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Deshalb steht es so schlecht um die Fischenthaler Verwaltung

Fast eine halbe Million Franken muss die Gemeinde Fischenthal für die Verbesserung ihrer Verwaltung ausgeben. Die Probleme haben sich über Jahre angestaut.

In der Fischenthaler Verwaltung gibt es grosse Mängel. Das hat laut Gemeindepräsidentin Barbara Dillier verschiedene Gründe., So ist zum Beispiel die Software teilweise veraltet und nicht nachgeführt., Um die Mängel zu beheben, müssen auch externe Fachkräfte mithelfen.

Symbolfoto: Unsplash

Deshalb steht es so schlecht um die Fischenthaler Verwaltung

Die Strukturen in der Gemeindeverwaltung Fischenthal genügen den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Deshalb wird sich die Verwaltung in den kommenden Monaten einer umfassenden Reorganisation unterziehen müssen.

Anfang Mai hatte der Bezirksrat Hinwil die Unzulänglichkeiten in der Fischenthaler Verwaltung im Rahmen seiner Visitation bestätigt. Er hat die Behebung der strukturellen Defizite als dringlich erklärt.

Das hat seinen Preis: Der Gemeinderat muss einen Reorganisationsprozess  umsetzen und rechnet dafür mit Kosten von 474’800 Franken. Diese gebundenen Ausgaben hat er bereits bewilligt.

Strukturen zu schwach für Projekte

Dass es um die Fischenthaler Verwaltung nicht zum Besten bestellt ist, hat der Gemeinderat schon Anfang der Legislatur 2018 festgestellt. «Uns fehlten die Grundlagen für eine strategische Ausrichtung und für eine fundierte Finanz- und Aufgabenplanung», erinnert sich Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos).

Deshalb habe der Gemeinderat der Gemeindeversammlung im Juni 2019 einen Nachtragskredit beantragt, um die Strategieprozesse für die Beschaffung der benötigten Daten und Grundlagen einzuleiten.

«Wir stellten schnell fest, dass umfassendere Anpassungen nötig sind, um die Mängel zu beheben.»
Barbara Dillier (parteilos), Gemeindepräsidentin von Fischenthal

Daraus seien dann diverse Projekte hervorgegangen. «Aber wir mussten feststellen, dass die Strukturen innerhalb der Verwaltung zu schwach waren, um die Projekte effizient umzusetzen.»

Software nicht bewirtschaftet

Als Beispiel nennt die Gemeindepräsidentin die Schnittstellen zwischen den Abteilungen. «Diese weisen Lücken auf, sodass der Datenfluss gehemmt wurde und sich die Projekte verzögerten.»

Daraufhin wurden gemäss Dillier in einem Jahr die einzelnen Abteilungen durchleuchtet und erste Massnahmen im Sommer 2021 eingeleitet. «Wir stellten schnell fest, dass umfassendere Anpassungen nötig sind, um die Mängel zu beheben.»

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Bezirksrat bestätigt Mängel

Die Gemeinde Fischenthal hat einen Rüffel vom Bezirksrat kassiert. Beitrag in Merkliste speichern Diese sind vielschichtig. Sie reichen von den organisatorischen Abläufen bis zur eingesetzten Technologie. «Die Verwaltungsabteilungen arbeiten mit spezifischen Softwareprogrammen», sagt Dillier.

Zum Teil seien diese nicht genügend bewirtschaftet worden und die personellen Wechsel hätten den Aufbau wichtiger Strukturen erschwert. Beispielsweise sind die Daten im Gebäude- und Wohnregister ungenügend synchronisiert. «Das zu bereinigen ist ausserordentlich aufwendig.»

Teure Fachkräfte

Nun muss der Gemeinderat handeln – und wie vom Bezirksrat vorgesehen bis Ende Jahr seine Verwaltung komplett umkrempeln und neu organisieren. Dillier bezeichnet diesen Zeitplan als sportlich und ambitioniert.

«Wir werden wenn möglich weniger kostenintensive Alternativen prüfen.»
Barbara Dillier

Vieles hänge auch von der Rekrutierung externer Fachkräfte in einem eher ausgetrockneten Arbeitsmarkt ab. «Wir sind aber motiviert und zuversichtlich, die geplanten Schritte umsetzen zu können», betont sie.

Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass die Kosten für die Reorganisation hoch sind. «Insbesondere die durch externe Fachkräfte benötigte Unterstützung ist kostspielig, aber unvermeidbar», sagt Dillier.

Der Massnahmenplan sei aber erst eine Planungsgrundlage. «Wir werden wenn möglich weniger kostenintensive Alternativen prüfen und punktuell auch interne Lösungen suchen.»

Dillier ist überzeugt, dass dieses Geld gut investiert ist – auch für die Bevölkerung. «Eine gut funktionierende Verwaltung ist für eine Gemeinde wichtig.»

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