Mann tötet seinen Bruder in Maur und ruft dann die Polizei
Tödliches Gewaltdelikt
Die Kantonspolizei Zürich musste am Montagnachmittag zu einem Gewaltdelikt auf der Forch ausrücken. Der mutmassliche Täter hat sich gestellt.
Die Gemeinde Maur erleidet das nächste Drama. Nachdem im Februar ein 71-jähriger Mann leblos am Ende einer Aussentreppe auf einem abgelegenen Hof gefunden worden war, wurde jetzt ein 46-Jähriger Opfer eines Gewaltdelikts. Und wie bereits im Februar stammt der mutmassliche Täter aus dem unmittelbaren familiären Umfeld: War es damals der Neffe, so konnte die Kantonspolizei am Montag den Bruder des Opfers verhaften.
Kurz nach 13.30 Uhr ging die Meldung bei der Notrufnummer 117 ein: Ein Mann erklärte, er habe soeben jemanden getötet. Die sofort ausgerückten Patrouillen der Kantonspolizei Zürich trafen auf der Zufahrt zur Liegenschaft an der Aeschstrasse auf einen Verdächtigen, der noch telefonierte, und verhafteten den 50-Jährigen.
In der Wohnung eines Mehrfamilienhauses fanden die Einsatzkräfte einen Mann mit schweren Stichverletzungen. Die Polizisten begannen umgehend mit lebenserhaltenden Massnahmen, bis ein Rettungsdienst und ein Notarzt eintrafen und den Tod des Mannes feststellten.
Gemäss ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Zürich handelt es sich beim Opfer um einen 46-jährigen Schweizer. Der mutmassliche Täter sei der 50-jährige Bruder des Opfers. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen, teilt die Kantonspolizei weiter mit.
«Ständig habe ich Streit gehört»
Am frühen Montagabend sind die Einsatzkräfte immer noch vor Ort. Das Forensische Institut Zürich sichert Spuren am Tatort. Auf der Strasse rund um das Wohnhaus sind trotz Sommerferien viele Nachbarn und Gaffer unterwegs. Was genau passiert ist, weiss niemand.
Auch nicht Pepe José Fernandes Lopez, Hauswart der betroffenen Liegenschaft seit 26 Jahren. Er berichtet: «Ich habe erwartet, dass hier so etwas passiert. Ständig habe ich Streit gehört. Letzte Woche war grausam.» Gemäss ihm waren auch Drogen und Alkohol im Spiel.
Für Aufregung und Unbehagen hat der Einsatz auch im benachbarten Pflegezentrum Forch, im Volksmund auch Zollingerheim genannt, gesorgt. Dies, weil die Kantonspolizei ihre Einsatzzentrale auf dem Areal des Pflegezentrums aufgebaut hat. Wie Tobias Diener, Direktor der Zollinger-Stiftung, die das Pflegezentrum betreibt, sagt, ist dies in Absprache mit der Stiftungsleitung passiert. Man habe daraufhin aber einige verunsicherte Bewohnerinnen und Bewohner beruhigen müssen.
Diener sieht von seinem Büro aus auf das Wohnhaus, wo die mutmassliche Gewalttat stattgefunden hat. Mitbekommen hat aber auch er nichts.
