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Kollbrunnerin lanciert Petition für sicherere Bolsternstrasse

Am liebsten Tempo 30: Seit eine ihrer Katzen im Verkehr starb, kämpft Cornelia Schmidt für eine sicherere Kantonsstrasse. Dabei geht es ihr aber auch um die Menschen.

Dem Verkehr auf der Bolsternstrasse fallen viele Katzen zum Opfer – eine Petition soll die Strasse für Mensch und Tier sicherer machen. (Montage)

Foto und Montage: Noah Salvetti

Kollbrunnerin lanciert Petition für sicherere Bolsternstrasse

Verkehrssicherheit in Zell

Nachdem eine ihrer Katzen auf der Bolsternstrasse überfahren worden war, war für Cornelia Schmidt klar: Sie muss aktiv werden, damit die Strasse sicherer wird. Mit einer Petition will sie die Behörden zum Handeln animieren.

Cornelia Schmidt ärgert sich. Seit sie im vergangenen Herbst ins Kollbrunner Bolstern-Quartier gezogen ist, plagt sie der Verkehr auf der angrenzenden Kantonsstrasse. Deshalb trifft man sie seit letztem Samstag regelmässig auf einem Parkplatz neben der viel befahrenen Strasse an.

Dort hat sie sich mit einem Gartentischchen, einem handgeschriebenen Transparent und einem Stapel Unterschriftenbögen eingerichtet und weibelt für ihre Petition für eine «sichere Bolsternstrasse».

Man sieht eine Frau an einem Tisch mit einem Zettel in der Hand und einem Schild daneben.
Cornelia Schmidt kämpft für eine sicherere Bolsternstrasse.

Eigentlich war Schmidt hergezogen, weil sie auf der Suche nach einem ruhigen Zuhause für sich und ihre vier Freigängerkatzen war. «Ich dachte, sie sind hier gut aufgehoben», erzählt Schmidt. Doch der Schock folgte bereits kurz nach dem Zuzug: Eine ihrer Fellnasen wurde überfahren.

Traum von Tempo 30

Die Neuzuzügerin will die Strasse aber nicht nur für ihre drei verbleibenden Büsi sicherer machen. «Auch für die anderen schwächeren Verkehrsteilnehmer ist die Strasse sehr gefährlich.» Schliesslich gebe es im Quartier auch immer mehr Kinder, deren Schulweg entlang der Bolsternstrasse führe.

Konkret fällt Schmidt auf, dass viele Autofahrer trotz Tempo-50-Schild mit überhöhter Geschwindigkeit weiterfahren – besonders jene, die von der Winterthurer Aussenwacht Iberg beziehungsweise von Schlatt her Richtung Zentrum fahren. Hinzu kommt Mehrverkehr durch die Kreisel-Baustelle.

Mit ihrer Petition will sie erreichen, dass mindestens der Abschnitt vom Dorfeingang bis zur Sunnewisstrasse verkehrsberuhigt wird – zum Beispiel mit Fahrbahnverengungen, Verbauungen oder einem Schild, das zu mehr Vorsicht mahnt.

Man sieht eine Strasse mit einer Ortstafel, die auf Tempo 50 hinweist.
Ortsunkundige, die über die Bolsternstrasse nach Kollbrunn fahren, wissen nicht, dass gleich ein Wohngebiet folgt.

Ihr Wunschszenario ist aber, dass der gesamte nordöstliche Teil der Bolsternstrasse zur 30er-Zone würde. «Am besten bis zum Bahnhof», sagt Schmidt. Zwar gebe es im unteren Teil bereits verkehrsberuhigende Massnahmen, diese machten die Situation aber eher komplizierter, als dass sie etwas nützen würden.

Bisher hat Schmidt 15 Unterschriften gesammelt – die meisten davon stammen von Anwohnern des Bolstern-Quartiers. Doch die Neu-Kollbrunnerin ist zuversichtlich, dass noch mehr möglich ist. Sie will ihr Anliegen voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im September an den Gemeinderat herantragen.

Bis dahin sollen noch möglichst viele Bürger von der Petition erfahren. Deshalb plant Schmidt, nach den Sommerferien auch an der Schule und im Kindergarten auf ihr Vorhaben aufmerksam zu machen. Denn: «Viele Kinder werden von ihren Eltern auf dem Schulweg begleitet oder fahren mit dem Velo einen Umweg, um die gefährliche Strasse zu meiden.»

Gemeinde weicht aus

Dass Cornelia Schmidt den Weg über eine Petition geht, hat auch damit zu tun, dass sie bei der Gemeinde bislang auf Granit beisst. Zwar stellte sie auf Schmidts Anfrage hin ein mobiles «Speedy»-Geschwindigkeitsmessgerät auf. Allerdings befand sich dieses zu weit südlich, wo das Problem laut der Anwohnerin weniger akut ist. «Man sagte mir, man wisse selber am besten, wo man das Messgerät aufstellen könne.»

Als sie einige Wochen später nach den Ergebnissen der Tempomessungen gefragt habe, habe man versucht, sie abzuwimmeln. «Es hiess, die Messdaten lägen noch nicht vor, obwohl der ‹Speedy› schon längst abgebaut worden war.» Und auch beim Stützpunkt des Tiefbauamts in Wila hat sie bereits angeklopft – erfolglos.

Denn anders als bei der Langenhardstrasse, für die eine Bürgerin vor Kurzem ähnliche Massnahmen gefordert hatte, ist die Bolsternstrasse eine Kantonsstrasse. Entsprechend ist das Tiefbauamt des Kantons für die Koordination zuständig, die Kantonspolizei ordnet Massnahmen wie Änderungen der Tempolimits an.

Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion, betont auf Anfrage, dass es für Petitionen oder Hinweise in Bezug auf die Verkehrssicherheit auf Kantonsstrassen nicht den Umweg über die Gemeinde braucht. Sie können auch direkt bei einer kantonalen Stelle eingereicht werden.

Petitionen im Trend

Ob eine Petition geprüft werde, hänge nicht von der Anzahl Unterschriften ab, sondern vom Inhalt. «Ist für das Anliegen die Umgestaltung einer Strasse notwendig, so dauert dieser Prozess mehrere Jahre», sagt Maag. Ein solcher Prozess kommt erst ins Rollen, wenn die Standortgemeinde einbezogen ist, das Anliegen unterstützt und die Strasse sowieso saniert werden muss.

Die Forderung nach Verkehrsberuhigung ist und bleibt kontrovers – laut Maag wünschen sich manche Gemeinden mehr, andere weniger davon. Und: «Wir stellen einen Trend zu mehr Petitionen fest, weil das Sammeln von Unterschriften durch Online-Tools viel einfacher ist als früher.»

Hinzu komme ein Trend hin zu mehr Partikularinteressen. «An der eigenen Wohnadresse fordert man verkehrsberuhigende Massnahmen, auf dem Arbeitsweg wehrt man sich aber dagegen», erklärt Maag.

Ob Cornelia Schmidt mit ihrer Petition einen Erfolg landet, steht also noch in den Sternen. «Einige Anwohner haben mir schon gesagt, dass ich mir nicht zu viele Hoffnungen machen sollte», sagt Schmidt. Doch für sie steht fest: «Wer nicht aktiv wird, kann auch nichts verändern.» Brauchen wird sie wohl vor allem eines: Geduld.

Hinweis: Cornelia Schmidt nimmt noch am Samstag, 24. August, und am Samstag, 7. September, jeweils von 10 bis 12 Uhr auf dem Parkplatz der Liegenschaft Bolsternstrasse 38 in Kollbrunn Unterschriften für ihre Petition entgegen.

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