Der Weg zum «Bachtel 2025» ist frei
« Wenn alles gut läuft, werden wir in vier Jahren unsere Generalversammlung hier oben im total sanierten Restaurant durchführen. » Martin Vögeli, zuständig für die Liegenschaften der Genossenschaft Bachtel-Kulm, zeigte sich am Samstag zuversichtlich, dass das zu schaffen ist. Rund 90 Genossenschafter waren ins Restaurant Bachtel-Kulm marschiert, um mehr über die Fortschritte des grossen Bauvorhabens zu erfahren.
Wieder fünf Giebel
Bis im Sommer 2025 – daher auch der Projektname « Bachtel 2025 » – soll das 1893 erstellte Gebäude umfassend saniert sein. Voraussichtlich 5,8 Millionen Franken sollen investiert werden, damit das Haus äusserlich wieder das Erscheinungsbild wie vor hundert Jahren erhält, im Innern aber modern ausgestattet ist.
Bachtel-Kulm soll im Stil von 1920 aufblühen
11.09.2020

5,8-Millionen-Projekt für Gipfelrestaurant
Zurück in die Zukunft: Das «Bachtel-Kulm» soll bis 2025 komplett saniert werden. Beitrag in Merkliste speichern Vor zwei Monaten nun haben der Kanton und die Gemeinde Hinwil den Vorentscheid zum Vorhaben erteilt. Damit haben sie laut Vögeli die Zustimmung zur Erscheinung, der Höhe, dem Volumen sowie der Nutzung des « Bachtel 2025 » gegeben. Nun wird das detaillierte Bauprojekt für das Haus erstellt, das wie einst wieder mit fünf Giebeln und einem rund 1,5 Meter höheren Dach ausgestattet wird.
Heimatschutz ist dabei
Für den Vorentscheid ins Boot geholt wurde neben diversen Ämtern bereits auch der Heimatschutz, wie der Liegenschaftenverantwortliche erklärte. « Das zeigt, dass wir ein ausgereiftes Projekt haben. » So sei auch sichergestellt, dass von dieser Seite her keine Opposition zu erwarten sei.
Das eigentliche Baugesuch soll etwa im Mai 2022 eingereicht werden. Spätestens ein Jahr später sollte die Bewilligung vorliegen. Darauf würden die Hauptpositionen für die Bauarbeiten vergeben, so dass im Frühling 2024 mit dem Bau begonnen werden könne. Dann pressiert es, weil bis zum Herbst die Hülle fertiggestellt sein müsse. Im Winter dann werde der Innenausbau erfolgen, so dass das Restaurant auf die Sommersaison 2025 bereit stehe.
Zimmer für Gäste oder Personal
Auf Nachfrage aus der Genossenschafterrunde erklärte Vögeli, dass es auch während der Bauzeit ein Provisorium beispielsweise in Form eines Kiosks geben soll, wo sich Besucher verköstigen könnten.
Und zu reden gab auch der vorgesehene Einbau von Hotelzimmern. Viel wichtiger seien doch Personalzimmer, meinte ein Genossenschafter. Präsident Ralph Köchli entgegnete, dass zwar fünf Hüttenzimmer vorgesehen seien. Wie diese schliesslich aber genutzt würden, ob für Gäste oder fürs Personal, sei Sache der Pächterin.
Und Vögeli ergänzte, dass es eine Zimmer-Nachfrage gebe beispielsweise für Hochzeitspaare, die auf dem Bachtel oben feierten, für Rundwanderer oder auch für Sternengucker. « Unser Projekt ist für die nächsten 50 Jahre ausgelegt » , meinte Vögeli. Da sei es wichtig, für mehr Flexibilität und Funktionalität zu sorgen. « Wir alle haben Verantwortung für diesen Berg. Wir müssen dem Bachtel Sorge tragen. »
Neue Genossenschafter
Mit Blick auf die Finanzierung des Grossvorhabens zeigte sich Präsident Köchli erfreut, dass seit der letzten Generalversammlung 63 neue Genossenschafter hätten gewonnen werden können. Nicht nur diese, sondern auch 22 bisherige Mitglieder hätten zusätzliche Anteilsscheine gezeichnet. Die 468 Genossenschafter halten aktuell 1214 Anteilsscheine.
Dank dieses Zuwachses sowie bereits eingegangenen Spenden von 60‘000 Franken – die Pächterin hat etwa einen Teil des wegen Corona erlassenen Pachtzinses gleich auch gespendet – hätten sie jetzt bereits 110‘000 Franken fürs Projekt auf der Seite.
Gemeinden werden angefragt
300‘000 Franken sollen es werden. « Sie alle hier müssen als Multiplikatoren tätig werden und weitere Genossenschafter gewinnen » , rief Stefan Krebs die Anwesenden auf. Er präsidiert die Kommission, die sich der Finanzierung von Bachtel 2025 verschrieben hat. « Aller Anfang ist schwer » , meinte er, zeigte sich aber trotzdem sehr zufrieden, dass bisher schon so viel zusammengekommen sei.
Im November wird er mit den Oberländer Gemeindepräsidentenverbänden zusammensitzen, um diese für das Vorhaben zu gewinnen. Zudem werden demnächst nicht nur die Genossenschafter, sondern auch die 3600 Mitglieder des SAC Bachtel mit einer Informationsbroschüre bedient.
Positive Erfahrung mit Claridenhütte
Im nächsten Jahr sollen dann weitere mögliche öffentliche und private Spender angegangen werden. Insgesamt sollen 2,8 Millionen Franken an Spenden und Sponsoring gesammelt werden. Das restliche Geld will die Genossenschaft zu banküblichen Konditionen fremdfinanzieren.
« Ich schaue dem Ganzen recht positiv entgegen » , meinte Krebs. Und erinnerte an die 2014 nach einem 2,35 Millionen Franken teuren Umbau neu eingeweihte Claridenhütte des SAC Bachtel: « Ich bin dort oben Hüttenwart. Heute, rund sieben Jahre später, sind die Schulden praktisch abgezahlt. »