Jung, wild und ernst zu nehmen
Happy Birthday to myself!
Heute bin ich 23 geworden. In den Augen einiger Erwachsenen bin ich aber überhaupt noch nicht so erwachsen. Was bis zu einem gewissen Grad auch stimmt, denn mit 23 gibt es noch ein paar Jährchen, die man vor sich hat. Trotzdem ist es teilweise ziemlich schmerzhaft, wenn aus meinem Alter der Schluss «Sie het doch eh kei Ahnig, sie isch no viel z’jung» gezogen wird.
Erst vor kurzem erreichte mich eine E-Mail, in der ich auf einen Fehler aufmerksam gemacht wurde, der mir unterlaufen war. Was absolut kein Problem ist, ich freue mich sogar darüber, wenn ich von Lesern Rückmeldungen erhalten. Womit ich, beziehungsweise vor allem mein Ego, ein Problem hatte, war der nächste Satz in der Mail: «Frau Steinmetz ist noch jung und ich bin sicher, dass Sie meinen Tipp verstehen wird.»
Aha.
Heisst für mich so viel wie, wenn ich älter wäre, hätte ich den Fehler gar nicht erst begangen, weil ich ja eben erwachsen bin. Oder, weil ich jung bin, muss ich diese Tipps annehmen, weil eben, ich bin halt noch jung.
«Das junge Fräulein hat überhaupt keine Ahnung, weder vom Leben noch von etwas sonst.»
Ein Leser
In einem Leserbrief, der vor ungefähr zwei Wochen eintraf, machte der Schreibende gar eine Fernanalyse gewisser ZO-Redaktoren und dem Unternehmen. Zwei meiner Kollegen wurden als Kindsköpfe bezeichnet, einem dritten riet der Schreibende sogar, sich in eine Psychiatrie einweisen zu lassen.
Bezogen auf mich meinte er, dass mein Geschreibsel wohl unter der Kategorie «Quatsch und Überflüssig» eingeordnet werden könne und dass er sich aufgrund dessen nun vorstellen könne, wie hoch das Niveau der Kommunikation in der Redaktion sei.
Aha. Zum zweiten.
Ein drittes Beispiel, in welchem ich auf mein Alter reduziert wurde, war ein Kommentar eines Lesers unter einem meiner Blog: «Das junge Fräulein hat überhaupt keine Ahnung, weder vom Leben noch von etwas sonst.»
Aha. Zum dritten.
Klar, in einem Blog werden Tatsachen und Emotionen oft überspitzt dargestellt. Mir trotzdem vorzuwerfen, ich hätte imfall überhaupt keine Ahnung von irgendwas, beziehungsweise, wäre unfähig, richtige Leistungen zu bringen, nur aufgrund meines Alters, hat mich dann doch ein bizzeli getroffen. Denn, ja, es gibt Themen, die mich mehr herausfordern als andere. Und das ist okay – denn, Überraschung: Es geht uns allen so, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Und übrigens, was den Punkt der internen Kommunikation angeht: Da hat der Schreibende sogar Recht. Das ist aber nicht mir und meinem jungen Alter geschuldet – auch bei den älteren Mitarbeitern hapert es diesbezüglich gewaltig.
Talina Steinmetz ist das Redaktionsküken. Mit 23 Jahren möchte sie das Wochenende noch voll ausnutzen. Technopartys bis tief in die Nacht, spontane Motorradausflüge und längere Sporteinheiten gehören zur Tages-, beziehungsweise Wochenendordnung. Montags trotzdem fit zu sein, ist ihre Stärke. Und falls das mal nicht der Fall sein sollte, helfen Fotos von Babybüsis oder das Schreiben eines Blogs.

