Oberländer Rettungssanitäter im Einsatz mit Tod bedroht
Mann verurteilt
Als er einem Verletzten helfen wollte, wurde ein Zürcher Oberländer Rettungssanitäter von diesem angegriffen. Dafür wurde der aggressive Patient nun verurteilt.
Was an einer Weihnachtsfeier in einem Restaurant am Bachtel im Dezember 2024 genau passierte, das steht nicht in einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl. Jedoch, wie die Feier endete: mit einem Rettungsdiensteinsatz und einem anschliessenden Strafverfahren.
Angriff mit Einsatztasche abgewehrt
Es war nach Mitternacht, als die Regio 144 ein Aufgebot für einen Einsatz im Restaurant erhalten hatte. Ein Teilnehmer der Feier hatte eine Kopfverletzung erlitten.
Als der Rettungsdienst im Lokal eintraf, zeigte sich der Verletzte nicht froh, sondern er griff ein Mitglied des Regio-Teams an. Einerseits verbal, andererseits aber versuchte der Patient auch, dem Rettungssanitäter «mehrere Faustschläge in Richtung Bauchgegend zu versetzen», wie es im Strafbefehl heisst.
Schläge, die der Sanitäter mit einer mitgeführten, vor sich gehaltenen, mehrere Kilo schweren und sehr stabilen Einsatztasche erfolgreich abwehren konnte. Ein Verfahren, das im Rettungsdienst trainiert wird, jedoch in der Praxis nicht immer ganz einfach umzusetzen ist.
Zudem bedrohte der Verletzte den Rettungssanitäter. So sagte er zu diesem, «ich schlage dich tot». Der Helfer brach nun den Einsatz ab, flüchtete aus dem Lokal «und ersuchte um dringliche polizeiliche Unterstützung».
Bedingte Freiheitsstrafe
Der Vorfall an der Weihnachtsfeier hatte Konsequenzen: gegen den Angreifer wurde ermittelt, und nun erfolgte seine Verurteilung wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Der heute 55-Jährige fasste eine bedingte Freiheitsstrafe von 40 Tagen. Zudem muss er die Verfahrenskosten von 800 Franken tragen. Damit ist der Mann mit einer vergleichsweise eher milden Sanktion für seinen Ausraster gegenüber Rettungskräften davongekommen.