Die C-Juniorinnen des FC Effretikon trainieren für Spanien
Internationales Turnier
Über Ostern geht es für die C-Juniorinnen zu einem Turnier nach Spanien. Und die Spielerinnen wollen vor allem eines: gewinnen. Aber nicht nur den Pokal, sondern auch an Teamgeist.
Sie sind zwischen 13 und 15 Jahre alt und bilden ein Kader von 26 Spielerinnen: die C-Juniorinnen des FC Effretikon. Ein Team, das sich sozusagen neu kennenlernt, denn die aktuelle Konstellation existiert erst seit dem letzten Sommer. Damals sind Spielerinnen der D-Juniorinnen dazugestossen. Zudem umfasst das Kader Spielerinnen, die erst seit wenigen Saisons im Verein sind, aber auch solche, die beinahe ein Jahrzehnt Mitglied im FCE sind.
Vom 3. bis zum 5. April werden die Spielerinnen in Spanien beim Jugendfussballturnier Copa Jordi mitspielen. Das Turnier findet in Blanes, einer Stadt in der katalonischen Provinz Girona, statt – gleich am Meer. Der FCE ist bei den Juniorinnen das einzige Schweizer Team. Die Gegnerinnen sind aus England, Frankreich, den Niederlanden und Dänemark.
«Das ist eine wunderbare Gelegenheit, um gegen internationale Teams anzutreten», sagt Sven Wintsch, Trainer der Jugendlichen. «Schade, ist kein spanisches Team in dieser Altersklasse dabei.»
Gute Erfahrungen mit internationalen Turnieren
Eine Qualifikation war nicht notwendig, lediglich eine Anmeldung. Jedoch musste das Team sich um die Finanzierung kümmern, weswegen es ein Crowdfunding machte. Die Zielsumme von 6000 Franken konnte das Team sogar leicht übertreffen.
Damit – und mit einem Beitrag der Eltern – können die Kosten für den Organisator, für die Administration sowie auch die Flüge der 22 teilnehmenden Spielerinnen gedeckt werden.
Klingt nach einem Riesenaufwand. Aber wozu? Sven Wintsch weiss, dass sich dieser lohnt. Er ist seit 18 Jahren Trainer im Frauenfussball – früher noch beim FC Schwerzenbach, seit zehn Jahren beim FCE. Das aktuelle Team leitet er seit zweieinhalb Jahren. Und in der Vergangenheit hat er bereits gute Erfahrungen mit solchen internationalen Turnieren gemacht. «Beim Fussball lernen sie nicht nur, sich sozial zu entwickeln, sondern auch, als Team zu agieren», sagt Wintsch.
Erfahrung, Teamgeist und vielleicht ein Pokal
Denn Teamgeist sei das A und O, betont er. Ein Pokal sei darum sekundär. Vorerst geht es um die Erfahrung, die die Spielerinnen bei einem solchen Turnier sammeln. «Doch wir wollen die anderen Teams maximal fordern und sie an ihre Grenzen bringen.»
Den Spielerinnen merkt man die Vorfreude an. Dabei geht es nicht nur um das Erlebnis an und für sich, sondern auch darum, was daraus resultieren kann: Zusammenhalt. «Bei diesem Turnier werden wir sicher als Gruppe extrem wachsen, und es wird uns noch mehr zusammenschweissen», sagt Alisha Feierabend. Sie ist Goalie und seit drei Jahren beim FCE.
«Wir werden bessere Spielerinnen werden, da wir auch von der Taktik der anderen Teams dazulernen werden», sagt die 15-jährige Kayla Schmid, Kapitänin der C-Juniorinnen, die schon seit ihrem sechsten Lebensjahr beim FCE spielt.
Siria Raths ist einer der Neulinge beim FCE. Sie ist seit zwei Saisons im Verein. «Vorher habe ich bloss im Garten gespielt, aber Fussball ist meine Leidenschaft, und darum bin ich nun hier», sagt sie. Siria freut sich ebenfalls auf die gemeinsame Zeit, bei der das Team als Einheit über die eigenen Grenzen hinausgeht, gleichzeitig hat sie ein klares Ziel für die Copa Jordi: «Gewinnen, definitiv.»
Nicht mehr nur Spass, sondern auch Leistung
Der Frauenfussball hat neue Dimensionen erreicht, die Zahl der Spielerinnen ist deutlich gestiegen: Der Schweizerische Fussballverband (SFV) verzeichnete im September 2025 Höchstwerte bei den lizenzierten Spielerinnen. Aktuell sind in der Schweiz über 46’000 Spielerinnen registriert. 2020 waren es noch rund 29’000, was einem Anstieg von fast 60 Prozent entspricht. Ein Boom zeigt sich zudem bei den Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen. (mgp)