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Die Konkurrenz schwächelt – das ist der perfekte Zeitpunkt für Pfäffikon

Der FC Pfäffikon reitet in der Drittliga-Gruppe 6 derzeit auf einer Erfolgswelle – und ist damit ein ernsthafter Aufstiegskandidat.

Jubel bei den Spielern des FC Pfäffikon: Der 1:0-Erfolg über die Ustermer Reserven war der bereits fünfte Sieg in Serie.

Foto: Christian Merz

Die Konkurrenz schwächelt – das ist der perfekte Zeitpunkt für Pfäffikon

Formstarke Oberländer

Der FC Pfäffikon reitet in der Drittliga-Gruppe 6 derzeit auf einer Erfolgswelle – und ist damit ein ernsthafter Aufstiegskandidat.

Nein. So direkt vom Aufstieg wird beim FC Pfäffikon nicht geredet. Zumindest öffentlich. «Wir haben ihn uns nicht auf die Fahne geschrieben», sagt Lorenzo Gandossi, Leiter Aktive beim Drittliga-Verein. Man wolle so lange wie möglich vorne mitspielen, lässt er lediglich verlauten.

Beim FCP klingt es damit etwa gleich wie beim Rest der Oberländer Konkurrenz an der Spitze der Gruppe 6. Die ganz grossen Kampfansagen sind nämlich auch in Wald, Rüti oder Wetzikon nicht auszumachen.

Und doch sprechen einige Faktoren für einen Aufsteiger aus Pfäffikon. Da ist der 1:0-Auswärtssieg vom Sonntag gegen Uster 2. Auch wenn dieser – wie so oft – wenig spektakulär ausfällt. Die bisher 27 erzielten Tore sind höchstens Liga-Durchschnitt.

Spitze sind die Pfäffiker dafür in der Defensive – mit bis anhin nur 14 Gegentreffern. Kein Nachteil ist zudem, dass sämtliche Direktkonkurrenten im Kampf um den Aufstieg in diesem Frühling noch auf dem Barzloo antreten müssen.

In der Partie gegen Uster ist Siro Wolfer mit einem frühen Tor der Matchwinner. Hinterher kontrolliert der FCP weitgehend die Partie. Mehr ist auch nicht nötig. Es ist jahresübergreifend der bereits fünfte Erfolg in Serie. Die Pfäffiker liegen damit nur noch einen Punkt hinter dem derzeit schwächelnden Leader Wald.

Dazu kommt: Der FCP hat mit Abstand die wenigsten Strafpunkte der Spitzenteams. Diese entscheiden, wenn zum Ende der Saison mehrere Teams an der Spitze auf gleicher Höhe liegen. Die gute Position in der Fairplay-Wertung freut auch Gandossi: «Das hat vor ein paar Jahren noch ganz anders ausgesehen.»

Trifft Wolfer, kommts gut

Weshalb also diese Zurückhaltung? FCP-Funktionär Gandossi nennt den im Sommer vollzogenen Umbruch im Kader. Wir haben viele Junge nachgezogen. Es ist stets schwierig einschätzbar, wie diese dann bei den Aktiven zurechtkommen», findet er.

Tatsächlich starteten die Pfäffiker trotz der Verjüngung gut in die Meisterschaft. Und einer, der sich sogleich besonders hervortat, ist der erwähnte Siro Wolfer. Der 18-Jährige wurde auf diese Saison hin aus den A-Junioren nachgezogen – und hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Im Gegenteil: Wolfer fällt sogleich als regelmässiger Torschütze auf. Bei acht Einsätzen traf er bereits siebenmal.

Der Einbruch erfolgte vielmehr im zweiten Teil der Vorrunde – als der Jungangreifer ausfällt. Gleich drei Niederlagen setzte es da ab, sodass der FCP nur auf Platz 5 überwinterte. Er scheint also wieder eine Meisterschaft hinzulegen wie schon so oft in den letzten Jahren. Immer in der vorderen Tabellenhälfte – aber halt auch nicht ganz vorne.

Rückkehr nach zehn Jahren?

Der Pfäffiker Start in diesem Frühling ist nun aber vielversprechend. Für Gandossi hat der Aufschwung seine Gründe. «Durch das Trainingslager und andere Anlässe ist das Team noch enger zusammengewachsen», ist er überzeugt. Ein grosser Anteil an der Entwicklung hat zudem Trainer Kurt Kobel, mit dem unlängst der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert wurde. «Er hat die nötige Erfahrung für solche Situationen», sagt Gandossi.

Pfäffikons Trainer Kurt Kobel
Pfäffikons Trainer Kurt Kobel konnte in seiner Karriere schon mehrere Aufstiege in die 2. Liga feiern.

Kobel weiss, wie Aufsteigen in die 2. Liga geht. Dasselbe Kunststück gelang ihm schon an seinen früheren Wirkungsstätten – in Männedorf (2015/2017) und Meilen (2021). Einzig während seiner Amtszeit bei Herrliberg gelang ihm dieser Coup nicht.

Exakt zehn Jahre ist es her, als die Pfäffiker letztmals in der 2. Liga spielten. Dass der Verein nur schon aufgrund seiner Grösse und Infrastruktur da hinwill, bestätigt Lorenzo Gandossi. Ob die Pfäffiker für diesen Sprung bereit sind, werden die nächsten Wochen aufzeigen. «Wir wollen weiterhin angreifen – und vorne mitspielen», sagt Gandossi. Es klingt zumindest ein bisschen nach Kampfansage an die Konkurrenz.

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