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Vor einiger Zeit gab es eine erste Auswertung der Züriost-Blogs. Wie gut werden sie geklickt? Wie lange ist die Lesedauer? Das Ergebnis: deprimierend. Zumindest für mich. Meine Blogs bildeten das Schlusslicht des Rankings. Die Erklärung ist einfach: Knallt der Titel zu wenig, wird der Artikel nicht angeklickt. Andere Anreize gibt es nicht. Ausser mein Gesicht. Aber let’s besser not go there. Sonst gibts Tränli.

Natürlich kann man wie Blogger-Kollege Kilchör mit der Angst der Leser spielen und mit bösen Autostoppern titeln. Kollegin Maissen hats noch einfacher – wer über Familienthemen schreibt, hat automatisch Tausende von Lesern, die es imfall viel besser wissen. Und spätestens, wenn man den Begriff «Pimmel-Party» ins Leben ruft, wie der Kollege Rothschild, sind einem die Klicks sicher.

Trendy gegen Pimmel-Partys

12.06.2019

Züriost-Blog Beitrag in Merkliste speichern

Sex sells. Darum lesen sie ja auch diesen Text. Verstehe ich voll. Eine meiner Lieblings-Bloggerinnen ist Emma Amour von Watson. Diese Frau ist der Wahnsinn. Sie landet scheinbar alle drei Tage mit einem neuen Typen im Bett, dazwischen schiebt sie (höhö) flotte Dreier und besucht Swingerclubs. Drama inklusive. Perfekt für eine Fernsehserie. Oder eben einen gut geschriebenen Blog. Dann erzähle ich ihnen jetzt halt auch von meinem ersten Mal, von One-Night-Stands die nicht ganz wie erwartet verliefen, oder das eine Mal, als…

Lief es Ihnen auch gerade kalt den Rücken runter? Wollen Sie wirklich all das über mich wissen, wenn Sie mich das nächste Mal an einer Gemeindeversammlung brav auf dem Plätzli der Nichtstimmberechtigten sitzen sehen und der Gemeindepräsident mir «schon im Voraus für eine objektive und wohlwollende Berichterstattung» dankt? Oder wenn bei Ihnen das Telefon klingelt und ich Sie zu den genauen Hintergründen der Spannungen in Ihrer Kirchgemeinde befrage?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich springe ja auch auf Pimmel-Party-Titel an. Ich mag schliesslich Emma Amour. Doch hier ist der Clou: Sie schreibt anonym. Sie könnte jederzeit unerkannt an einer Gemeindeversammlung locker flockig in die vorderste Reihe sitzen und ihr würde von gewissen Gemeinderäten nicht weniger in den Ausschnitt gesabbert als mir.

Und jetzt? Ab nächster Woche gibts eine Blog-Kategorie von der anonymen «Sex-Goddess» und der Chiapolini-Blog ist auf mysteriöse Art und Weise verschwunden? Oder ich schreibe weiter, jedoch immer mit Wörtern wie «Füdli» im Titel? Nix da. Wer nicht auf meine Artikel klickt, ist selbst schuld. Und verpasst was. Hoffentlich siehts auch der Chef so. Andernfalls erzähle ich Ihnen bald von meinem ersten Mal. Sie wissen ja dann, warum.

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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