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Rechtsextreme Sprayereien tauchen in Wila auf

Rechtsextreme oder bloss Lausbuben? In Wila haben Unbekannte Sprayereien hinterlassen. Die Polizei ermittelt, die Gemeinde verurteilt die Ereignisse.

In Wila haben Sprayer mehrere Gebäude – darunter den Bahnhof – mit Graffiti-Tags verunstaltet.

Foto: Noah Salvetti

Rechtsextreme Sprayereien tauchen in Wila auf

Vandalismus im Tösstal

In Wila ist es am Wochenende an mehreren Orten zu Sprayereien gekommen. Die Gemeinde hat die Polizei eingeschaltet. Der Gemeinderat verurteilt die «primitive Aktion aufs Schärfste».

Noah Salvetti, Rafael Rohner

Wer am Montagmorgen am Bahnhof Wila die gewohnte Dorfidylle erwartete, dürfte gestaunt haben: Sprayereien auf dem Stationsgebäude und dem WC-Häuschen trübten das gewohnt friedliche Bild.

Nicht nur am Bahnhof: Auch an Gemeindeliegenschaften, Verteilkästen und privaten Gebäuden waren Graffiti-Tags zu finden. Unter den Motiven waren neben Schriftzügen wie «FCZ» und «187» für die Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande auch das Signet und der Schriftzug der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat, die der Identitären Bewegung nahesteht.

An eine Gemeindeliegenschaft, in welcher ukrainische Flüchtlinge wohnen, hat zudem jemand das Wort «Russia» hingesprayt, wie der Gemeinderat am Montagabend in einer Mitteilung schreibt. Der Wilemer Gemeinderat verurteilt die Aktionen «aufs Schärfste».

Es sei menschenverachtend, solche Schmierereien an ein Gebäude von Direktbetroffenen anzubringen, welche aus einem Kriegsgebiet fliehen mussten und teilweise traumatisiert seien. Für den Gemeinderat sei es besorgniserregend, wenn gleichzeitig wenige Meter davon entfernt der Schriftzug der «jungen Tat» zu sehen sei. Auch wenn möglicherweise nicht gezielt, sondern unüberlegt und im jugendlichen Leichtsinn gesprayt wurde, hält der Gemeinderat fest, dass solche Aktionen und Haltungen nicht toleriert werden.

Man sieht Sprayereien an einem Bahnhof.
«Junge Tat» und «Russia» – wer hinter den politischen Botschaften steckt, wird nun ermittelt.

Gemeinsam könnten solche Sachschäden und «primitiven Aktionen» am besten verhindert werden, schreibt der Gemeinderat weiter. Deshalb bittet er alle Wilemerinnen und Wilemer, verdächtige Feststellungen der Polizei zu melden. Ebenso würden private Liegenschaftenbesitzer darum gebeten, Sprayereien bei der Polizei konsequent anzuzeigen, so handhabe es auch der Gemeinderat.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Gemeinde habe ausserdem die SBB informiert. Die Sprayereien auf dem Bahnhofgebäude sind inzwischen entfernt worden. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, auf Anfrage sagt. Die Fragen, ob die Schriftzüge von derselben Person oder mehreren Personen angebracht worden seien und wie die Polizei nun konkret vorgehe, könne er «aus ermittlungstaktischen Gründen» nicht beantworten.

Der Wilemer Gemeindeschreiber Balz Zinniker geht von mehr als zwei Dutzend einzelnen Sprayereien aus und vermutet, dass diese in der Nacht auf Sonntag entstanden sind.

Zwar sei es bereits in der Vergangenheit zu derartigen Vorfällen gekommen. So viele Sprayereien auf einmal sind laut Zinniker aber noch nie aufgetaucht.

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