CEO des Spitals Wetzikon tritt per sofort zurück
Paukenschlag beim GZO
Nächster Knall: Das GZO Spital und CEO Matthias P. Spielmann trennen sich per sofort. Spielmann war bereits seit letzter Woche krankgeschrieben.
Die Ereignisse rund um das GZO Spital Wetzikon überschlagen sich. Am Montagmorgen sickerte durch, dass CEO Matthias P. Spielmann seit letzter Woche krankgeschrieben sei.
Am Abend folgte dann der Paukenschlag: Das Spital und der CEO trennen sich per sofort. Der Rücktritt erfolge wegen «unterschiedlicher Auffassungen über die strategische und operative Ausrichtung», heisst es in einer Mitteilung.
Spielmann war seit Dezember 2015 CEO des Wetziker Spitals. In der knappen, von Verwaltungsratspräsident Jörg Kündig gezeichneten Mitteilung dankt der Verwaltungsrat dem bisherigen CEO «für sein ausserordentliches Engagement und die wertvollen Beiträge zur Weiterentwicklung» des Spitals.
Die Trennung erfolgt gut anderthalb Wochen, nachdem klar geworden war, dass das Spital Wetzikon keine finanzielle Unterstützung vom Kanton erhält. Seither befindet sich das Oberländer Spital im Krisenmodus. In Rekordzeit muss es nun 170 Millionen Franken auftreiben, um eine fällige Obligationenanleihe zurückzuzahlen. Stichtag ist bereits der 12. Juni.
Eine zentrale Rolle beim Krisenmanagement kam dabei der bisherigen Führungsetage um Verwaltungsratspräsident Jörg Kündig und CEO Matthias P. Spielmann zu. Sie hatten nach der Absage des Kantons gemeinsam ihr Unverständnis für den Entscheid deutlich gemacht – und sich kämpferisch gezeigt. Klar ist bereits, dass das Spital gegen den Regierungsratsentscheid juristisch vorgeht.
Geschäftsleitungsmitglied übernimmt
Gleichzeitig mit der Trennung von Spielmann gab das Wetziker Spital auch die Ernennung von Hansjörg Herren als CEO ad interim bekannt. Herren ist derzeitig Leiter der Unternehmensentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung.
Der 52-Jährige ist eng mit dem Spital verbunden. Er arbeitet bereits seit 1994 in verschiedenen Bereichen im Unternehmen. Von 1994 bis 2008 war er Mitarbeiter auf der Notfallstation, anschliessend wechselte er in die Marketing- und Kommunikationsabteilung, die er mit aufbaute und leitete.
Seit 2014 ist Herren zudem CEO der Tochtergesellschaft GZO Partner AG, die für die Organisation und das Angebot der zusätzlichen medizinischen, therapeutisch-diagnostischen und pflegerischen Leistungen zuständig ist.
CEO war krankgeschrieben
Für Spekulationen um die Zukunft von Matthias P. Spielmann hatte bereits eine interne E-Mail an die Mitarbeitenden gesorgt, die offenbar Ende letzter Woche verschickt worden war und dieser Redaktion vorliegt.
«Der Verwaltungsrat wurde am 9. April von CEO Matthias P. Spielmann darüber informiert, dass er aus gesundheitlichen Gründen bis auf Weiteres nicht in der Lage ist, seine Funktion auszuüben», hiess es in der internen Mitteilung, die am Montag an die Öffentlichkeit gelangte.
Die aktuellen Geschehnisse lassen das kommunikative Vorgehen des GZO Spitals ein weiteres Mal in keinem guten Licht erscheinen. Erst nachdem der vorübergehende Ausfall des CEO durchgesickert war, äusserte sich das Spital mit einer Mitteilung.
Kritik für seine Kommunikation musste das Wetziker Spital bereits von Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) einstecken. Sie hatte sich im Anschluss an die Medienkonferenz vor anderthalb Wochen über das kurzfristige Gesuch des Spitals um finanzielle Unterstützung überrascht gezeigt. Gleichzeitig forderte sie die Verantwortlichen dazu auf, künftig transparent zu informieren – sowohl intern als auch extern.
Verwaltungsratspräsident Jörg Kündig möchte auf Anfrage die neuesten Entwicklungen rund um das GZO Spital nicht weiter kommentieren. Er verweist auf den Inhalt der verschickten Medienmitteilung.