Das sagen die Schulgemeinden aus Wila zur möglichen Grossfusion
Turbenthal bringt Schulfusion aufs Parkett
Einheitsgemeinde Turbenthal oder doch lieber eine Schulfusion mit Wila? Die Turbenthaler stellen die Weichen im März. In der Nachbargemeinde zeigt man sich offen.
Am vergangenen Sonntag hätte in Turbenthal die Grundsatzabstimmung zur Einheitsgemeinde stattfinden sollen. Doch sie musste kurzfristig verschoben werden. Denn die Primarschulgemeinde Turbenthal brachte Ende September einen neuen Vorschlag ins Feld: eine gemeinsame Schulgemeinde Turbenthal-Wila, eine Kreisschule Mittleres Tösstal.
Für Ueli Laib (parteilos), den Präsidenten der Primarschule Turbenthal, bietet dieser Vorschlag zahlreiche Vorteile: «Wir glauben, dass die künftigen Herausforderungen für die Volksschule idealerweise mit einer grösseren Schule gelöst werden könnten.» Dies hat er bereits im Sommer verlauten lassen.
Der Gemeinderat hingegen hat sich die Bildung einer Einheitsgemeinde als Legislaturziel gesetzt. «Wir wollen diesen Weg gehen», hat Gemeindepräsident René Gubler (FDP) nach der Verschiebung der Abstimmung betont. In einer Einheitsgemeinde würden die Schulgemeinden in die Politische Gemeinde integriert.
Prüfung von Synergien
Wie die Turbenthalerinnen und Turbenthaler im Grundsatz zur Einheitsgemeinde und zur Schulfusion mit Wila stehen, wird sich in der Abstimmung im März weisen. Wollen sie den Vorschlag zur Bildung einer Schulgemeinde Turbenthal-Wila weiterverfolgen, müssten dann auch die beiden Wilemer Schulgemeinden involviert werden.
Dazu sind sie im Grundsatz bereit: «Nimmt Turbenthal die Vorlage zur Prüfung einer Kreisschule Mittleres Tösstal an, stehen wir einer Auseinandersetzung mit der Thematik offen gegenüber», schreiben Primarschulpräsidentin Sandra Siepmann und Josua Spörri (beide parteilos), der Präsident der Sekundarschulgemeinde, in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Aktuell haben sie aber andere Ziele: «Die Primar- und Sekundarschule Wila legen den Fokus der laufenden Amtsperiode auf die Zusammenarbeit und die Prüfung allfälliger Synergien.»
Das Problem mit den Schulgrenzen
Die Primarschulen Wila und Turbenthal beschäftigt zudem noch ein anderes Thema: die Grenzbereinigung. Noch immer gehören Turbenthaler Gebiete aus dem Steinenbachtal sowie Tablat zur Primarschulgemeinde Wila, obwohl dies seit Anfang 2022 dem Gemeindegesetz widerspricht.

Im November 2021 lehnten die Stimmbürger der Primarschule Wila die Anpassung der Grenzen ab. Der Fall ist beim Bezirksrat hängig. Dieser hat schon mehrmals einen Entscheid in Aussicht gestellt, letztmals für dieses Frühjahr. Doch das Warten ging weiter.
«Der noch hängige Entscheid des Bezirksrats bezüglich der Grenzbereinigung der Primarschulgemeinde Wila wird demnächst erwartet», teilen nun Siepmann und Spörri mit. Damit wird aber das letzte Wort kaum gesprochen sein.
Eltern von betroffenen Kindern aus dem Steinenbachtal haben bereits angekündigt, dass sie rechtlich dagegen vorgehen wollen. Sie wünschen, dass ihre Kinder wie bis anhin die Primarschule in Wila besuchen dürfen – und nicht etwa jene in Schmidrüti. Dort würden die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen.
Eine Fusion der Schulgemeinden würde das Grenzproblem lösen. Die Idee einer grossen Schulgemeinde im Tösstal ist indessen nicht neu. Eine Schulfusion im mittleren Tösstal fand in Turbenthal und Wila 2016 grosse Mehrheiten. In Wildberg gab es aber ein hauchdünnes Nein, das das ganze Projekt zum Scheitern brachte.
Wildberg ist seit 2021 eine Einheitsgemeinde. Eine solche Idee stand auch in Wila im Raum. Im Frühling 2022 lehnten die Wilemer aber sowohl eine Einheitsgemeinde als auch eine mögliche Fusion mit Turbenthal ab. Wila hat somit weiterhin drei Güter – wie Turbenthal.