Runde des abschliessenden Laufes von Platz drei weit zurückfiel.
Er begeisterte danach das Publikum mit seiner wilden Aufholjagd, die ihn noch auf den 6. Platz brachte. Das reichte knapp nicht, ein Punkt fehlte für einen Podestplatz.
Gegen Cédric Zbinden (Schwarzenburg) war in Bäretswil kein Kraut gewachsen, er holte sich das Punktemaximum. Neben ihm auf dem Podest standen Douglas Pegaz (Frankreich) und Roman Tobler (Riedt bei Erlen).
Auch die Senioren hatten einen Dominator. Ruedi Herger aus Strengelbach gewann alle Läufe. Ähnlich wie Tschümperlin zog sich auch Roman «Bö» Bosshard aus Nänikon vom aktiven Sport zurück, wollte aber so quasi vor der Haustür nochmals antreten. Er erreichte den 12. Platz. Der Turbenthaler Rolf Bertschinger klassierte sich im 17. Rang.
Die zweitschnellste Klasse, Challenge geheissen, wurde eine Beute von Manuel Kuhn aus Wängi mit ebenfalls drei Laufsiegen. Fabrice Reichlin (Steinerberg) und Patrick Schuppisser (Oberschneit/MC Wila) komplettierten das Podest.
Die Ränge der Oberländer: 13. Marco Prem (Ottikon), 16. Samuel Widmer (Wald), 18. Beni Kühne (Wald), 21. Daniel Eicher (Wald), 24. Luca Prem (Ottikon), 25. Marco Reust (Fehraltorf).
In der Kategorie Promo schafften es zwei Fahrer aus der Region auf das Podest. Hinter Sieger Kevin Kepold aus Österreich belegten Philipp Kuriger aus Egg und Daniel Güntensperger aus Jona die nächsten Plätze.