Blaulicht

Verkehrsunfälle

Raserdelikte sind im Kanton zunehmend ein Problem

Die Strassen sind kantonsweit etwas sicherer geworden. Allerdings gab es letztes Jahr kantonsweit auffallend viele Fälle von schweren Verkehrsdelikten mit tödlichen Folgen.

Raserdelikte sind im Kanton zunehmend ein Problem

Verkehrsunfälle

Die Strassen sind kantonsweit etwas sicherer geworden. Allerdings gab es letztes Jahr kantonsweit auffallend viele Fälle von schweren Verkehrsdelikten mit tödlichen Folgen.

Die Kantonspolizei (Kapo) registrierte im Jahr 2025 insgesamt 9494 Unfälle, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das sind 1,1 Prozent weniger als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 297 Personen wurden auf den Strassen schwer verletzt, das sind 8 Prozent weniger als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 23 Personen verloren jedoch bei einem Verkehrsunfall ihr Leben, also gleich viele wie im Jahr 2024.

Im vergangenen Jahr gab es zudem einen Anstieg der schweren Verkehrsdelikte. Damit gemeint sind Delikte, bei denen Lenker die Verkehrsregeln absichtlich missachten und einen Unfall mit Schwerverletzten und Toten in Kauf nehmen. 2025 wurden vier Personen bei solchen Verkehrsdelikten getötet, zwei weitere kamen wegen waghalsiger Überholmanöver ums Leben.

Meist handle es sich bei den sogenannten Verkehrsdelinquenten um junge Männer, sagte Thomas Iseli, Chef der Verkehrspolizei der Kapo. Diese überwiegend ausländischen Personen würden den Nervenkitzel suchen und häufig illegalerweise die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs deaktivieren.

«Geleast, ausgeliehen oder gemietet»

«Die Fahrzeuge werden oftmals geleast, ausgeliehen, zur Verfügung gestellt oder gemietet und sind meist PS-stark und von den immer gleichen Marken», sagte Iseli weiter. Im Jahr 2024 kam es zu 142 Verurteilungen. Die Zahlen für 2025 sind noch nicht bekannt, dürften sich aber im gleichen Bereich bewegen.

Um das Problem zu bekämpfen und unbeteiligte Dritte zu schützen, verfolgt der Kanton ein spezielles Programm. Die Unfallorte werden inspiziert und die Spuren gesichert. «Häufig kontrollieren wir Videokameras, falls vorhanden, werten die Fahrzeugsysteme aus oder befragen Beifahrer», erklärte Iseli. Nicht selten befänden sich auf den Handys der Mitfahrer Videos von Raserfahrten.

Weniger Schwerverletzte in Winterthur

Ein Blick auf die Stadt Winterthur: Dort ereigneten sich 887 Unfälle. Das sind 163 weniger als im Jahresdurchschnitt der letzten fünf Jahre. «Besonders erfreulich ist auch, dass die Zahl der Schwerverletzten um 36 Prozent zurückgegangen ist», führte Christian Götz, Leiter Sicherheit und Verkehr der Stadtpolizei Winterthur, aus.

15 Personen wurden im letzten Jahr auf Stadtgebiet schwer verletzt. Das ist der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre. Hingegen ist die Zahl der Leichtverletzten mit 282 wieder etwas gestiegen. 2024 lag dieser bei 248 Personen. Zwei Unfälle, einer mit dem Auto und einer mit dem Velo, endeten für die Fahrer tödlich.

Raserfälle gab es in Winterthur im vergangenen Jahr sechs. Davon führten zwei zu Verkehrsunfällen. Auch in Winterthur würden diesbezüglich im nächsten Jahr wieder Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden, versicherte Götz. (sda/jgu)

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