Kriminalität in Bezirken Uster und Hinwil steigt – Bezirk Pfäffikon ist entlastet
Kriminalstatistik 2024
Die Kriminalstatistik des letzten Jahrs zeigt einen deutlichen Anstieg der Straftaten im Oberland. Besonders die Gemeinde Wald sticht mit einem dramatischen Zuwachs hervor – doch es gibt auch positive Entwicklungen.
Die Kantonspolizei Zürich hat die Kriminalstatistik des letzten Jahrs veröffentlicht, und es wird wohl niemanden überraschen, dass die Anzahl der Delikte gestiegen ist – ein Bevölkerungswachstum bedeutet nun mal in den meisten Fällen auch ein Wachstum der Kriminalität. 2024 sind im Kanton Zürich gesamthaft 128’645 Straftaten verzeichnet worden. Ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Kanton veröffentlichte ausführliche Zahlen. Deshalb konnte Regierungsrat Mario Fehr (parteilos), Vorsteher der Sicherheitsdirektion, an der Pressekonferenz von Montagmorgen beispielsweise betonen, welches die kriminellsten Asylsuchenden im Kanton waren.
So detailliert lassen sich die Zahlen für das Oberland nicht eruieren. Trotzdem gibt es für die Region genügend Angaben, die ein klares Fazit ergeben: Auch in der Region hat die Kriminalität zugenommen. Doch es sind nicht die üblichen Verdächtigen.
Vermögensdelikte sind das grösste Problem
Im Kanton haben sich vor allem Vermögensdelikte gehäuft und sind seit 2013 auf dem höchsten Stand. Mit einem Anstieg von rund 4 Prozent sind letztes Jahr 72'887 Straftaten begangen worden – dazu gehören auch vermehrte Einbrüche, Ladendiebstähle oder Telefonbetrug.
So machen auch im Oberland Vermögensdelikte den grössten Teil der Kriminalität aus. Im Bezirk Uster gab es insgesamt 4582 Delikte, was einen Anstieg von 9 Prozent bedeutet. Von 1320 Diebstählen sind 441 durch Einbrüche getätigt worden. Zusätzlich sind 590 Fahrzeugdiebstähle verübt worden – ein Anstieg von 6 Prozent. Und auch Betrugsfälle sind um 13 Prozent auf 648 Fälle gestiegen.
Im Bezirk Hinwil waren es 2511 Vermögensdelikte – 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Diebstähle ist zwar um 2 Prozent zurückgegangen. Dafür sind die Betrugsfälle um 58 Fälle gestiegen, was eine Zunahme von 17 Prozent bedeutet.
Der Bezirk Pfäffikon hingegen hat sich gebessert. Im Vergleich zu 2023 sind Vermögensdelikte zurückgegangen. Bloss 1718 Straftaten gab es, das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwar sind die Ladendiebstähle um 63 Prozent auf 75 Fälle gestiegen, gleichzeitig hat der Bezirk jedoch weniger Taschendiebe, weniger Raubüberfälle und weniger Betrugsfälle.
Weniger Schwerverletzte
Das eine ist das Vermögen, doch wie sieht es bei der Gewalt aus? Obwohl Gewaltdelikte einen eher kleineren Teil der Statistik ausmachen, so breiten sie sich im Kanton konstant aus. Vor allem schwere Gewaltdelikte haben zugenommen. Die Fälle der Schwerverletzten stieg 2024 um rund 3 Prozent, was einen neuen Rekord seit 2009 darstellt.
Auch in den Bezirken Uster, Hinwil und Pfäffikon sind die Taten gegen Leib und Leben – allgemeine Gewaltdelikte von einfacher Körperverletzung bis hin zu Tötungsdelikten – gestiegen. Im Bezirk Uster um 5 Prozent, im Bezirk Hinwil sogar um 20 Prozent und im Bezirk Pfäffikon um 19 Prozent.
Im Gegensatz zum Kanton hat das Oberland jedoch ein kleineres Problem, wenn es um Fälle von schwerer Körperverletzung geht. Im Bezirk Uster waren es vier Fälle weniger, was einen Rückgang von 17 Prozent bedeutet. Im Bezirk Pfäffikon gab es sechs schwere Gewaltdelikte weniger und somit einen Rückgang von 35 Prozent. Bloss im Bezirk Hinwil haben die Fälle der schweren Körperverletzung um 50 Prozent zugenommen – gesamthaft waren es 18 Fälle.
Wald wird um vieles krimineller
Schaut man die Bezirke an, so könnte man meinen, dass die Gemeinde mit dem grössten Anstieg an Kriminalität im Bezirk Uster sein muss. Vielleicht Dübendorf? Vielleicht Uster selbst? Doch hier überrascht eine ganz andere Gemeinde: Wald.
Mit ihren knapp 11’000 Einwohnern hat die Gemeinde 2024 einen exorbitanten Anstieg an Kriminalität erfahren. Dabei handelt es sich um Verstösse gegen das Strafgesetzbuch – Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz oder die Ausländer- und Integrationsgesetze gehören nicht dazu.
Dort haben sich die Fälle um fast das Doppelte gehäuft. Die Gemeinde verzeichnet einen Anstieg von 83 Prozent. Das sind 228 Delikte mehr als im Vorjahr. Damit ist Wald die Gemeinde, die die grösste Veränderung erlebt hat.
Den zweithöchsten Anstieg hatte Fällanden, wo Delikte gegen das Strafgesetzbuch von 300 auf 448 gestiegen sind. Den dritten Platz belegt Wangen-Brüttisellen mit einem Anstieg von 39 Prozent – oder genauer gesagt 118 Fällen mehr.
Trotzdem bleibt Uster die kriminellste Stadt im Oberland. 1996 Delikte gegen das Strafgesetzbuch mussten aufgenommen werden. Diese Zahl hat sich im Gegensatz zum Vorjahr jedoch nicht verändert.
