Die Arbeit, die kein Ende nimmt und immer weitergeht
No öppis …
Der Terminkalender von unserem Redaktor ist proppenvoll. Termin reiht sich an Termin, Aufgabe an Aufgabe. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Als wäre dies nicht genug, kommt noch ein Umzug dazu.
Was ich derzeit am liebsten hätte? Ferien, Wochenende oder einfach frei. Ja, am liebsten würde ich mich ein paar Tage ausklinken und meinen Kopf etwas durchlüften. Ob am Strand oder doch im Tiefschnee im Norden, wäre mir völlig egal.
Wieso? Ein Blick in meinen Kalender und meine To-do-Liste verrät es sofort. Sie sind vollgestopft mit Terminen und Aufgaben. Dass zu alledem auch noch ein Umzug ansteht, macht die Sache nicht besser.
Dementsprechend sieht auch mein Tagesritual aus: aufstehen, zur Arbeit gehen, Kiste packen, Umzug melden, schlafen. Aufstehen, zur Arbeit gehen, Sofa kaufen, Kiste packen, schlafen. Aufstehen, zur Arbeit gehen, Nachmieter suchen, Büro ausmisten, Kiste packen, schlafen. Aufstehen, zur Arbeit gehen, TV-Möbel bestellen, Kiste packen, schlafen. Und es nimmt einfach kein Ende.
Immerhin habe ich den Zenit der mühsamsten Aufgaben im Zügelunterfangen erreicht. Der Grossteil der Wohnungseinrichtung ist verpackt und steht für den Transport bereit. Der grosse Zügeltermin ist zudem bestimmt, helfende Hände sind organisiert, und der Wetterbericht passt. Da kommt schon fast etwas Vorfreude auf.
Doch zu früh gefreut. Denn alles, was ich mit meiner Freundin mühselig Tag für Tag in die Kisten gepackt habe, muss ja wieder ausgepackt werden! Heisst es ja bekanntlich: Vor der Freude ist nach dem Auspacken.
Da löscht es mir gleich wieder ab. Überall nur Arbeit, wohin das Auge reicht. Doch es gibt keine andere Option, also akzeptiere ich mein Schicksal, das auf mich wartet: aufstehen, zur Arbeit gehen, Kiste auspacken, schlafen. Aufstehen … Irgendwie kommt mir das bekannt vor.
Allerdings will ich auch das Positive sehen. Mit jeder Kiste, die sich leert, wird schrittweise eine richtige Wohlfühloase entstehen, die ich meine Wohnung nennen darf. Und auch meine Freude wird wieder grösser. Zumindest so lange, bis ich einen Blick in meinen Kalender werfe.
In unserer Kolumne «No öppis …» machen wir uns Gedanken über die grossen und kleinen Dinge des Lebens – und teilen diese mit Ihnen.