Never have I ever...
Corona hier, Corona da, Corona überall. Würde ich immer einen Shot trinken, wenn das Virus Thema ist, wäre ich vor 9 Uhr am Morgen bereits angesäuselt. Andere, die nicht in der Medienbranche arbeiten, vielleicht so gegen 10 Uhr. Aber garantiert nicht später.
Wegen des Lockdowns sind unsere Beschäftigungsmöglichkeiten noch mindestens bis am 26. April stark eingeschränkt. Wie ich aber bei mir selber merke, habe ich mich mehr oder weniger daran gewöhnt. Ich finde die Situation nicht gut, ja nicht einmal befriedigend – aber ich habe sie akzeptiert und mich entsprechend organisiert. Längst überfällige Erledigungen werden endlich angegangen – Zeit ist genügend vorhanden.
Womit ich wieder zum Trinkspiel und Alkohol komme. Statt «Ich habe noch nie» zu spielen, könnte man momentan auch «Ich habe schon», beziehungsweise «Ich habe endlich» spielen – und wenn man besagtes eben nicht gemacht hat, schämt man sich ein bizzeli, trinkt einen Shot und kümmert sich am nächsten Tag schleunigst darum.
Das Gute an diesem Spiel? Es ist nicht nötig, die Menschen dafür persönlich zu treffen. Jeder kann zu Hause vor seinem Computer sitzen, mit einem Getränk, und los gehts.
Anleitung «Ich habe noch nie» und «Ich habe endlich»
Jemand sagt «Ich habe noch nie geputzt». Sie haben schon geputzt? Dann müssen Sie ein Schluck des alkoholischen Getränks Ihrer Wahl trinken. Und bei der «Ich habe endlich»-Version funktioniert es genau umgekehrt: Ein Mitspieler sagt «Ich habe endlich geputzt». Sie haben noch nicht geputzt? Dann trinken Sie.
Folgende «Ich habe endlich»-Szenarien fallen mir spontan ein:
- Ich habe endlich die Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt.
- Ich habe endlich länger als nur unbedingt nötig mit meinen Eltern oder Grosseltern telefoniert – und ihnen sogar angeboten, für sie einkaufen zu gehen.
- Ich habe endlich meinem Mitbewohner/Freund/Partner gesagt, dass es mich doch ein bizzeli stört, dass sein Badetuch nach dem Duschen immer noch eine halbe Ewigkeit triefend nass auf dem Badezimmerboden liegt.
- Ich habe endlich mein Fahrrad hervorgeholt und auf Vordermann gebracht, um mich an der frischen Luft sportlich zu betätigen – in meinem Quartier, vorerst.
- Im gleichen Zug habe ich endlich die Garage und/oder den Keller aufgeräumt. Weil ich sonst nämlich nicht an das Fahrrad gekommen wäre.
- Ich habe endlich den Frühlingsputz gemacht – und die Fenster nicht «einfach so vergessen».
- Ich habe endlich alle leeren Petflaschen und Kaugummipapierli aus meinem Auto geräumt.
- Ich habe den Grillrost endlich so geputzt, dass keine Überreste des letzten Sommers mehr darauf zu finden sind.
- Ich habe endlich das eine Gespräch mit meinem Partner geführt, das so dringend notwendig war.
Und übrigens: Ohne Alkohol gehts imfall auch. Achtungfertiglos!
Talina Steinmetz kann nie lange stillsitzen. Spontane Motorradausflüge, längere Sporteinheiten und dicke Bücher zu lesen, sind ihre Lieblingsbeschäftigungen. Ein Wochenende einfach nur zu Hause verbringen? Langweilig. Montags trotzdem fit zu sein, ist ihre Stärke. Und falls das mal nicht der Fall sein sollte, helfen Fotos von Babybüsis oder das Schreiben eines Blogs.

