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Vom Ursprung des Urknalls

Es werde Licht – und so wurde vor 13,8 Milliarden Jahren aus einer superheissen, ultradichten Singularität unser schönes Universum.

Der Urknall setzte die Entstehung von Materie, Galaxien, Sternen und schliesslich des Lebens in Gang.

Illustration: Pixabay

Vom Ursprung des Urknalls

Space Blog

Wenn es um die Entstehung des Universums vor 13,8 Milliarden Jahren geht, schliessen sich naturwissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse nicht gegenseitig aus.

UZH Space Hub

Der Urknall: das kosmische Ereignis, aus dem alles, was wir kennen – Raum, Zeit, Energie und Materie –, entstanden ist.

Vor etwa 13,8 Milliarden Jahren war das Universum eine superheisse, ultradichte Singularität, winziger als ein einzelnes Atom. Plötzlich dehnte sich diese Singularität im Bruchteil eines Augenblicks ins Unermessliche aus und setzte damit die Entstehung von Materie, Galaxien, Sternen und schliesslich auch Leben in Gang.

Der Urknall ist heute breit akzeptiert. Doch das war nicht immer so: Selbst Albert Einstein ging noch 1917 von einem statischen Universum aus.

Geistiger Vater des Urknalls ist der Belgier Georges Lemaître. Lemaître war katholischer Priester, Mathematiker und theoretischer Physiker. Und er interessierte sich sowohl aus theologischer als auch aus naturwissenschaftlicher Sicht für die Entstehung des Universums.

Gestützt auf Einsteins allgemeine Relativitätstheorie postulierte er, dass sich das Universum ausdehnt und durch einen Urknall entstanden sein muss. Doch wie kam er auf diese bahnbrechende Idee?

Inspiriert von der Schöpfungsgeschichte

Innovative Ideen und Theorien entstehen nicht aus dem Nichts: Sie sind immer vom kulturellen und religiös-philosophischen Fundament des Erfinders und der jeweiligen Zeitfragen beeinflusst. Naturwissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse schliessen sich somit nicht gegenseitig aus, sondern befruchten und beeinflussen sich wechselseitig. Aus diesem Grund hat es unter den Mitgliedern des Space Hub der Universität Zürich auch Geisteswissenschaftler und Theologen.

Einer davon ist Andreas Losch, reformierter Theologe und Religionsphilosoph. Losch forscht zur «Ethik der planetaren Nachhaltigkeit» und zur Wechselwirkung zwischen Theologie und Naturwissenschaften. Im Fall der Urknall-Theorie kann er zeigen, dass sich Lemaître von einem ihm als Priester bestens vertrauten Grundgedanken der biblischen Schöpfungsgeschichte hat inspirieren lassen: «Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht.» Als Physiker deutet Lemaître die Plötzlichkeit der biblischen Lichtwerdung zu einer kosmischen Explosion – zum Urknall – um.

Der Beweis

Edwin Hubbles astronomische Beobachtungen in den 1920er Jahren bestätigten Lemaîtres Urknall-Theorie: Er konnte beweisen, dass sich das Universum ausdehnt. Einstein blieb zunächst skeptisch. Schliesslich aber übernahm er die Theorie und bezeichnete Lemaîtres Arbeit als «die schönste und befriedigendste Erklärung der Schöpfung», die er je gehört habe.

Die neue Erkenntnis markierte einen Wendepunkt im Verständnis des Kosmos. In der Folge erwies sich die Urknall-Theorie als die führende Erklärung für die Entstehung des Universums. Die Beweise – von der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung bis hin zur Verteilung der Galaxien – stützten das Konzept einer bis heute nachhallenden und mit physikalischen Messinstrumenten nachweisbaren kosmischen Explosion vor 13,8 Milliarden Jahren.

Der Luft- und Raumfahrtbereich des Space Hub der Universität Zürich ist ab 2024 in der Halle 4 auf dem Innovationspark in Dübendorf angesiedelt. Im Space Blog gibt es Einblicke in Forschungen, Ideen, Erfolge und Rückschläge der UZH-Space-Hub-Mitglieder.

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