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Blaulicht

Mit Elektroantrieb, aber ohne viel Wissen dazu unterwegs

Eine Trendfahrzeugkontrolle im Oberland zeigt: viele Fahrer wissen zu wenig Bescheid über die Regeln, die für sie und ihre Gefährte gelten.

Karin Schmied schaut sich ein gestopptes E-Trottinett genauer an.

Foto: Mirjam Müller

Mit Elektroantrieb, aber ohne viel Wissen dazu unterwegs

Trendfahrzeuge im Oberland kontrolliert

Sie fahren ein Elektrotrottinett, kennen aber die damit verbundenen Vorschriften kaum. Etwa so lässt sich das Resultat einer Kontrolle von Lenkern von Trendfahrzeugen im Oberland zusammenfassen.

Es ist ein massiv gebautes, breites Elektrotrottinett, mit dem ein Mann im Zentrum von Wetzikon unterwegs ist – beziehungsweise war, denn soeben hat ihn eine Patrouille der Kantonspolizei Zürich angehalten. Karin Schmied, Spezialistin für Trendfahrzeuge des Verkehrsstützpunkts Hinwil, sieht recht schnell, dass hier etwas nicht in Ordnung ist.

1600 statt 500 Watt Leistung

Das Gefährt hat nämlich 1600 Watt Leistung. «Zu viel!», erklärt die Polizistin dem Mann. Erlaubt wären für dieses Trotti nur 500 Watt.

«Haben Sie sich vorher darüber informiert?», fragt sie. «Nein», antwortet der Mann. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, sich schlauzumachen. Schmied zeigt dem Mann auf ihrem Handy, wie er innert Sekunden mit einer einfachen Internetsuche gemerkt hätte, dass das Trotti viel zu viel Power hat.

Es gibt nun einen Rapport an das Statthalteramt, und dieses wird eine Busse aussprechen. Will der Mann das Trotti weiter benützen, muss er es beim Strassenverkehrsamt einlösen.

Vom E-Roller bis zum E-Skateboard

Die Szene im Rahmen einer regionalen Polizeikontrolle am Freitagnachmittag zeigt das Hauptproblem im Zusammenhang mit den sogenannten Trendfahrzeugen, die bei Jugendlichen wie Erwachsenen immer beliebter sind. Trendfahrzeuge, das ist ein nicht genau definierter Begriff für all die in den letzten Jahren neu auf den Markt gekommenen, elektrisch angetriebenen Gefährte, von E-Rollern bis zum E-Skateboard.

Und so unterschiedlich die Fahrzeuge sind, so wenig einheitlich und vor allem so wenig bekannt sind die Regeln, die für die Produkte und deren Benützung gelten, zum Beispiel in Bezug auf das Tempo. Die Geschwindigkeit wurde bei der Kontrolle denn auch gleich vor Ort mit einem mobilen Messgerät überprüft.

Aber nicht nur die Technik, auch die Fahrer und ihr Verhalten im Verkehr wurden kontrolliert. So fand Schmieds Patrouillenkollege Daniel Schmid beispielsweise bei einem Mann ein zu grosses Messer, das ihm abgenommen wurde.

Und bei zwei Teenagern, die zu zweit auf einem E-Trottinett unterwegs waren, setzte es eine 20-Franken-Busse für den Lenker ab, weil er seinen Kollegen mitfahren liess. Der junge Mann nahm es locker und zahlte den Betrag gleich per Twint.

Nicht immer sind Gesetzesübertretungen mit Trendfahrzeugen allerdings so schnell und verhältnismässig schmerzlos erledigt. Gerade wenn es zu einem Unfall mit einem solchen Gefährt kommt, kann das massivste finanzielle Folgen haben.

Der Extremfall: ein über 100 km/h schnelles Trotti

Die Kantonspolizei hat im Rahmen ihrer Patrouillentätigkeit deshalb regelmässig ein Auge auf Trendfahrzeuge. Denn oft würden «die Lenker nicht über den nötigen Ausweis verfügen oder sie sind noch zu jung, um das Fahrzeug fahren zu dürfen», sagt Mediensprecher Roger Bonetti.

Nach der Erfahrung von Spezialistin Karin Schmied ist ein grosser Teil der Trendfahrzeugnutzer legal unterwegs. Aber es gibt eben auch die anderen – bis hin zum extremsten Fall, an den sich die Polizistin erinnert: ein in Uster aus dem Verkehr gezogenes E-Trottinett, bei dem das Messgerät 112 km/h anzeigte.

Sich vor dem Kauf informieren

Kaum ein Nutzer eines Trendfahrzeugs weiss Bescheid über die geltenden unterschiedlichen Vorschriften. Sich vor einem Kauf schlauzumachen, ist deshalb zwingend. Verlässliche Infos gibt es zum Beispiel auf dieser Website des Kantons Zürich. (ehi)

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