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Posttraumatisches Gemüse

Posttraumatisches Gemüse

Ich benenne gerne Dinge. Die drei Pflänzchen auf meinem Schreibtisch in der Redaktion heissen Philomena, Ödipus und Agamemnon. Das Motorrad meines Mannes hiess Karl und die Spinnen bei mir zuhause heissen bekanntlich Fred.

Die Vorstellung, dass alles um mich herum eine eigene, kleine Seele hat, gefällt mir. An diesem Punkt: Sorry Philomena, dass du schon lange vor dich hin trocknest. Bald gibt’s mal wieder einen Schluck Kafi für dich. Versprochen.

Vielleicht habe ich in meiner Kindheit etwas zu viel « Toy Story » geschaut. Das war mein allererstes Date, mit dem Schulschatz ins Kino, « Toy Story 2 » gucken. Ist ja schon sehr romantisch, wie sich Spielzeug gegenseitig bekriegt, rettet und dann verliebt.

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Man stelle sich vor, alles um uns herum hätte wirklich ein Eigenleben. Da ist die tanzende Thomy-Mayonnaise in der Werbung nur der Anfang. Denn die Vorstellung der belebten Gegenstände ist gleichzeitig verträumt schön und wahnsinnig grausam.

Vor einigen Jahren lief der Film «Sausage Party» im Kino. Die Handlung: Ein Supermarkt voll lebendiger Produkte, die nur darauf warten, gekauft zu werden, damit sie endlich vereint werden. Die Hauptfiguren: Wienerli und Hotdog-Brötli. Sie wollten endlich… sagen wir Liebe machen. Doch dann der Plot-Twist, als sie entdecken, dass ausserhalb der gläsernen Schiebetür nicht etwa das Paradies, sondern der Tod wartet.

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