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Unihockey-NLA-Saisonstart

Das Ustermer Hamsterrad dreht sich weiter

Der UHC Uster muss die Abgänge von zwei Teamstützen verkraften – und will sich trotzdem steigern.

Timon Anderegg im Duell mit zwei Zugern: Spieler wie er sollen helfen, die Abgänge von Leistungsträgern zu kompensieren.

Foto: Christian Merz

Das Ustermer Hamsterrad dreht sich weiter

Der UHC Uster muss die Abgänge von zwei Teamstützen verkraften – und will sich trotzdem steigern.

In Zug endete die letzte Saison für den UHC Uster – und in Zug beginnt die neue am Samstag. Ausgerechnet beim Schweizer Meister also. Doch allzu schlechte Erinnerungen haben die Ustermer an die Zuger nicht. Denn auch wenn sie die Playoff-Viertelfinalserie verloren: Die Saison war für sie ein Erfolg. «Wir sind das einzige Team, das Zug in den Playoffs geschlagen hat», sagt Uster-Trainer Simon Meier nicht ohne Stolz.

Zum Fazit gehört für ihn aber auch: Uster war näher dran, als es das 1:4-Schlussresultat in der Serie glauben macht. Zwei Spiele gingen in die Verlängerung – auch jenes zum Abschluss der letzten Saison Ende März. Ihr Ziel, erstmals ein Playoff-Spiel zu gewinnen, hatten die Ustermer im zweiten Spiel der Serie erreicht – nach 60 Minuten notabene.

Das Ziel für die neue Saison formuliert Meier speziell: «Wir möchten nun drei Playoff-Spiele gewinnen.» Es klingt, als würde man sich gerne die Halbfinalqualifikation auf die Fahne schreiben, hätte aber nicht den Mut dazu. Quasi im Vorwärtsgang mit angezogener Handbremse.

Unersetzlicher Schmuki

Was aber wohl ganz vernünftig ist. Denn den Ustermern sind über den Sommer zwei Aushängeschilder abhandengekommen, deren Abgänge den Verein gleichermassen freuen und schmerzen müssen. Verteidiger Pascal Schmuki (21) wechselte zum schwedischen Meister Storvreta IBK, Stürmer Claudio Schmid (23) zum Schweizer Rekordmeister Wiler-Ersigen.

Für die Ausbildungsphilosophie des UHC Uster sind das zwei Erfolgsmeldungen – für das Fanionteam natürlich nicht, zumal Schmid und Schmuki tragende Rollen in der NLA-Equipe innehatten und mit je 28 Punkten die Ränge 3 und 4 in der internen Skorerliste der letzten Saison belegten.

Lassen sich die beiden überhaupt ersetzen? Im Fall von Schmuki ist die Antwort klar: nein, jedenfalls nicht im Fall des UHC Uster. «Da hätten wir einen Top-Schweden verpflichten müssen, und das ist völlig illusorisch», sagt Meier. Im Fall von Schmid hingegen kann man es sich einfach machen: Albert Koskinen ging den umgekehrten Weg von Wiler-Ersigen zu Uster – der 28-jährige Finne erzielte letzte Saison 31 Skorerpunkte, also drei mehr als Schmid. Zumindest auf dem Papier ist er also ein valabler Ersatz – auch wenn Meier keinen Hehl daraus macht, dass er lieber weiter mit Schmid zusammengearbeitet hätte.

Jetzt sind die Nächsten dran

Doch es ist, wie es ist: Selber gute Spieler auszubilden, ist das eine, sie aber auch im Klub halten zu können, ist eine ganz andere Herausforderung. Und um Abgänge zu kompensieren, setzt Uster eben wiederum darauf, eigene Leute nachzuziehen – das ist nicht neu, so funktioniert das System in Uster. Das Hamsterrad dreht sich weiter.

«Wir müssen darauf bauen, dass ein Timo Anderegg, ein Loris Murer und ein Jhonan Meier den nächsten Schritt machen», sagt Coach Meier. Das Trio ist noch keine 20 Jahre alt, hat aber schon eine respektive drei (Anderegg) Saisons NLA-Erfahrung gesammelt.

Resultatmässig den nächsten Schritt zu machen und eben einmal eine Playoff-Halbfinalqualifikation anzustreben, das ist nicht nur wegen der beiden abgewanderten Identifikationsfiguren hoch gegriffen. «Ich glaube trotzdem, dass es möglich ist, auch resultatmässig vorwärtszukommen», sagt Meier.

Tatsache ist aber auch, dass die Ustermer letzte Saison den Playoff-Einzug erst in der zweitletzten Runde sicherstellten. Ein Selbstläufer wird es auch heuer nicht. «Wir müssen uns das hart erarbeiten und auf hohem Level spielen, damit das klappt», sagt Meier. Und doch hat er unterdessen daran Gefallen gefunden, nicht nur die Entwicklung des Teams in den Vordergrund zu stellen. Er könnte auch einfach die Playoffs als Ziel anpeilen. «Doch das wollen ja wohl zwölf von zwölf Teams.»


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