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Deshalb zeichnen Männer gerne Riesenpenisse

Deshalb zeichnen Männer gerne Riesenpenisse

Was war in den letzten Tagen die lustigste Meldung in den Medien? Natürlich diese Sache mit dem Frachter, der im Suezkanal stecken blieb. Also genauer gesagt das, was vor der Einfahrt in den Kanal und der Havarie passierte. Da «zeichnete» der Kapitän mit seinem Schiff nämlich einen Mega-Penis ins Meer, wie das Tracking der Fahrt unübersehbar aufzeigt. Und das tat er zugegebenermassen erstaunlichen filigran, wenn man bedenkt, dass er dafür nur einen 400 Meter langen und 224’000 Tonnen schweren «Stift» zur Verfügung hatte.

Das Management versuchte den eh schon angeschlagen Ruf zu retten, indem es darauf bestand, dass die Kurslinie purer Zufall sei. War es natürlich nicht. Denn jeder weiss: Gib einem Jungen etwas Modellierton oder ein wenig Sand, dann wird er daraus früher oder später einen Penis formen. Und auf diesen Fall bezogen: Gib einem Typen einen Riesenfrachter mit einem versicherten Gesamtwert von einer Milliarde Euro – wenn sich die kreative Schaffenskraft nicht mehr zurückhalten lässt, wird auch er damit einen Penis zeichnen.

Der Kapitän der «Ever Given» ist ja auch nicht der erste, der sich einen solchen Spass erlaubt. Besonders Piloten scheint es ein grosses Bedürfnis zu sein, Penisse zu malen. Flugaufzeichnungen zeigen es deutlich: Riesenpenis über Bremen, Riesenpenis über Dresden, Riesenpenis über Orlando, Riesenpenis über Kalifornien. Oder erst kürzlich über der Stadt Neftekamsk  in Zentralrussland, wo zwei Piloten der Fluggesellschaft Pobeda mit ihrer Boeing 737 einen giganischen Phallus malten – und dafür prompt gefeuert wurden. Ärger bekam auch die zwei Piloten der US-Navy, die mit ihrer F-18 – für alle sichtbar – einen Kondensstreifenpenis an den stahlblauen Himmel über dem Bundesstaat Washington zeichneten.

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Wieso tun Männer das? Ist es kindlicher Blödsinn? Eine Art Balzritual? Eine Machtdemonstration gegenüber dem weiblichen Geschlecht? Oder auch einfach nur Imponiergehabe? So stiess ich im Zuge meiner Recherche auf die Geschichte über den Riesenlümmel, den ein paar Typen in der sächsischen Kleinstadt Lößnitz in den Schnee getrampelt hatten. Die Aktion erfüllte einen Stadtrat der SPD offenbar mit Stolz, sagte er doch gegenüber den Medien: «Lößnitz hat den Längsten!»

Doch reichte das als Erklärung? Ich forschte weiter und fand schliesslich in Melbourne, Australien, mehrere Penis-Abbildungen, die es aufgrund ihrer gigantischen Ausmasse durchaus mit den Scharrbildern aufnehmen können, die die mysteriöse Nazca-Kultur in einer Wüste im Süden Perus hinterlassen hat. Diese Bilder, die aufgrund ihrer Grösse nur aus der Luft zu erkennen sind, hatten Archäologen zufolge einen kultischen Hintergrund und dienten dem Volk zur Kommunikation mit ihren Göttern.

Kann man die riesigen Penisbilder demnach als Nachricht an Gott verstehen? Ein infantiler Scherz unter Männern? «Halt, Moment!», höre ich da schon die Feministinnen kreischen, «Gott ist imfall eine Frau, und es ist eine vedammte Sauerei, sie mit einem Dickpic zu belästigen.»

Stimmt schon, es ist nicht anständig, ungefragt Schwanzbilder zu verschicken. Aber ist Gott wirklich eine Frau? Mhhh, ich weiss nicht… Wer das behauptet, sollte sich mal diese Insel im südwestlichen Bereich des Ouvéa-Atolls in Neukaledonien im Pazifik anschauen (Koordinaten: 20°37’34″S 166°18’20″E ) . Was für eine Form hat die? Na? Genau: ein Riesenpenis! Und wer hat die Welt erschaffen? Eben. Hätten wir wenigstens das geklärt: Gott gibt es zwar nicht, aber er ist eindeutig ein Mann.

Thomas Bacher ist überzeugt davon, dass die Welt um ihn herum immer verrückter wird. Seinen Psychiater möchte er damit nicht belästigen, viel lieber schreibt er darüber.

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