«Normalerweise hauen Käfer niemanden von den Socken», sagt Biologe Stefan Ineichen. Eine Käferart fasziniert die Menschheit aber seit Langem: das Glühwürmchen. Mit der Hilfe von Meldungen aus der Bevölkerung untersucht Ineichen das Verbreitungsgebiet der Leuchtkäfer. In der Schweiz leben vier Glühwürmchen-Arten. Am weitesten verbreitet ist das Grosse Glühwürmchen, das bis zu zwei Zentimeter gross werden kann. «Da nur das Weibchen leuchtet und es im Gegensatz zum Männchen keine Flügel hat, sind die Lichter nur in Bodennähe und nicht fliegend zu beobachten», sagt Ineichen.
Auch in Uster ist das Grosse Glühwürmchen verbreitet – theoretisch. «Vor einigen Jahren gab es am Greifensee noch viele Glühwürmchen», sagt Nathalie Séchaud, Leiterin der Naturstation Silberweide. «Doch schon seit einiger Zeit haben wir keine mehr gesehen.» Schon 2008 wurde bei einer Glühwürmchen-Führung kein einziges entdeckt. «Das ist wohl eine Folge der Lichtverschmutzung, die Aufhellung der Nacht durch künstliches Licht», sagt Séchaud.
Drei Jahre als Larve
Doch gerade in der Nähe des Greifensees wären die Chancen für eine erfolgreiche Beobachtung laut Stefan Ineichen gut. «Das Glühwürmchen lebt zwei bis drei Jahre als Larve, bevor es sich zum eigentlichen Käfer entpuppt. In dieser Zeit ernährt es sich ausschliesslich von Schnecken, die feuchte Orte bevorzugen.» Andere Beobachtungen bestätigen, dass die Glühwürmchen in Uster noch nicht ganz verschwunden sind. Etwa im Werriker Ried wurden die Lichtpunkte schon gesehen. An Wegrändern, in alten Gärten, am Waldrand oder an schneckenreichen Orten können Glühwürmchen mit etwas Glück erspäht werden. Auch im Gebiet zwischen Gfenn und Raufenbühl seien gelegentlich Glühwürmchen zu beobachten.
Mosaik als Lebensraum

