Das erwartete Verkehrschaos in Gossau bleibt aus
Weder Staus noch Schleichverkehr
Am Montag haben die Bauarbeiten an der Grütstrasse begonnen. Die Umleitungen in Gossau scheinen gut zu funktionieren. Verkehrslotsen haben dennoch viel zu tun.
Sie haben begonnen. Die gross angekündigten Sanierungsarbeiten an der Grütstrasse mitten in Gossau sind gestartet. Knapp zwei Jahre lang müssen die Verkehrsteilnehmer in und um Gossau mit Verkehrsumleitungen leben.
Da es sich bei der Grütstrasse um eine Hauptverkehrsachse handelt, hätte man aus einer etwas pessimistischen Warte mit einem Verkehrschaos rechnen dürfen. Doch das ist nicht der Fall.
Reibungslose Umleitungen
An diesem Montagmorgen rollt der Berufsverkehr wie üblich schon gegen 7 Uhr. Aber trotz der weit reichenden Sperrung des Gossauer Zentrums über eine Länge von 500 Metern haben sich weder beim Hulk-Kreisel in Richtung Oetwil am See und Mönchaltorf noch am Verkehrsnadelöhr Laufenbachstrasse/Bertschikerstrasse in Richtung Bertschikon Staus gebildet. Also dort, wo der Verkehr in vielen Teilen auch ins dicht besiedelte Uster gelangt.




Der Verkehr läuft über Umleitungen zwar etwas ungewohnt, aber fliessend. Die meisten Verkehrsteilnehmer beachten die gut signalisierten Umleitungen und weichen in der Regel über die Altrüti aus und gelangen so auch nach Mönchaltorf oder Oetwil.
Für die Lastwagenfahrer der FBB, die zur Kiesgrube an der Langfuhrstrasse gelangen müssen, sind eigens FBB-Hinweistafeln in Richtung Bertschikon angebracht.
Erst fahren, dann fragen
Obwohl am Kreisel im Mitteldorf aus der Richtung vom Grüt ein Durchfahrtsverbot deutlich signalisiert ist, fahren einige Autolenkerinnen und Autolenker auf gut Glück einfach weiter. Nichts Ungewöhnliches, wie ein gut gelaunter Verkehrslotse in der eisigen Kälte erklärt: «Das ist bei jeder Grossbaustelle so, viele beachten die Verkehrsschilder nicht oder ignorieren sie einfach.»


Er gibt allein an diesem Vormittag also mindestens 50-mal dieselbe Auskunft. «Genau dafür bin ich schliesslich abbestellt.» Für die erste Zeit des Baubeginns sei das völlig normal, nach einer Woche pendle sich dann alles von selbst ein.

Da an diesem Morgen noch keine Bagger aufgefahren sind und zudem ein Strassenteil geöffnet ist, gibt es die Kandidaten, die ihr Glück trotzdem versuchen. Ganz nach dem Motto: zuerst fahren, dann fragen. «Manche erkundigen sich, ob sie nicht doch noch kurz durchfahren dürften, es seien schliesslich noch keine Löcher in der Strasse zu sehen.»
Er winkt stets freundlich ab und vermittelt ihnen, dass die Regeln eben für alle gelten. «Ab Dienstag werden hier noch mehr Maschinen stehen, spätestens dann sollte allen klar sein, dass es kein Durchkommen gibt.»
Im Gegensatz zu gewissen direkt an der Grütstrasse ansässigen Gewerbebetrieben haben die Automobilisten demnach nur mit verkraftbaren Einschränkungen umzugehen. Dies allerdings bis voraussichtlich Ende 2026.