Designermöbel made in Schwerzenbach
Ein etwas heruntergekommenes Industriegebäude an der Ifangstrasse in Schwerzenbach. In einer kleinen Werkstatt im Erdgeschoss liegt ein angenehmer Duft aus gesägtem Holz und Ölen in der Luft. Zwischen einer grossen Fräse und einer Werkbank stehen Olivia und Simon Zogg. Der Raum ist die Wirkstätte des jungen Ehepaars, das vor wenigen Jahren ihr eigenes Inneneinrichtungs-Label « Nuok » gegründet hat. Neben ihnen steht ihr Flaggschiff; die « Plantbox » . Ein Gefäss für Topfpflanzen und andere Gegenstände, das detailreich hergestellt ist. Das eingefärbte Holz mit Gravuren verziert und die Beine schimmern in einem schicken Messing-Look.
Das Produkt sei zu 100 Prozent handgemacht und in der Schweiz produziert, erklärt Simon Zogg. Leim und Holzspähne auf den Arbeitshosen des 31-Jährigen zeugen davon, dass er derjenige ist, der das Holz zusägt, schleift und verleimt. Der gelernte Zimmermann arbeitet seit einigen Jahren auch als selbständiger Schreiner und nebenbei investiert er viel Zeit für das « gemeinsame Herzensprojekt Nuok »
Idee kam beim Umzug
Auch seine Partnerin Olivia geht neben Nuok einer weiteren Tätigkeit nach. Die 30-Jährige arbeitet teilzeit als Social Media Managerin bei einem News-Portal. Ihr berufliches Know How hilft ihr bei der Vermarktung der Produkte von Nuok. Zudem kümmert sie sich um die administrativen Aufgaben.
« Wir beide wussten, dass sie uns die Produkte nicht aus den Händen reissen werden »
Simon Zogg
Die Idee, eigene Möbel zu kreieren sei gemeinsam entstanden, sagt Olivia Zogg. « Beim Einrichten unserer Wohnung in Schwerzenbach hatten wir viele Ideen, fanden jedoch keine Möbel, die unseren spezifischen Wünschen entsprachen. » So sei die Idee entstanden, eigene Produkte zu entwerfen. Dies von Beginn weg unter der Bedingung, dass die Produkte vollständig in der Schweiz und die Materialien aus nachhaltiger Produktion stammen.
Vor knapp einem Jahr gingen die zwei mit der « Plantbox » und weiteren Produkten wie einem Wandspiegel, einem Dokumentenständer und einem Schneidbrett auf den Markt. Doch dieser Schritt sei wie ein Sprung ins kalte Wasser gewesen: « Onlineshops und das Vertriebsbusiness waren absolutes Neuland für uns. » , sagt sie. Erst hätten sie die Preise für die Produkte zu tief angesetzt. « Doch dann sind wir erschrocken, weil wir merkten, dass wir kaum mit Konkurrenzprodukten von vergleichbarer Qualität mithalten können. » Doch diese seien eben meist weder handgemacht, noch in der Schweiz produziert.
«Verdienen fast nichts»
Beide sind sich inzwischen bewusst, dass sie sich preislich unweigerlich in einem höheren Kundensegment bewegen. Eine « Plantbox » kostet zum Beispiel fast 600 Schweizer Franken. Aber Simon Zogg sagt: « Wir beide wussten, dass sie uns die Produkte nicht aus den Händen reissen werden » . Doch Handarbeit habe aus der Schweiz habe seinen Preis und wer diese Qualität schätze, sei auch bereit mehr dafür zu bezahlen.
Olivia Zogg ergänzt: « Zudem freut es uns, wenn unsere Produkte bewusst gekauft werden, schliesslich sind sie langlebig und nicht für einen schnellen Austausch gedacht. »
Seit rund sechs Wochen hätten die Bestellungen aus ihrem eigenen und einem Partner-Onlineshop, der ihre Produkte vertreibt, angezogen, sagt Simon Zogg. Das sei zu einem grossen Teil den Sozialen Medien zu verdanken, welche dafür gesorgt hätten, dass Leute auf die Produkte und das Label aufmerksam wurden. « Wir verdienen am Verkauf unserer Möbel aktuell dennoch fast nichts. »
Doch dies scheint die beiden nicht davor abzuhalten, weiterzumachen. Er habe noch immer viele Ideen, sagt ihr Partner. « Bei jeder neuen Idee würde ich jeweils am liebsten sofort in die Werkstatt rennen und das Skizzierte in Form und Farbe verwandeln. »