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Der Grieche geht, der Inder kommt

Ioannis Kapetanidis, der Ebmatinger Grieche verlässt das Dorf im April, um in Zürich sein Restaurant zu eröffnen. Sein Nachfolger ist in Maur kein Unbekannter.

Der Ebmatinger Ioannis Kapetanidis zieht mit seinem Restaurant nach Zürich weiter. , Auf den Griechen wird ein Inder folgen. Er heisst Singh Inderpal und führt in Witikon das Restaurant «Crown of India».

PD

Der Grieche geht, der Inder kommt

Der Umtriebige Grieche Ioannis Kapetanidis hat Maur in seinen elf Jahren als Gastro-Player geprägt: Mit Griechenlandreisen, diversen Anlässen, vor allem aber mit seinem Restaurant «Zum Griech». Seit Januar ist das Lokal in Ebmatingen wegen Umbauarbeiten geschlossen. Nun gibt Kapetanidis bekannt, dass er den Standort in Maur ganz aufgibt. Denn den Maurmer Griechen zieht es in die Stadt.

«Ich will zeigen, dass Griechenland mehr ist als Krise»

20.03.2018

Maurmer Wirt über seine Reisen

Yannis Kapetanidis ist Chefkoch und Besitzer des Restaurants «Zum Griech» in Ebmatingen. Beitrag in Merkliste speichern Ab April wird er in Zürich an der Else-Züblin Strasse 60 neu eröffnen. «Ich habe ein besseres Angebot in Zürich bekommen. Das Gebäude ist grösser, hat einen Garten, einen Eventbereich und ich kann einen bedienten Raucherbereich anbieten.» Besonders freue er sich auch über einen offenen Holzofen, in den die Gäste hineinschauen könnten.

«Ich bin auch ein bisschen traurig, Ebmatingen zu verlassen.»

Ioannis Kapetanidis, Wirt «Zum Griech» 

Der Entscheid habe nichts mit Maur oder Zürich zu tun, der Deal sei einfach eine einmalige Chance für ihn gewesen. Zudem sei nach elf Jahren die Zeit für etwas Neues gekommen. «Ich bin auch ein bisschen traurig, Ebmatingen zu verlassen. Die Anwohner haben mich immer unterstützt und ich bin in dieser Zeit ein richtiger Maurmer geworden.»

Ioannis will die Gemeinde nicht verlieren

Auch wenn der «richtige Maurmer» nach Zürich zieht, will er der Gemeinde erhalten bleiben. Damit die Maurmer nach wie vor in sein Restaurant kommen können, bietet er einen Shuttle-Service für Abendessen an, der ab neun Personen quasi gratis ist. Nur das Benzin müssten die Gäste bezahlen.

«Wenn ein griechisches Restaurant schliesst, ist das immer ein Dämpfer für die Erfolgswelle der griechischen Küche.»

Athi Dailianis, Wirt des «Poseidon» in Uster

Durch den Umzug von Kapetanidis verringert sich auch das Angebot griechischer Gastronomie im Zürcher Oberland. So findet sich der Ustermer Gastronom Athanasios Dailianis, der das «Poseidon» an der Aathalstrasse führt, in einer Monopolstellung in der Region wieder. Über diese freut er sich aber nicht – im Gegenteil: «Wenn ein griechisches Restaurant schliesst, ist das immer ein Dämpfer für die Erfolgswelle der griechischen Küche.»

Was Fussball und Gastronomie gemeinsam haben

Dailianis habe stets guten Kontakt zu Kapetanidis gehabt und schätze ihn. Er glaube zudem nicht, dass man sich an der Konkurrenz orientieren sollte. Um diese Haltung zu erläutern, wählt der Grieche ein Beispiel aus dem Fussball: «Ein Fussballtrainer fragt: ‹ Was soll ich spielen, wenn mein Gegner diese eine Taktik spielt? ‹ Ich antworte ihm: ‹ Es ist egal. Du spielst einfach dein eigenes System. Egal, was er macht, du musst einfach gut sein. › »

So sei das auch in der Gastronomie: «In Uster gab es bis vor etwa elf Jahren einen anderen Griechen mitten im Zentrum. Irgendwann hat der zugemacht. Ich hatte nachher nicht mehr oder weniger Gäste.»

Inder übernimmt Lokal in Maur

Das Lokal an der Zürichstrasse 5 in Ebmatingen übernimmt ab April laut Kapetanidis der Gastronom Singh Inderpal. Der Wirt ist kein Unbekannter in der Gemeinde. Er führte bis anhin das indische Restaurant «Crown of India» im nahen Witikon. Da das Gebäude dort abgerissen und durch Wohnungen ersetzt werde, sei Inderpal froh, nach Ebmatingen ziehen zu können.

«Wir passen sicher gut nach Ebmatingen»

Singh Inderpal, Wirt des «Crown of india»

Er habe sich in Ebmatingen und ganz Maur bereits eine Stammkundschaft aufbauen können. Deshalb ist er positiv, was die Aufnahme im Dorf angeht. «Wir passen sicher gut dorthin», ist Inderpal überzeugt.

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