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Gesellschaft

Das Tibet-Restaurant Zambale zieht in die Höhe

Das Tibet-Restaurant Zambale zieht aus dem Zentrum Uster in die Forch.

Der Tibeter Tenba Sagangtsang ist mit seinem Restaurant «Zambale» in die Forch umgezogen.

Foto: Matthias Müller

Das Tibet-Restaurant Zambale zieht in die Höhe

Von Uster in die Forch

Jahrelang hat Tenba Sagangtsang sein Lokal beim Bahnhof Uster betrieben. Weil das Haus bald abgerissen wird, zieht er nun an eine geschichsträchtige Adresse um: den Gasthof Krone in der Forch.

Tenba Sagangtsang steht im Gasthof Krone in der Forch inmitten von sauber gedeckten Tischen und lächelt freundlich. Dann sagt er: «Es tut schon ein wenig weh, Uster verlassen zu müssen. Wir hatten eine gute Zeit dort, viel Laufkundschaft aber auch ganz viele treue Gäste. Ich hoffe, sie kommen mich hier einmal besuchen.»

Man mag dem Tibeter den Anflug von Wehmut nachsehen. Sieben Jahre lang hatte er sein Restaurant «Zambale Asian Kitchen» direkt vis-à-vis des Bahnhofs Uster geführt.

An dieser zentralen Lage konnte er sich mit der tibetischen Küche und ihren äusserst populären Momos-Teigtaschen schnell etablieren und einen Namen machen. 2021 expandierte Sagangtsang gar kurzzeitig nach Wetzikon.

Weil das Haus an der Bankstrasse 11 nun einem Neubau weichen muss, ist die Zeit des Restaurants Ende 2022 abgelaufen.

Auf der Suche nach einem alternativen Standort ist Sagangtsang in der Forch fündig geworden. Die Gemeinde Küsnacht als Besitzerin des Gasthofs hat ihm die Pacht für drei Jahre zur Zwischennutzung übertragen. Die Wiedereröffnung ist für den 23. Februar avisiert.

Die Herausforderung, das weiss Sagangtsang, ist beträchtlich. Zwischen der Bankstrasse in Uster und dem Kronenweg auf dem Pfannenstil liegen zwar nicht einmal zehn Auto-Kilometer. Dennoch trennen die beiden Orte Welten.

70 Prozent tibetisch, 30 Prozent schweizerisch

Der Gasthof Krone liegt in einer Ausflugsregion, hier besteht die Laufkundschaft nicht aus Pendlerinnen und Pendler, sondern aus Wanderinnen und Spaziergänger. Dementsprechend will Sagangtsang die Speisekarte verbreitern. «70 Prozent des Angebots soll tibetisch und asiatisch sein, 30 Prozent schweizerisch», erklärt er.

Auch in den Dimensionen ist die Krone eine ganz andere Hausnummer. Das grosse, imposante Haus, das 1783 als Postkutschenstation erbaut worden war, verfügt über eine grosse Terrasse, zwei Stöcke mit zwei Speisesälen und einem Bankettsaal.

Am Interieur möchte der neue Pächter wenig ändern und so den alten Charme bewahren. Sogar das Portrait von General Henri Guisan, das schon bei seinen Vorgängern von der Wand gegrüsst hatte, soll bleiben. «Das muss sein», sagt er. «Immerhin führt hier doch die General-Guisan-Strasse hin.»

Bild von General Guisan im Gasthof Krone in der Forch, der neue vom Tibeter Tenba Sagangtsang betrieben wird.
Schweizer Tradition im tibetischen Restaurant: das Portraitbild von General Guisan bleibt.

Welch grosses historisches Gewicht die Liegenschaft hat, zeigt der Umstand, dass die Gemeinde Küsnacht sie für 5,6 Millionen sanieren will. Einzig, dass die Gemeindeversammlung im Sommer den dazu nötigen Kredit mit nun einer einzigen Stimme Mehrheit verweigerte, hat den Einzug von Tenban Sagangtsang möglich gemacht.

Darüber dürfte sich dieser bei der Bewerbung kaum Gedanken gemacht haben. Stattdessen standen strategische Faktoren im Vordergrund. Für den Heimliefer-Service etwa, bei dem das «Zambale» auf eine treue Kundschaft im Oberland zählen kann, ist der Gasthof dank der unmittelbar anliegenden Forchautobahn gut gelegen.

Ausserdem will er während sechs Tagen die Woche von morgens bis abends öffnen, um die Ausflugskundschaft zu bedienen und eine neue, lokale Stammkundschaft aufzubauen. Er weiss: Mit einem guten Angebot und einem guten Service ist hier durchaus was zu holen. Und sowieso: «In Uster habe ich es auch geschafft.»

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