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Rekordverdächtig viele Blitze und starker Regen erfassen auch das Oberland

Selten regnet es so stark wie am Sonntagabend. Normalerweise bedeutet dies viel Arbeit für die Feuerwehr, doch nicht dieses Mal.

Die Feuerwehren in der Region kamen trotz dem Unwetter kaum zum Einsatz. (Archiv)

Foto: Mirjam Müller

Rekordverdächtig viele Blitze und starker Regen erfassen auch das Oberland

Unwetter sondergleichen

Blitze, Donner und starke Niederschläge dominierten am Sonntagabend die Region. Obwohl das Wetter meteorologisch auffallend war, blieben Einsätze für die Feuerwehren aus.

Am Sonntagabend erhellten Blitze stroboskopartig den Nachthimmel, gefolgt von lauten Donnern, begleitet von starkem Regen. Auch wenn Niederschläge, nachdem sich der Sommer öfters von der nassen Seite gezeigt hatte, kaum überraschen, kam das Unwetter unverhofft stark.

«In der Nacht auf den Montag ging richtig die Post ab, es war mitunter der blitzreichste Tag im ganzen Sommer», ordnet Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, die Nacht ein. Schweizweit blitzte es knapp 55’000-mal, gut 11'500-mal im Kanton Zürich, ein erheblicher Teil wiederum im Oberland. «Wir sprechen von einer Dichte von mehr als zwei Blitzen pro Quadratkilometer.»

Regen, wohin man sieht

Während sich die Blitze ihren Weg in Richtung Erde bahnten, prasselte der Regen unaufhörlich auf die Oberländer Dächer und Strassen. Der Grossteil des Niederschlags fiel ab 19.30 Uhr binnen zweier bis dreier Stunden.

«Normalerweise entspricht der Niederschlag im ganzen September zwischen 80 und 90 Litern pro Quadratmeter. Nun lagen wir im Oberland an einem Abend bei rund 20 bis 60 Litern», bemerkt Perret.

Vier Messstationen geben Aufschluss über die Stärke und die betroffenen Gebiete. Am glimpflichsten zeigte sich das Wetter in Pfäffikon mit lediglich 15 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. Hinwil und Uster wurden mit 32 und 39 Litern bereits stärker verregnet, besonders nass wurde es im Tösstal mit gemessenen 59 Litern auf dem Hörnli.

Feuerwehren atmen auf

Die Auswirkungen des schlechten Wetters zeigten sich ebenso in der Einsatzzentrale von Schutz & Rettung. Dort suchten von Sonntag auf Montag 300 Menschen Hilfe über die Notrufnummer 118. Im Kanton löste dies gut 220 Einsätze bei der Feuerwehr aus.

In den Städten wie Wetzikon und Uster blieb es jedoch ruhig. Die Feuerwehr Uster rückte wegen eines überfluteten Kellers und einer ausgefallenen Elektroinstallation nach einem Blitzeinschlag aus.

Im Tösstal bekam lediglich eine Gemeinde das Unwetter etwas stärker zu spüren, wie eine Umfrage bei den regionalen Feuerwehren zeigt. Die Einsatzkräfte in Fischenthal verzeichneten 13 Einsätze – vorwiegend im Gebiet Steg –, was für die Gemeinde verhältnismässig viele sind. «Allerdings handelte es sich um Bagatellen. Wir pumpten Wasser aus überfluteten Kellern und kümmerten uns um kleinere Arbeiten auf den Strassen», erklärt Feuerwehrkommandant Jakob Ackermann.

Die Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg und die Einsatzkräfte in Zell konnten in der Nacht durchschlafen. Bauma beschäftigte sich kurzzeitig mit überfluteten Kellern, es blieb bei drei Einsätzen.

Das Schlimmste ist vorüber

Auch wenn die Feuerwehren im Oberland nur wenig zu tun hatten, sollte das Wetter der vergangenen Nacht nicht unterschätzt werden. «Die Niederschläge bewegten sich im oberen Bereich, unweit der kritischen Grenze», sagt der Meteorologe Perret. Hätte es etwas mehr geregnet, wären die negativen Auswirkungen in der Region deutlich spürbarer gewesen.

Entwarnung spricht Perret für die kommenden Tage aus. Obwohl es wieder nass wird und sich einzelne Gewitterwolken zeigen werden, gibt es keinen Grund zur Sorge.

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