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Menschliches Gewebe aus dem All soll in der Forschung Tierversuche ersetzen

In Dübendorf entsteht ein innovatives Projekt, das zeigt: Im All sind Sachen möglich, die auf der Erde so nicht funktionieren.

Start der Space-X-Rakete, die im März 2020 das Airbus-Experiment der Universität Zürich zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

Foto: Nasa

Menschliches Gewebe aus dem All soll in der Forschung Tierversuche ersetzen

Space Blog

In der Raumstation ISS werden Dinge produziert, die auf der Erde wegen der Erdanziehungskraft nicht oder nur schwer oder sehr teuer hergestellt werden können. Die Idee für das Projekt hat ihre Wurzeln in den Dübendorfer Parabelflügen.

UZH Space Hub

Der Weltraum als Werkplatz für die Erde? Was für die meisten Ohren nach Science-Fiction klingt, ist heute bereits Realität. Zugegeben, noch nicht im grossen Stil. Dies wird sich in absehbarer Zeit ändern: Kommerzielle Raumstationen wie die Orbital Reef Station oder die Axiom Space Station werden noch in diesem Jahrzehnt ihren Betrieb aufnehmen.

Doch schon die allerersten Weltraumprodukte, die an Bord der Internationalen Raumstation ISS hergestellt worden sind, haben bereits heute ein grosses wirtschaftliches Potenzial. Im Innern der ISS herrscht Schwerelosigkeit. Dies erlaubt es, auf der Raumstation Dinge zu produzieren, die auf der Erde wegen der Erdanziehungskraft nicht oder nur schwer oder sehr teuer hergestellt werden können.

Menschliche Gewebe züchten

Diesen Umstand machen sich Oliver Ullrich und Cora Thiel – beide Mitglieder des Space Hub der Universität Zürich – mit ihrer Business-Idee zunutze: Sie züchten menschliches Leber-, Knochen- und Knorpelgewebe aus Stammzellen von Erwachsenen im All.

Die menschlichen Gewebe – sogenannte Mini-Organe – aus dem Weltraum sollen unter anderem die Entwicklung und Prüfung von neuen Medikamenten in der Pharmaindustrie deutlich schneller machen und in der Forschung Tierversuche ersetzen. In der regenerativen Medizin können dereinst  wichtige Organe wie zum Beispiel die Leber mit Geweben erneuert werden, die aus körpereigenen Stammzellen des Patienten gezüchtet werden.

Transportkosten ins All gesunken

Diese neue medizinische Technologie wird für alle Patienten erschwinglich sein, denn die Kosten für Weltraumtransporte sind massiv gesunken: Ein Kilogramm Fracht zur ISS zu bringen, kostet heute weniger als 5000 US-Dollar.

Die Idee für das Projekt hat ihre Wurzeln in den Dübendorfer Parabelflügen. Dies und die jahrzehntelange Erfahrung der beiden Wissenschaftler in der Grundlagenforschung führen zu einem Joint Venture mit Airbus Defence and Space. 2020 und 2021 erprobten und validierten die Forscher ihr Verfahren an Bord der ISS.

2022 wurde das UZH-Spin-off Prometheus Life Technologies gegründet. Es ist am Innovationspark in Dübendorf domiziliert und weltweit das erste Unternehmen im Bereich der Lebenswissenschaften, das im All für die Erde produziert – der Weltraum ist Werkplatz geworden.

Der Luft- und Raumfahrtbereich des Space Hub der Universität Zürich ist ab 2024 in der Halle 4 am Innovationspark in Dübendorf angesiedelt. Im Space Blog gibt es Einblicke in Forschungen, Ideen, Erfolge und Rückschläge der UZH-Space-Hub-Mitglieder.

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