Blaulicht

Brand in der Kezo

«Wenn Abfall brennt, breitet sich das Feuer wahnsinnig schnell aus»

Am Mittwochmorgen ist in einem Bunker der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland ein Brand ausgebrochen. Die schwarze Rauchsäule war weitherum zu sehen. Der Einsatz war für die Feuerwehr eine Herausforderung.

«Wenn Abfall brennt, breitet sich das Feuer wahnsinnig schnell aus»

Brand in der Kezo

Am Mittwochmorgen ist in einem Bunker der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland ein Brand ausgebrochen. Die schwarze Rauchsäule war weitherum zu sehen. Der Einsatz war für die Feuerwehr eine Herausforderung.

Auf dem Gelände der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) in Hinwil ist am Mittwochmorgen kurz nach 10.15 Uhr ein Brand ausgebrochen. Dieser entstand im Bereich eines Fliessbands und eines Schachts im Bunker 2 – also unmittelbar bei der Abfallanlieferung für Fahrzeuge mit einer Kippvorrichtung.

Von Weitem erkennbar war besonders die grosse Rauchsäule. Auf den sozialen Medien kursierten bald schon Fotos, auf denen dunkler Rauch zu sehen war, der über der Kezo aufstieg. Und auch die Webcam auf dem GZO Spital in Wetzikon hatte die Szenerie eingefangen.

Gegen 10.20 Uhr erhielt die Einsatzzentrale den Notruf, woraufhin die Einsatzkräfte ausgerückt sind.

Feuer schnell unter Kontrolle

Die Feuerwehren Hinwil, Uster, Wetzikon-Seegräben und Opfikon begannen umgehend mit den Löscharbeiten. Neben den diversen Feuerwehren waren auch die Kantonspolizei, das Drohnenpikett von Schutz & Rettung Zürich, ein Rettungswagen von Regio 144 sowie ein Mitarbeiter des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) vor Ort. 

Den Brand hatten die Feuerwehren schnell unter Kontrolle. Allerdings dauerten die Löscharbeiten über mehrere Stunden an, da die komplexe Gebäudestruktur und die starke Rauchentwicklung die Arbeiten erschwerten.

Um den Rauch aus dem Gebäude zu befördern, wurden Lüfter aufgestellt. Verletzte gab es keine, wie die Kantonspolizei auf Anfrage mitteilt. Die Strassen in der Umgebung mussten nicht gesperrt werden, der Verkehr konnte wie gewohnt fliessen.

Per Alertswiss, dem Alarmsystem des Bunds, wurde ausserdem frühzeitig eine Gefahrenmeldung ausgelöst. Diese enthielt die folgenden Vorsichtsmassnahmen: In den umliegenden Häusern sollten wegen der starken Rauchentwicklung die Fenster und Türen geschlossen werden. Lüftungen und Klimaanlagen sollten zudem abgeschaltet werden. Um 13.30 Uhr gab Alertswiss wieder Entwarnung.

Am Gebäude und an den technischen Einrichtungen entstand hoher Sachschaden. Die genaue Schadenhöhe konnte von der Kantonspolizei noch nicht abgeschätzt werden. Und die Brandursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Spezialisten der Kantonspolizei haben die entsprechenden Abklärungen aufgenommen.

Mögliche Brandursache

Auch der Geschäftsführer der Kezo, Steffen Schrodt, bestätigt, dass die Brandursache noch unklar ist. Wie er aber sagt, könnte eine Batterie im Abfall möglicherweise zum Brand geführt haben. Ausgebrochen sei das Feuer letztlich im Schredderbereich, wo der angelieferte Abfall kleingehackt werde. «Der Mitarbeiter in diesem Bereich hatte das Feuer schnell entdeckt», erklärt Schrodt.

Die Feuerwehr sei unmittelbar alarmiert und der brennende Abfall so gut wie möglich für die Löscharbeiten positioniert worden. Aber: «Wenn Abfall brennt, breitet sich das Feuer wahnsinnig schnell aus.»

Wie hoch der Schaden an der Infrastruktur konkret ist, kann auch er noch nicht beziffern. Das Feuer hat mindestens die Schredderanlage komplett zerstört. Brennbarer Abfall, der von Fahrzeugen mit einer Kippvorrichtung geliefert wird, muss bis auf Weiteres an anderen Orten entsorgt werden.

Der restliche Betrieb kann im Verlauf des Donnerstags wieder aufgenommen werden. Denn gewisse Anlagen wurden teils russig, kleinere Infrastrukturen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Schon mehrere Brände in der Kezo

In der Kezo kam es schon öfters zu Bränden, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. 2010 zerstörte ein Feuer die Annahmestelle für Sperrgut. 2012 ist bei Abbrucharbeiten auf dem Areal ein Brand ausgebrochen. Das Feuer zerstörte damals zahlreiche Verkabelungen, ein Verbrennungsofen war zeitweise nicht einsetzbar.

Gut zwei Jahre später, im Jahr 2014, brannte es dann in einem Bunker. 2022 sorgte ein Brand in der elektrischen Anlage für einen Stromausfall in Hinwil, Bubikon, Wetzikon und Bäretswil.

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