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Atemschutzparcours bei 30 Grad – und ein Lob vom Regierungsrat

Wenn Teenager in Atemschutzausrüstung unterwegs sind: 150 Mitglieder von Jugendfeuerwehren aus dem Kanton trafen sich in Uster zum grossen Wettkampf.

Der Parcours mit Atemschutzausrüstung und abgedecktem Visier war eine der sehr herausfordernden Aufgaben am Jugendfeuerwehr-Wettkampf.

Fotos: Ernst Hilfiker

Atemschutzparcours bei 30 Grad – und ein Lob vom Regierungsrat

Jugendfeuerwehr-Wettkampf im Oberland

Seit 30 Jahren gibt es im Kanton Zürich die Jugendfeuerwehr. Dass die Teenager, die in dieser ungewöhnlichen Organisation mitmachen, das Löschhandwerk professionell angehen, zeigten sie in Uster.

In etwa 80 Prozent der Schweizer Kantone gibt es Jugendfeuerwehren. An den meisten Orten werden dort Jugendliche auf spielerische Art mit der Materie der Floriansjünger bekannt gemacht.

Nicht so im Kanton Zürich. Hier wird das Feuerwehrhandwerk den 14- bis 18-Jährigen auf professioneller Stufe vermittelt.

Zum «Plausch» einen Zehn-Meter-Stamm erklettern

Was das heisst, demonstrierten 19 Mannschaften à sieben Mitgliedern, darunter ein Gast-Team aus dem ostdeutschen Prenzlau, am Samstag im Zentrum von Uster. Dort fand beim Stadtpark der alljährliche kantonale Jugendfeuerwehr-Wettkampf statt.

An sechs Posten hatten die Teams ihr Feuerwehr-Know-how zu zeigen. Es war zum Beispiel eine Schlauchleitung zu erstellen und über Hindernisse ähnlich einer militärischen Kampfbahn zu führen und dann mit dem Wasserstrahl ein Ziel zu treffen. Oder, immer eine sehr grosse Herausforderung für alle, es musste mit Atemschutzausrüstung, bei der das Visier abgedeckt war, blind ein Suchparcours bewältigt werden. Alles nicht irgendwie improvisiert, sondern genau den strengen Feuerwehr-Vorschriften entsprechend und innerhalb einer Zeitlimite.

Zudem gibt es immer einen Plauschposten. Ein Name, der heuer täuschte, denn die sowohl in Bezug auf Kraft wie Technik anspruchsvolle Aufgabe war, einen senkrechten, entasteten, zehn Meter hohen Baumstamm mit einer Baumkletterausrüstung zu erklimmen.

Ein Run auf die Ausbildungskurse

Die Jugendlichen, alle obligat in Feuerwehrmontur, machten trotz der drückenden Hitze von 30 Grad sehr engagiert mit – ein Abbild des allgemeinen Interesses an diesem ungewöhnlichen Hobby. Denn um am Wettkampf dabei sein zu können, muss man zuallererst einmal einen der zwei jährlich durchgeführten Ausbildungskurse absolvieren. Und die 30 bis 60 verfügbaren Plätze in diesen Kursen «sind immer besetzt, und es gibt Wartelisten», sagt Beat Hirter (Hinwil), Präsident des Kantonalen Feuerwehrverbands Zürich.

Ohne Jugendfeuerwehr hätten wir ein Nachwuchsproblem.

Beat Hirter, Präsident Kantonaler Feuerwehrverband Zürich

Nach dem Grundkurs in Andelfingen und folgenden Ausbildungen in den einzelnen Feuerwehren können die Jugendlichen mit 18 direkt in die reguläre Ortsfeuerwehr übertreten und werden dort dann zu Einsätzen aufgeboten. Beinahe 90 Prozent der Jugendfeuerwehr-Mitglieder, von denen über ein Drittel Frauen sind, machen diesen Übertritt.

Für Beat Hirter ist das seit 30 Jahren existierende Modell deshalb «ein absoluter Erfolg». Und äusserst bedeutend, «denn ohne Jugendfeuerwehr hätten wir ein Nachwuchsproblem». Oder in Zahlen ausgedrückt: gegen 2900 Teenager sind bisher durch dieses Hobby zu vollwertigen Feuerwehrangehörigen geworden. Mehrere einstige Jugendfeuerwehrler bekleiden heute sogar Kommandanten-Positionen, etwa in Grüningen und Illnau-Effretikon.

Pfäffiker haarscharf an Sieg vorbei

Das Engagement der Teens wurde in Uster auch von höchster Seite gelobt. «Grossartig» nannte Regierungsrat Mario Fehr die Leistung der Teams, und versicherte ihnen im Hinblick auf ihre kommende Karriere in den Ortsfeuerwehren: «Wir brauchen Euch!»

Regierungsrat Fehr bei Ansprache
Regierungsrat Mario Fehr bedankte sich bei den Jugendlichen für ihr wichtiges Engagement.

Fehr war bei der Rangverkündung dabei und übergab einen erstmals verliehenen, grossen Wanderpokal. Den ersten Platz sicherten sich die «Powerschlüüch 1» aus Dielsdorf, nur einen Punkt vor den «Funfighter 1» aus Pfäffikon. Die Pfäffiker haben sich mit dieser Rangierung das Ticket für die Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft der Jugendfeuerwehren gesichert.

Schon über 3000 Jugendliche ausgebildet

In den 30 Jahren, seit es die Jugendfeuerwehr im Kanton Zürich gibt, wurden laut Beat Hirter, Präsident des Kantonalen Feuerwehrverbands Zürich, etwa 3160 Jugendliche ausgebildet. Das Schulungsprogramm orientiere sich an jenem der ordentlichen Feuerwehren auf Stufe Ortsfeuerwehr. Trainiert wird mit Originalmaterial, also nicht mit beispielsweise Kinder-Plastikhelmen oder Gartenschläuchen. Derzeit sind in den Zürcher Jugendfeuerwehren rund 370 Teenager aktiv. ehi.

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