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Open-Water-Rennen über 10 km

Dem Schwimmer aus Fischenthal glückt das WM-Debüt in der Waschmaschine

Paul Niederberger hat sein erstes WM-Rennen in den Top 20 beendet. Zu schaffen machen ihm in Singapur vor allem zwei Dinge.

Open-Water-Schwimmer Paul Niederberger (vierter von links mit der Nummer 42) erlebte ein kräftezehrendes WM-Debüt.

Fotos: Keystone/Lucie Niederberger

Dem Schwimmer aus Fischenthal glückt das WM-Debüt in der Waschmaschine

Paul Niederberger hat sein erstes WM-Rennen in den Top 20 beendet. Zu schaffen machen ihm in Singapur vor allem zwei Dinge.

Verschmutztes Wasser, Verschiebungen und enorm hohe Temperaturen: An den Schwimm-Weltmeisterschaften in Singapur haben die Open-Water-Wettbewerbe Wellen geworfen. Und den Titelkämpfen einen wackligen Auftakt beschwert. Mittendrin – der junge Fischenthaler Paul Niederberger.

Der 21-Jährige absolvierte am Mittwoch am Palawan Beach seine WM-Feuertaufe. Und meldet nach seinem 19. Platz im Open-Water-Rennen über 10 Kilometer aus der Ferne: «Ich bin megazufrieden mit der Platzierung.»

Die Turbulenzen rund um seine WM-Premiere halten den Langstreckenspezialisten, der seine Open-Water-Karriere erst vor knapp einem Jahr lanciert hatte, nicht davon ab, seine Leistung abzurufen.

Dass das Frauenrennen über 10 km wegen zu schlechter Wasserqualität nicht zum geplanten Zeitpunkt stattfinden kann? Und er aus demselben Grund ebenfalls mit Programmänderungen umgehen muss? Nimmt er wie ein alter Hase zur Kenntnis, mehr aber auch nicht.

Alleine ist besonders hart

Um vier Uhr in der Früh steht Niederberger am Renntag auf. Um per Whatsapp-Nachricht vom um mehrere Stunden nach hinten verschobenen Start zu erfahren. Als es dann endlich zählt, ist der Oberländer bereit. «Am Anfang hatte ich eine gute Position, konnte mit der ersten Gruppe mitgehen.»

Doch die Distanz und die hohen Wassertemperaturen, die nahe am Grenzwert von 31 Grad liegen, fordern ihren Tribut. Sechsmal muss Niederberger dieselbe Strecke zurücklegen. Starke Strömungen, die Wellen und die Hitze in der Luft und im Gewässer machen ihm zusehends zu schaffen. Erschwerend kommt hinzu, dass er nicht mehr in einer Gruppe unterwegs ist, was energiesparend wäre. «Die letzte Runde war unglaublich hart für mich, weil ich alleine geschwommen bin», sagt Niederberger.

Dennoch staunt der Fischenthaler im Ziel. «Ich dachte, ich sei am Ende stärker eingebrochen und es würde nicht mehr für die Top 20 reichen.» Hat es aber. Dass sich Niederberger über eine gelungene WM-Premiere freuen darf, zeigt allein der Umstand, dass er es mit Platz 19 klar ins erste Ranglistendrittel schaffte.

62 Schwimmer werden klassiert. Elf müssen das Rennen aufgeben, darunter Szene-Grössen wie der letztjährige WM-Zweite Marc-Antoine Olivier aus Frankreich. Ein Quintett überschreitet gar die Zeit-Limite.

Von einer Hitzeschlacht ist im Zusammenhang mit dem Männer-Rennen über 10 km die Rede. «Es war unglaublich hart, in diesem heissen Wasser zu schwimmen», sagt Niederberger denn auch.

Sein Eindruck wird geteilt. «Das war wohl das wärmste Wasser, in dem ich je ein Rennen bestritt», sagt etwa der neue Weltmeister Florian Wellbrock. Der Deutsche ist ein überaus erfahrener Freischwimmer.

Und der zweitklassierte Italiener Gregorio Paltrinieri findet schlicht, das Ganze habe sich angefühlt wie in einer Waschmaschine bei 40 Grad.

Der Zeitpunkt des nächsten Waschgangs ist bereits klar: Am Freitag starten Niederberger und Co. zum Rennen über 5 Kilometer.

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