Grenzerfahrungen auf dem Karibischen Meer
Tösswegs
Warst du in den Bergen? Diese Frage kriege ich in den letzten Tagen regelmässig zu hören. Kein Wunder, meine winterliche Blässe ist einem sommerlichen Braun gewichen. Statt in die Alpen zog es mich in meinen Ferien aber in die Karibik auf ein Segelschiff.
Wer jetzt an eine weisse Jacht mit allem möglichen Luxus denkt, könnte falscher nicht liegen. Die «Brigg Roald Amundsen» – wie besagtes Transportmittel heisst – ist ein 50 Meter langer Traditionssegler.
Ausnahmslos jeder an Bord arbeitet als Crewmitglied mit. 43 waren wir an der Zahl. Anfangs noch ein Trümmerhaufen, wie unser Kapitän zu sagen pflegte, wuchsen wir schnell zu einer funktionierenden Mannschaft zusammen.
Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass von Landwirt über Physiker und Journalistin bis zur Schauspielerin alles an Bord vertreten war. Und natürlich die Stammcrew, die stets wusste, was zu tun ist, um das Schiff sicher von Martinique bis zu den Britischen Jungferninseln zu bringen. Sie war auch dann unermüdlich am Werk, wenn wir ungeübten Landratten unter Seekrankheit und Verschleisserscheinungen litten.

