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Endlich: Ein Dübendorfer Kindergefängnis

Endlich: Ein Dübendorfer Kindergefängnis

Blog: Glattwegs

In Dübendorf steht auf dem Gelände des Schulhauses Stägenbuck die «Strafanstalt für die Kinder». Unumstösslich ist die Institution auf Google Maps verzeichnet. Wann sie eröffnet wurde, ist unbekannt. Eine feierliche Eröffnung im Beisein von Kindern in gestreifter Sträflingsuniform mit Eisenkugel am Fussgelenk gab es nie.

Wichtig ist nur, dass sie da ist und den kleinen Scheissern klar macht, dass es nun auch eine altersübergreifende Gleichberechtigung in der Strafverfolgung gibt. Ein Augenschein vor Ort zeigt aber, dass die Stadt noch gewisse Hemmungen hat in Bezug auf die Beschneidung der UN-Kinderrechte. So sehen die Behörden von Sicherheitsvorkehrungen wie Stacheldraht, hohen Gefängnismauern und Überwachungskameras vorerst ab.

Immerhin steht hier ein schlichtes Gebäude, das einem mit dessen brauntöniger Fassade und dem Flachdach bestimmt ein bisschen Lebenswillen raubt. Angeschrieben ist das Haus mit «Schulpsychologischer Dienst Dübendorf». Offenbar eine fiese Tarnung bis zum endgültigen Ausbau als Gefängnis.

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Bis Donnerstag war beim Stägenbuck auf Google noch «Strafanstalt für Kinder» zu lesen. Mittlerweile ist der Eintrag gelöscht.

Denn wie die Werdung des Innovationsparks braucht so ein Prozess ein Weilchen. Die kleinen Knastis müssen ja erst mal Steine für die Gefängnismauern klopfen, Stacheldraht mit ihren feinen Kinderhänden flechten und nach Seltenen Erden für die Mikrochips der Überwachungskameras graben.

Zumindest ist das Gebäude schön klein, womit die obligate Überbelegung des Knastes – bekanntlich ein weltweites Phänomen – nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Selbstverständlich kommt der Gefängnisdirektion entgegen, dass Kinder von Natur aus sehr gelenkig sind und sich entsprechend gut stapeln lassen. Auf einen Quadratmeter Raum passen fünf Knirpse, das spart Raum und somit Geld.

Aus architektonischer Sicht ist die Strafanstalt aber viel zu bescheiden. Mit einer künstlichen Seeanlage und ein paar aufgetürmten Felsmassen könnte man das renommierte US-Bundesgefängnis Alcatraz nachbauen.

Oder wieso nicht gleich ein Burgverlies? Werden nämlich neue Bezirksstrukturen geschaffen, wie es einige Zürcher Gemeinden einst angestossen hatten, ist Dübendorf als Hauptort des Bezirks Glattal prädestiniert und müsste zwingend, analog zu Uster, eine Burg mit entsprechendem Kerker bekommen.

Fussnote: Die Bezeichnung «Strafanstalt für Kinder» ist neben der Sekundarschule Stägenbuck auf Google Maps zu sehen. Für einen solchen Eintrag genügt ein Google-Account und das Wissen darüber, wie man Google My Business nutzt. Letztlich weiss nur der Tech-Riese, wer der Verfasser dahinter ist. Solche Einträge können aber bei Google gemeldet werden, um sie zu löschen.

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